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Der heimliche Preis des Schnäppchen-Wahnsinns: DAS passiert mit Ihrem Black-Friday-Paket

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Der heimliche Preis des Schnäppchen-Wahnsinns: DAS passiert mit Ihrem Black-Friday-Paket

Millionen Deutsche warten in der Black Week gespannt auf ihre bestellten Schnäppchen. Doch während wir uns über die günstigen Preise freuen, verbirgt sich hinter jedem klingelnden Zusteller eine knallharte Realität: Der immense Konsumdruck führt in der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) zu extrem belastenden und oft prekären Arbeitsbedingungen.

Die Paketmenge steigt während der Black Week drastisch an – und damit auch der Arbeitsdruck auf die Fahrerinnen und Fahrer, die unter massivem Zeitdruck, körperlicher Schwerstarbeit und oft unbezahlten Überstunden leiden. ver.di, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, macht deshalb in dieser Woche in ganz Baden-Württemberg mobil, um auf diese Missstände aufmerksam zu machen.


Der Schlusspunkt in Freiburg: Ein interaktiver Parcours der Realität

Als sichtbaren Höhepunkt der Aktionswoche richtet ver.di zusammen mit dem DGB und verschiedenen Beratungsnetzwerken (Faire Mobilität, MIRA, Betriebliche Seelsorge) eine öffentliche Straßenaktion ein, die Passanten direkt mit den Herausforderungen der Zusteller konfrontieren soll.

Wann und wo wird die Wahrheit enthüllt?

  • Datum: Freitag, 28. November 2025

  • Uhrzeit: Ab 12:00 Uhr

  • Ort: Innenstadt Freiburg, am Siegesdenkmal

Der Aktions-Parcours: Erleben Sie den Zusteller-Stress am eigenen Leib

Der interaktive Aktions-Parcours lädt Passanten dazu ein, selbst zu erfahren, welche extremen Belastungen in der täglichen Zustellpraxis auftreten. Im Mittelpunkt stehen dabei die systemischen Probleme der Branche:

  • Enormer Zeitdruck: Die unrealistischen Lieferfenster führen zu Hektik und Stress.

  • Schwere körperliche Belastungen: Täglich müssen unzählige schwere Pakete in Windeseile geschleppt werden.

  • Unbezahlte Überstunden: Arbeitszeiten sind oft unzuverlässig und die erbrachte Mehrleistung wird nicht entlohnt.

  • Prekäre Subunternehmer-Strukturen: Besonders viele Zusteller leiden unter diesen oft intransparenten Verhältnissen, die Lohn- und Sozialdumping begünstigen.


Die Forderung: Klare Regeln und faire Löhne JETZT

 

Beata Phangthong von ver.di Baden-Württemberg mahnt, dass die Menschen, die tagtäglich die logistische Versorgung sichern, nicht länger ausgebeutet werden dürfen:

„Gerade während der Black Week steigt die Paketmenge noch einmal drastisch – und damit auch der Arbeitsdruck auf die Fahrerinnen und Fahrer. Die Menschen, die tagtäglich unter teils extremen Bedingungen die Versorgung sichern, brauchen endlich faire Arbeitsbedingungen, verlässliche Arbeitszeiten und wirksame Kontrollen.“

ver.di und ihre Partner appellieren daher an die Politik und die Unternehmen:

  • Schärfere Regulierung: Die KEP-Branche muss schärfer reguliert werden, um Beschäftigte zu schützen und zu entlasten.

  • Gesetzliche Klarheit: Wer jeden Tag schwere Pakete schleppt, braucht klare gesetzliche Regeln und faire Arbeitsbedingungen.

Die öffentliche Aktion in Freiburg dient nicht nur der Aufklärung, sondern soll auch Politiker zur Teilnahme bewegen, um die Missstände aus erster Hand zu erleben. Das Fazit ist klar: Die Bequemlichkeit des Black Friday darf nicht auf dem Rücken der Zusteller ausgetragen werden. Es ist Zeit, dass Politik und Unternehmen die Menschen in der KEP-Branche endlich ernst nehmen.

Redaktion
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