Vor allem kleinere Gemeinden kommen ohne Schulden aus
Von den 1.101 Gemeinden in Baden-Württemberg waren Ende 2025 insgesamt 97 schuldenfrei. Das geht aus der Schuldenstatistik des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg zum Stichtag 31. Dezember 2025 hervor. Als schuldenfrei gelten dabei nur Gemeinden, bei denen sowohl der eigentliche Gemeindehaushalt, der sogenannte Kernhaushalt, als auch die kommunalen Eigenbetriebe keine Kredite, Kassenkredite oder Wertpapierschulden gegenüber dem öffentlichen oder nicht-öffentlichen Bereich haben.
Bei den schuldenfreien Kommunen handelt es sich überwiegend um kleinere Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die Mehrheit hat sogar weniger als 5.000 Einwohner. Nur vier schuldenfreie Gemeinden in Baden-Württemberg haben mehr als 10.000 Einwohner.
Bietigheim-Bissingen ist die größte schuldenfreie Gemeinde
Die größte schuldenfreie Kommune des Landes ist Bietigheim-Bissingen im Landkreis Ludwigsburg mit 43.628 Einwohnerinnen und Einwohnern. Ebenfalls mehr als 10.000 Einwohner und trotzdem keine Schulden in Kernhaushalt und Eigenbetrieben haben Engen und Stockach im Landkreis Konstanz sowie Walldorf im Rhein-Neckar-Kreis.
Neben den 97 vollständig schuldenfreien Gemeinden gab es weitere 51 Kommunen mit einer sehr niedrigen Verschuldung. Sie erreichten zwar keine vollständige „Null-Verschuldung“, hatten aber Schulden von weniger als 100 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Kommunale Schulden liegen insgesamt bei knapp 20,1 Milliarden Euro
Ganz anders sieht es aus, wenn sämtliche Stadtkreise und kreisangehörigen Gemeinden einschließlich ihrer Eigenbetriebe betrachtet werden. Ihre Schulden beliefen sich Ende 2025 auf insgesamt knapp 20,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer durchschnittlichen Verschuldung von 1.793 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Dabei gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Stadtkreisen und kreisangehörigen Gemeinden. Die Stadtkreise kamen im Durchschnitt auf Schulden von 2.916 Euro pro Kopf. Bei den kreisangehörigen Gemeinden waren es durchschnittlich 1.537 Euro.
Größere Gemeinden haben tendenziell höhere Schulden pro Einwohner
Bei den kreisangehörigen Gemeinden zeigt die Statistik außerdem einen Zusammenhang mit der Einwohnerzahl. Tendenziell steigt die Pro-Kopf-Verschuldung mit zunehmender Größe einer Gemeinde. Das bedeutet allerdings nicht, dass jede größere Stadt automatisch stärker verschuldet ist als eine kleinere Gemeinde.
Auch zwischen Kommunen mit ähnlich vielen Einwohnerinnen und Einwohnern können die Unterschiede sehr groß sein. Die Gemeindegröße allein erklärt deshalb nicht, wie hoch die Schulden einer einzelnen Kommune tatsächlich sind.
243 Gemeinden haben mehr als 2.000 Euro Schulden pro Kopf
Insgesamt hatten 282 Gemeinden in Baden-Württemberg eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung als der landesweite Durchschnitt von 1.793 Euro. Bei 243 Gemeinden lag die Verschuldung sogar bei mehr als 2.000 Euro je Einwohnerin und Einwohner.
Bei der Einordnung der Zahlen ist wichtig, welche Schulden in dieser Statistik berücksichtigt werden. Erfasst sind Kredite, Kassenkredite und Wertpapierschulden der Kernhaushalte und Eigenbetriebe gegenüber dem öffentlichen und nicht-öffentlichen Bereich. Wertpapierschulden zählen dabei zu den Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich, spielten auf kommunaler Ebene Ende 2025 allerdings praktisch keine Rolle.
Die jetzt veröffentlichten Zahlen umfassen noch nicht sämtliche öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen. Ergebnisse, die alle öffentlichen Haushalte einschließlich dieser Bereiche berücksichtigen, sollen zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Außerdem werden die Schuldendaten jährlich überarbeitet. Vergleiche mit dem Vorjahr beziehen sich deshalb auf die bereits revidierten Zahlen.












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