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Arbeitslosigkeit in Mannheim steigt weiter

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Arbeitslosigkeit in Mannheim steigt weiter
Photo by andreas160578 on Pixabay

Deutlich weniger freie Stellen als vor einem Jahr

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Mannheim ist die Arbeitslosigkeit im März leicht gestiegen. Insgesamt waren 15.069 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 16 mehr als im Februar und 758 mehr als im März vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote blieb im Monatsvergleich bei 8,2 Prozent, vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,9 Prozent gelegen.

Damit blieb die übliche Frühjahrsbelebung auf dem Mannheimer Arbeitsmarkt aus. Die Agentur für Arbeit spricht von einem weiter angespannten Umfeld. Geschäftsführer Operativ Norbert Hölscher verweist auf die wirtschaftliche Entwicklung und den anhaltenden Fachkräftemangel, die den Arbeitsmarkt zugleich belasten. Zugleich werde es für viele Betroffene schwerer, eine einmal eingetretene Arbeitslosigkeit wieder zu beenden. Im März fanden 801 Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus eine neue Beschäftigung. Das waren 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Mehrheit der Betroffenen wird vom Jobcenter betreut

Von den 15.069 Arbeitslosen entfielen 5.218 auf den Rechtskreis SGB III, also die klassische Arbeitslosenversicherung. Dort lag die Zahl zwar 26 unter dem Vormonat, im Vergleich zum Vorjahr aber um 663 höher. Im Rechtskreis SGB II, also im Bereich der Jobcenter, wurden 9.851 Arbeitslose gezählt. Das waren 42 mehr als im Februar und 95 mehr als vor einem Jahr. Rund 65 Prozent aller Arbeitslosen in Mannheim wurden damit von den Jobcentern betreut.

Quote bei 8,2 Prozent

Auffällig ist der Blick auf einzelne Gruppen. Besonders stark fiel der Anstieg bei den 15- bis unter 25-Jährigen aus. In dieser Altersgruppe wurden 768 Arbeitslose gezählt, 190 mehr als ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Plus von 32,9 Prozent. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen blieb hoch. Im März waren 6.241 Menschen seit längerer Zeit ohne Arbeit, das waren 329 mehr als im Vorjahresmonat.

Weniger offene Stellen gemeldet

Parallel zur höheren Arbeitslosigkeit ging die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen zurück. Im März waren bei der Agentur für Arbeit Mannheim 2.462 freie Stellen registriert. Gegenüber Februar bedeutete das ein Minus von 240 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr lag der Rückgang bei 264 Stellen oder 9,7 Prozent. Arbeitgeber meldeten im März 645 neue Stellen, 46 weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig wurden 878 Stellen abgemeldet, das waren 300 mehr als im Vorjahresmonat.

Auch seit Jahresbeginn zeigt sich die schwächere Nachfrage. Von Januar bis März gingen 1.712 neue Stellenmeldungen ein. Das waren 169 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei den Stellenabgängen lag die Zahl mit 2.095 dagegen deutlich höher als ein Jahr zuvor.

Industrie zögert, Pflege und Bildung legen zu

Nach Angaben der Arbeitsagentur zeigt sich die Zurückhaltung der Betriebe besonders im verarbeitenden Gewerbe. Dort sei die Unsicherheit weiter spürbar. Gleichzeitig suchen Unternehmen in anderen Bereichen weiterhin Personal. Die Agentur nennt vor allem Pflege, Sozial- und Gesundheitswesen, Erziehung und Unterricht sowie die Arbeitnehmerüberlassung als Felder mit Beschäftigungszuwächsen. Für Arbeitssuchende gebe es dort weiter Chancen, auch wenn die Löhne häufig unter dem Niveau der Industrie lägen.

Die Beschäftigungsstatistik bestätigt diese Verschiebung. Zum Stichtag 30. September 2025 waren in Mannheim 203.045 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 893 mehr als ein Jahr zuvor. Den größten Zuwachs gab es in Heimen und im Sozialwesen mit plus 617 Beschäftigten, gefolgt vom Gesundheitswesen mit plus 382 und der Arbeitnehmerüberlassung mit plus 275. Das verarbeitende Gewerbe legte nur leicht um 101 Beschäftigte zu. Am schwächsten entwickelte sich der Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen mit einem Minus von 443.

Viel Bewegung, aber kaum Entlastung

Im März meldeten sich insgesamt 2.985 Menschen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig konnten 2.973 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Unter dem Strich blieb damit kaum Bewegung, die den Markt spürbar entlastet hätte. 1.076 Menschen kamen direkt aus einer Erwerbstätigkeit in die Arbeitslosigkeit. Dem standen 801 Abgänge in Erwerbstätigkeit gegenüber.

Neben der offiziellen Arbeitslosigkeit liegt auch die Unterbeschäftigung auf hohem Niveau. Sie umfasste im März in Mannheim 18.535 Personen und lag damit um 864 über dem Stand des Vorjahres. Die Unterbeschäftigungsquote betrug 9,9 Prozent. In dieser Zahl sind auch Menschen enthalten, die etwa in Maßnahmen gebunden sind und deshalb statistisch nicht als arbeitslos gelten.

Redaktion
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