Die Wirtschaft in Baden-Württemberg ist zu Beginn des Jahres 2026 gewachsen. Nach einer vorläufigen Berechnung des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigt um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum ersten Quartal 2025 erhöhte sich die Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 1,2 Prozent.
Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass die Quartalszahlen auf einer Modellschätzung beruhen. Insbesondere für das laufende Jahr können die Ergebnisse daher noch mit größeren Unsicherheiten verbunden sein.
Industrieumsätze steigen wieder
Nach einem längeren Abwärtstrend entwickelte sich das Verarbeitende Gewerbe zuletzt wieder besser. Die preis-, saison- und arbeitstäglich bereinigten Umsätze stiegen im ersten Quartal 2026 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im zweiten Quartal setzte sich diese Entwicklung mit einem weiteren Umsatzplus von 1,3 Prozent fort.
Bei den Auftragseingängen zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Sie gelten als wichtiger Hinweis auf die mögliche künftige Entwicklung von Produktion und Umsätzen. Im ersten Quartal gingen die bereinigten Bestellungen gegenüber dem vorherigen Quartal um 2,2 Prozent zurück. Im zweiten Quartal folgte ein weiteres Minus von 0,6 Prozent.
Beschäftigung in der Industrie geht zurück
Trotz der steigenden Umsätze sank die Beschäftigung im Verarbeitenden Gewerbe. Im ersten und zweiten Quartal 2026 lag die Zahl der Beschäftigten jeweils 2,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert.
Besonders betroffen waren zwei für Baden-Württemberg wichtige Industriezweige. In der Automobilindustrie sank die Beschäftigtenzahl im ersten Quartal um 4,0 Prozent und im zweiten Quartal um 4,5 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. Im Maschinenbau betrugen die Rückgänge 3,4 beziehungsweise 3,7 Prozent.
Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent
Auch auf dem Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit nimmt die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit weiter zu. Im zweiten Quartal 2026 lag die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg bei 4,6 Prozent.
Die Zahl der Menschen in konjunktureller Kurzarbeit ging zwar zurück, blieb aber vergleichsweise hoch. Im ersten Quartal befanden sich 0,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit. Damit war die Quote in Baden-Württemberg fast doppelt so hoch wie im bundesweiten Durchschnitt.
Heizöl und Kraftstoffe deutlich teurer
Gleichzeitig erhöhte sich die Inflation. Nach Angaben des Statistischen Landesamts lag die Inflationsrate im ersten Quartal 2026 bei 2,2 Prozent und stieg im zweiten Quartal auf 2,4 Prozent.
Besonders deutlich verteuerten sich infolge des Irankriegs Energieträger. Im zweiten Quartal lagen die Preise für Heizöl um 17,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Kraftstoffe verteuerten sich um 17,2 Prozent.
BIP-Zahlen beruhen auf Modellschätzung
Die Jahresergebnisse zum Bruttoinlandsprodukt werden vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ berechnet. Für die unterjährigen Zahlen Baden-Württembergs verwendet das Statistische Landesamt eine ökonometrische Schätzung. Dabei werden die Jahresergebnisse mithilfe verschiedener quartalsweise verfügbarer Wirtschaftsindikatoren auf die einzelnen Quartale verteilt.













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