Sinsheim

Brücke auf A6 zwischen Sinsheim und Wiesloch muss ersetzt werden

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Brücke auf A6 zwischen Sinsheim und Wiesloch muss ersetzt werden
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Nächste Baustelle auf der A6

Die Angelbachtalbrücke auf der A6 zählt zu den neuralgischen Bauwerken zwischen Kreuz Walldorf und Sinsheim. Seit Jahren steht fest, dass sie ersetzt werden muss. Wann das allerdings passiert, war lange offen. Mittlerweile liegen neue Informationen vor: Die Brücke soll vollständig neu gebaut werden, erste Bauarbeiten sind aber nach jetzigem Stand erst 2027 möglich. Das teilt die Projektgesellschaft ViA6West auf Anfrage mit.
Die Angelbachtalbrücke stammt aus dem Jahr 1967. Sie wurde damals für eine vierstreifige Autobahn konzipiert. 2005 erfolgte ein aufwendiger Umbau, als die A6 auf sechs Fahrstreifen ausgebaut wurde. Seither hat sich die Verkehrsbelastung weiter erhöht. Um den langfristigen Erhalt und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, werde ein Ersatzneubau notwendig, erklärt die Projektgesellschaft. Die Angelbachtalbrücke ist am Limit – das zeigt sie auch deutlich. Unter dem Bauwerk grenzen Absperrgitter und „Betreten verboten“-Schilder aufgrund von Betonschäden an einen beliebten Fuß- und Radweg. Und oben? Da mahnen Schilder die Autofahrer auf der A6, wegen Brückenschäden selbst bei Stau 50 Meter Abstand zu halten. Eine nahezu ironische Forderung, die in der Vergangenheit, etwa bei der täglichen Enge durch die Zweispurigkeit am Kreuz Walldorf, kaum einzuhalten war, als die Autos dicht an dicht über dem sanierungsbedürftigen Bauwerk standen.Angelbachtalbruecke auf der A6 zwischen Sinsheim und Wiesloch
Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die in der Region bereits seit Jahren diskutiert wird – und bei der konkrete Jahreszahlen mehrfach verschoben wurden. 2021 war ViA6West noch zuversichtlich, den Baubeginn auf 2024 legen zu können. 2023 wiederum teilte die Autobahn GmbH mit, dass die „Fertigstellung des Ersatzneubaus spätestens bis 2031 erfolgen“ solle. Damals hieß es, es würden Vorentwurfsunterlagen ausgearbeitet, um Baurecht zu schaffen. Es war vorgesehen, die Brücke zu verbreitern, damit künftig in jeder Richtung ein Standstreifen zur Verfügung steht. An dieser Zielsetzung hält man fest. Die Linienführung der A6 soll sich dagegen nicht ändern, ebenso sollen Anpassungen an die anschließenden Fahrbahnabschnitte erfolgen. Aktuell befindet sich das Projekt in der Abstimmung mit dem Vorhabenträger und den beteiligten Behörden. Nach derzeitigem Planungsstand könnte der Neubau ab 2027 beginnen. Über mögliche zeitliche Risiken trifft ViA6West keine Aussage.
Bekannt ist jedoch aus anderen Großprojekten, dass insbesondere Genehmigungs- und Ausschreibungsphasen Zeit beanspruchen können. Für den Verkehr auf der A6 sollen während der Bauzeit Einschränkungen gelten. Eine Vollsperrung soll nicht nötig sein. In einer ersten Bauphase werden voraussichtlich zwei Fahrstreifen pro Richtung zur Verfügung stehen. In einer späteren Phase könnten fünf Spuren eingerichtet werden. Die genaue Verkehrsführung werde in Abstimmung mit der Autobahn GmbH entwickelt, hieß es. Dabei sollen laufende und künftige Baumaßnahmen auf der A6 mit berücksichtigt werden. So sollen Überschneidungen und längere Stauphasen zu vermeiden. Im Raum Sinsheim stehen in den kommenden Jahren mehrere Brückenneubauten an, die ebenfalls in der Planung stecken.
Für viele Pendler bedeutet das: Die Verkehrslage zwischen dem Walldorfer Kreuz und der Sinsheimer Talbrücke wird absehbar nicht ruhiger. Eine konkrete Zeitlinie für die öffentliche Information hat ViA6West noch nicht genannt. Auch die Dauer der späteren Bauarbeiten bleibt vorerst offen. Sicher ist nur, dass der Ersatzneubau kommt – und dass er eine der zentralen Verkehrsschlagadern Nordbadens betrifft.
Redaktion
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