Manchmal meint es der Wettergott eben doch gut mit den Idealisten: Wenn in den vergangenen Jahren zur Saisoneröffnung im Neckarbischofsheimer Freibad traditionell die Wolken tief hingen, knallte die Sonne an diesem Wochenende pünktlich zur Premiere vom Himmel. Zeitweise knackte das Quecksilber die 30-Grad-Marke – und bescherte dem kleinen, vereinsgeführten Bad einen Traumstart, der sich auch in der Vereinskasse bemerkbar machte.
Zur offiziellen Eröffnung am Samstagmorgen um zehn Uhr sah die Welt noch vertraut aus. Die gleichen Stammgäste, die ihrem Bad seit Jahrzehnten durch dick und dünn die Treue halten, rückten zum rituellen Anbaden ins kühle Nass an. Und dieses Nass war überraschend warm. Da das Becken in Neckarbischofsheim bekanntlich ohne künstliche Heizung auskommen muss, regelt hier die Kraft der Sonnenstrahlen die Beckenwärme.
Spätestens am Sonntagmittag war es dann vorbei mit der idyllischen Ruhe der Stammbader. Bis zu 300 Kinder und Jugendliche strömten auf einen Schlag ins Bad. Das Kreisjugendzeltlager der Feuerwehr hatte am Wochenende Station im Ort gemacht (wir berichten noch) und durfte – ganz im Sinne der sozialen Tradition des Bads – komplett kostenlos zum Abkühlen. Das Ergebnis: Partystimmung und ein randvolles Becken das temperaturtechnisch so warm wurde wie seit Jahren nicht mehr zu diesem frühen Zeitpunkt.
Für das Vorstands-Duo des betreibenden Turnvereins, Karin Bender und Martina Wanke, ist dieses furiose erste Wochenende ein Segen auf ganzer Linie. Die Entscheidung, den Start wegen der vorherigen Kältephase um eine Woche zu verschieben, hat sich als goldrichtig erwiesen. Das Kaiserwetter lockte die Massen an die Kasse und viele der Besucher kauften direkt am Eröffnungswochenende ihre Dauerkarten für die gesamte Saison.
„Eine vierstellige Summe an Eintrittsgeldern haben wir dank des guten Wetters pro Tag kassieren können“, freut sich Vorsitzende Martina Wanke über den warmen Geldregen. Jetzt bleibt den Machern im Hintergrund nur noch der bange Blick zum Himmel und die Hoffnung von Martina Wanke: „Dass jetzt das Wetter weiter so schön bleibt.“











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