Ausfuhren steigen auf 126,5 Milliarden Euro
Baden-Württemberg hat im ersten Halbjahr 2026 Waren im Wert von fast 126,5 Milliarden Euro ins Ausland exportiert. Das waren nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes 3,8 Prozent mehr als von Januar bis Juni 2025. Damit entwickelte sich der Außenhandel insgesamt weiter positiv. Allerdings schwächte sich das Wachstum im Laufe des Halbjahres etwas ab. Im ersten Quartal lagen die Exporte noch 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert, im zweiten Quartal betrug das Plus 3,2 Prozent. Gleichzeitig wurden Waren im Wert von knapp 114,8 Milliarden Euro nach Baden-Württemberg eingeführt. Die Importe stiegen damit um 5,4 Prozent.
Bei diesen Angaben geht es um den Wert der gehandelten Waren in Euro. Preisveränderungen sowie Kalender- und Saisoneffekte sind in den Veränderungsraten nicht herausgerechnet.
Weniger Waren gehen in die USA und nach China
Die Vereinigten Staaten blieben im ersten Halbjahr 2026 das wichtigste Zielland für Waren aus Baden-Württemberg. Allerdings gingen die Exporte dorthin erneut zurück. Von Januar bis Juni wurden Waren im Wert von 15,5 Milliarden Euro in die USA geliefert. Das waren 4,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Vor allem die Ausfuhren von Kraftfahrzeugen und pharmazeutischen Produkten gingen zurück. Bereits in den drei Jahren zuvor waren die Exporte in die USA gesunken. Beim Vergleich ist zu beachten, dass die ab April 2025 eingeführten US-Importzölle auf Waren aus der Europäischen Union im Vorjahreszeitraum nur teilweise enthalten waren.
Auf Platz zwei der wichtigsten Exportländer lag die Schweiz. Dorthin gingen Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro, ein Anstieg um 18,2 Prozent. Es folgten Frankreich mit 9,7 Milliarden Euro und einem Plus von 6,2 Prozent sowie die Niederlande mit 8,3 Milliarden Euro und einem Plus von 1,9 Prozent.
Deutlich gestiegen sind die Ausfuhren in das Vereinigte Königreich. Sie erreichten einen Wert von 6,9 Milliarden Euro und lagen damit 28,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Großbritannien rückte dadurch auf Platz fünf der wichtigsten Zielländer vor. Eine bessere Platzierung hatte das Land zuletzt 2015 mit Rang drei erreicht. Verantwortlich für den starken Anstieg waren vor allem höhere Exporte von Metallen.
China fällt auf Platz acht zurück
Anders entwickelte sich das Geschäft mit China. Die Exporte aus Baden-Württemberg in die Volksrepublik gingen im ersten Halbjahr 2026 um 19,2 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zurück. China war damit nur noch das achtwichtigste Zielland für baden-württembergische Waren. Im Jahr 2025 hatte das Land noch auf Platz fünf gelegen.
Bei den Importen sieht die Entwicklung anders aus. Aus China wurden Waren im Wert von rund 11,5 Milliarden Euro nach Baden-Württemberg eingeführt. Das waren 13,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. China war damit das wichtigste Herkunftsland für aus dem Ausland eingeführte Waren.
Metall-Exporte legen besonders stark zu
Ein wichtiger Grund für den insgesamt gestiegenen Exportwert waren die Metalle. Baden-Württemberg exportierte im ersten Halbjahr 2026 Metalle im Wert von 9,7 Milliarden Euro. Das waren mehr als drei Milliarden Euro beziehungsweise 46,3 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Die drei wichtigsten Exportbranchen des Landes mussten dagegen Rückgänge hinnehmen. Kraftwagen und Kraftwagenteile wurden für 24,7 Milliarden Euro exportiert, 4,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei Maschinen sank der Exportwert um 1,4 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Pharmazeutische Erzeugnisse kamen auf 13,4 Milliarden Euro und damit auf einen Rückgang von 6,5 Prozent. Trotz dieser Verluste lagen die Exportwerte dieser drei Bereiche weiterhin über dem Wert der Metall-Ausfuhren.
Was in der Außenhandelsstatistik gezählt wird
Die Außenhandelsstatistik wird vom Statistischen Bundesamt erhoben und erfasst den Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Dienstleistungen sind darin nicht enthalten. Der grenzüberschreitende Handel mit Dienstleistungen wird von der Deutschen Bundesbank erfasst.
Für den Handel innerhalb der Europäischen Union gelten seit 2025 neue Meldeschwellen. Unternehmen müssen ihre Versendungen in andere EU-Staaten melden, wenn diese im Vorjahr einen statistischen Wert von mehr als einer Million Euro erreicht haben. Bei Einfuhren aus anderen EU-Staaten liegt die Grenze bei drei Millionen Euro. Bis 2024 lagen die Schwellen noch bei 500.000 Euro für Versendungen und 800.000 Euro für Eingänge.
Seit Januar 2026 gilt außerdem eine neue Fassung des Güterverzeichnisses für Produktionsstatistiken. Die Änderungen betreffen detailliertere Unterteilungen der einzelnen Gütergruppen. Die hier verwendeten, stärker zusammengefassten Zahlen bleiben nach Angaben des Statistischen Landesamtes mit den Ergebnissen früherer Jahre vergleichbar.
Warum sich Exporte und Importe nicht einfach verrechnen lassen
Bei den Zahlen für die Bundesländer werden Exporte und Importe unterschiedlich erfasst. Bei den Ausfuhren wird im Wesentlichen betrachtet, welche Waren in Baden-Württemberg hergestellt oder wesentlich verarbeitet wurden und anschließend ins Ausland gingen. Bei den Einfuhren werden dagegen grundsätzlich alle Waren erfasst, die direkt aus dem Ausland nach Baden-Württemberg gelangen und dort voraussichtlich verbleiben sollen. Reine Durchfuhren werden nicht mitgezählt.
Dadurch können beispielsweise auch Waren als Einfuhr Baden-Württembergs erfasst werden, die aus dem Ausland zunächst in das Land gelangen. Wegen dieser unterschiedlichen Berechnungsmethoden lassen sich die Export- und Importwerte auf Ebene eines Bundeslandes nicht sinnvoll voneinander abziehen, um daraus eine Handelsbilanz für Baden-Württemberg zu berechnen.












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