Frühjahrsbelebung mit Dämpfer
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Heidelberg hat sich die Lage im März leicht entspannt. Die Zahl der Arbeitslosen sank im gesamten Agenturbezirk um 217 auf 18.487. Die Arbeitslosenquote ging von 4,8 auf 4,7 Prozent zurück. Gleichzeitig wurden 934 neue Stellen gemeldet, 227 mehr als im Februar und 291 mehr als vor einem Jahr. Agenturchef Klaus Pawlowski spricht deshalb weiter von einem stabilen Arbeitsmarkt, verweist aber auch auf die kommende Herausforderung, ausscheidende geburtenstarke Jahrgänge zu ersetzen – vor allem in Gesundheitswesen und Erziehung.
Für die Region Sinsheim zeigt sich allerdings ein etwas anderes Bild als im Gesamtbezirk. Dort waren im März 1.966 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren zwar 22 weniger als im Februar, im Vergleich zum Vorjahresmonat aber 64 mehr. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,1 Prozent und damit über dem Wert des gesamten Agenturbezirks mit 4,7 Prozent sowie über dem Schnitt des Rhein-Neckar-Kreises mit 4,6 Prozent. Im direkten Vergleich der Geschäftsstellenbezirke zählte Sinsheim damit weiter zu den Regionen mit einer eher höheren Arbeitslosigkeit; nur Eberbach lag mit 5,6 Prozent noch darüber.
Quote bei 5,1 Prozent
Auffällig ist dabei die unterschiedliche Entwicklung in den beiden Rechtskreisen. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung, also bei der Agentur für Arbeit, stieg die Zahl in Sinsheim auf 897 Personen. Das waren 110 mehr als ein Jahr zuvor. Im Bereich des Jobcenters wurden dagegen 1.069 Arbeitslose gezählt, 46 weniger als im Vorjahr. Unter dem Strich kommt Sinsheim deshalb trotz des leichten Rückgangs zum Vormonat auf ein Plus gegenüber März 2025. Das passt zu der Entwicklung im gesamten Agenturbezirk Heidelberg, wo der Zuwachs vor allem aus dem Bereich SGB III kommt, während die Zahlen im SGB II insgesamt zurückgehen.
Auch innerhalb der Sinsheimer Zahlen gibt es markante Verschiebungen. 1.064 der Arbeitslosen waren Männer, 902 Frauen. Bei den Männern fiel der Anstieg gegenüber dem Vorjahr mit plus 60 deutlich stärker aus als bei den Frauen mit plus 4. Die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren lag bei 181 und damit leicht über dem Vorjahreswert. Deutlicher fiel der Anstieg bei den Älteren aus: 698 Arbeitslose waren 50 Jahre oder älter, das waren 34 mehr als ein Jahr zuvor.
Unternehmen suchen trotz Krise
Der Arbeitsmarkt in Sinsheim bleibt zugleich in Bewegung. Im März meldeten sich 412 Menschen neu oder erneut arbeitslos, 38 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig konnten 423 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden, 21 mehr als im Vorjahresmonat. Das erklärt, warum die Zahl gegenüber Februar leicht gesunken ist, obwohl sie im Jahresvergleich noch im Plus liegt. Seit Jahresbeginn gab es 1.207 Zugänge in Arbeitslosigkeit und 1.116 Abgänge.
Bei den offenen Stellen zeigt sich für Sinsheim ein freundlicheres Bild. Der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen stieg im März auf 387 und lag damit um 17 Stellen höher als im Februar. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren sogar 76 Stellen mehr registriert. Arbeitgeber meldeten im März 63 neue Stellen, sieben weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 172 neue Arbeitsstellen ein, praktisch auf Vorjahresniveau. Das heißt: Der Stellenbestand ist in Sinsheim spürbar gewachsen, auch wenn der frische Eingang neuer Angebote zuletzt nicht mit demselben Tempo zulegte.
Für die Region Sinsheim ergibt sich damit ein gemischtes Bild: etwas weniger Arbeitslose als im Vormonat, aber mehr als vor einem Jahr; dazu eine überdurchschnittliche Quote innerhalb des Heidelberger Agenturbezirks, zugleich aber auch ein gewachsener Stellenbestand. Anders gesagt: Der Frühling hat den Arbeitsmarkt in Sinsheim etwas belebt, von einer klaren Entspannung kann aber noch keine Rede sein.












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