Pünktlich zum heutigen Tag des Notrufs hat die gemeinnützige ADAC Luftrettung ihre Jahresbilanz für 2025 vorgelegt. Die Zahlen verdeutlichen die enorme Bedeutung der „fliegenden Gelben Engel“ für die deutsche Notfallversorgung: Insgesamt rückten die Crews zu rund 49.000 Einsätzen aus. Das bedeutet, dass im Durchschnitt alle zehn Minuten – genau genommen 134-mal pro Tag – ein ADAC Rettungshubschrauber abhob, um Menschenleben zu retten.
Zunahme bei Nachtflügen und Windeneinsätzen
Besonders auffällig in der Bilanz 2025 ist der Anstieg bei spezialisierten und technisch anspruchsvollen Missionen. Sowohl die Einsätze in der Dunkelheit (3.314 Flüge) als auch die Einsätze mit der Rettungswinde (580 Flüge) verzeichneten ein Plus von jeweils fünf Prozent.
Dank modernster NVIS-Nachtsichtbrillen können die Crews auch bei Nacht auf unbeleuchteten Plätzen sicher landen. Seit dem 1. Januar 2026 verfügt die Organisation mit der Station in Mainz zudem über ihren mittlerweile vierten Standort, der im 24-Stunden-Betrieb rund um die Uhr einsatzbereit ist.
Einsatzursachen: Unfälle und Herz-Kreislauf-Notfälle dominieren
Die Statistik zeigt klar, in welchen Situationen die Hilfe aus der Luft angefordert wird:
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31 % Unfälle: Verletzungen nach Freizeit-, Verkehrs- oder Arbeitsunfällen sind der häufigste Grund.
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26 % Herz-Kreislauf-System: Herzinfarkte und Rhythmusstörungen fordern schnelle notärztliche Hilfe.
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13 % Neurologie: Hierzu zählen vor allem Schlaganfälle, bei denen jede Minute zählt.
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8 % Atemnot: Akutes Asthma oder andere respiratorische Notfälle.
Bemerkenswert: Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.
Regionale Schwerpunkte: Bayern bleibt Spitzenreiter
Die Verteilung der Einsätze spiegelt die Dichte des Stationsnetzes wider. Bayern führt die Statistik mit 11.742 Einsätzen an, gefolgt von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Die Stationen mit den meisten Alarmierungen 2025:
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Christoph 31 (Berlin): 2.430 Einsätze
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Christoph 18 (Ochsenfurt): 1.942 Einsätze
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Christoph 10 (Wittlich): 1.747 Einsätze
Forderung nach Reform der Notfallversorgung
Trotz der stabilen Einsatzzahlen mahnt Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, dringende Veränderungen an. Um die Versorgung auch künftig zu sichern, müsse die aktuelle Reform der Notfallversorgung konsequent umgesetzt werden.
„Wir brauchen dringend längere Einsatzmöglichkeiten in der Dunkelheit, flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine länderübergreifende Einsatzplanung mit einheitlichen Qualitätsstandards“, so Bruder. Auch die digitale Vernetzung der Leitstellen sei ein kritischer Faktor für die Zukunft des Bevölkerungsschutzes.
Innovation am neuen Standort: Der ADAC Luftrettung Campus
Ein Meilenstein im Jahr 2025 war die Eröffnung des neuen ADAC Luftrettung Campus am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen bei München im Oktober. Dieses international einzigartige Kompetenzzentrum vereint Flugbetrieb, Medizintechnik, Ausbildung und Wartung unter einem Dach. Hier wird auch an der Zukunft der Flotte gearbeitet: Neben den bewährten Modellen H135 und H145 bereitet sich die Organisation auf die neue Generation H140 von Airbus Helicopters vor.
Stärkung des Katastrophenschutzes
Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse hat die ADAC Luftrettung ihr Engagement im Zivil- und Katastrophenschutz massiv verstärkt. Mit zehn neuen speziellen Fachberatern Luftrettung steht die Organisation den Behörden bundesweit bei Großschadensereignissen zur Seite. Auch die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr wird intensiviert, um die gesamtstaatliche Gefahrenabwehr weiterzuentwickeln.















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