Er galt als der „Dynamiker“ der Region, als Krisenmanager und als einer, der die Kurpfalz nicht nur verwaltet, sondern gelebt hat. Nach 16 Jahren an der Spitze des Rhein-Neckar-Kreises ist nun Schluss: Gestern Abend wurde Landrat Stefan Dallinger in Angelbachtal verabschiedet. Ein Abend, der zwischen großem Protokoll und sehr persönlichen Emotionen schwankte.
Angelbachtal am Donnerstagabend. Die politische Prominenz des Landes gibt sich die Klinke in die Hand. Rund 500 Gäste sind gekommen – von der Wirtschaft bis zum Rettungswesen. Sie alle wollen einem Mann die Ehre erweisen, der den bevölkerungsreichsten Landkreis Baden-Württembergs über anderthalb Jahrzehnte geprägt hat.
Stefan Dallinger. Seit 2010 im Amt. Ein Landrat, der für sein hohes Tempo und seine direkte Art bekannt ist.
Frank Werner (Erster Stellvertretender Vorsitzender Kreistag): „Wie um alles in der Welt verabschiedet man jemanden, der eigentlich nicht wegzudenken ist? Du warst ein absoluter Leadertyp. 16 Jahre voller Dynamik, 16 Jahre voller Entscheidungen, 16 Jahre voller Tempo.“
Die Bilanz seiner Amtszeit ist lang: Der Ausbau des High-Speed-Netzes, massive Investitionen in berufliche Schulen und die strategische Neuausrichtung der Gesundheitszentren. Doch Dallinger war auch der Krisenmanager – ob in der Flüchtlingskrise oder während der Pandemie.
Dass selbst der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Prof. Stephan Harbarth, als Festredner nach Angelbachtal kommt, unterstreicht das Gewicht des Scheidenden. Harbarth würdigt Dallinger als jemanden, der dem Staat ein menschliches Gesicht gegeben hat.
Trotz des hohen Besuchs: Die Atmosphäre bleibt kurpfälzisch-herzlich. Kabarettist Arnim Töpel führt mit Mundart-Charme durch den Abend. Es wird viel gelacht – vor allem, als die engsten Mitarbeiter ihren Chef mit einer umgedichteten Version des Badnerliedes überraschen.
Dann der Moment der Übergabe: Symbolisch reicht Dallinger den Generalschlüssel des Landratsamts an seinen Nachfolger Manuel Just weiter. Für den 63-Jährigen ein sichtlich bewegender Augenblick.
Stefan Dallinger: „Es ist ein Unterschied, ob man bei einem Abschied nur dabei ist, wie ich es oft war, oder ob man selbst die Person ist. Es ist ein großartiger Moment, der mich bewegt und berührt.“
Langanhaltender Applaus und stehende Ovationen – das Urteil der Weggefährten ist eindeutig: Hier geht nicht nur ein Verwalter, sondern ein Gestalter.
Den feierlichen Schlusspunkt setzt der Große Zapfenstreich im Schlosspark. Unter dem Dirigat von Arne Müller spielen die Musikvereine der Region.
Neben dem militärischen Protokoll blitzt auch hier Dallingers persönliche Note auf: Mit der „Moon River Suite“ und dem „Pink Panther“ verabschiedet sich der Landrat in den Ruhestand.
Ein Abschied mit Pauken und Trompeten – für einen Mann, der für den Rhein-Neckar-Kreis alles war, außer leise.
Ab heute übernimmt dann offiziell Manuel Just das Ruder im Landratsamt. Wir wünschen einen guten Start.





































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