Neckarbischofsheim

DRK Neckarbischofsheim rückt künftig mit Anhänger und Zelt aus

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DRK Neckarbischofsheim rückt künftig mit Anhänger und Zelt aus
Bei eisigen Temperaturen wurde der Aufbau eines Einsatz-Zeltes geübt

18 Minuten bis zur heißen Tasse Kaffee

Neckarbischofsheim. Wenn es im Ernstfall brennt oder der Winter bei Großeinsätzen die Glieder einfrieren lässt, zählt jede Sekunde – und ein warmer Ort zum Durchatmen. Das DRK Neckarbischofsheim hat jetzt unter Beweis gestellt, dass sie nicht nur schnell sind, sondern auch bestens gerüstet: Bei einer unangekündigten Übung im Schneetreiben stand das neue Sanitätszelt samt Heizung und Beleuchtung in Rekordzeit.

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Nach 18 Minuten lief alles. Auch der Wasserkocher war schon heiß.


Überraschung im Schneetreiben

Eigentlich hieß es für die ehrenamtlichen Helfer nur: „Einsatzkleidung an und warme Kleidung nicht vergessen.“ Was genau die Freiwilligen an diesem Abend erwartete, wussten sie nicht, bis Gruppenführer Maximilian Klaritsch das Kommando gab. „Wir üben jetzt den Ernstfall!“, lautete die Ansage. Das Szenario war ebenso simpel wie fordernd: Aufbau eines kompletten Sanitätsstützpunktes inklusive Trupp zur Absicherung.

Das Ziel war sportlich gesetzt: Innerhalb von 20 Minuten sollte alles einsatzbereit sein. „Man will ja, dass sich die Abläufe verfestigen“, erklärt Klaritsch den Hintergrund der Übung. Am Ende zeigte die Uhr gerade einmal 18 Minuten – das Zelt stand, der Generator brummte, und das Licht brannte.

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Keiner wusste es: Doch dann ging es schnell Hand in Hand

Vieles passierte in Eigenleistung

Dass die Neckarbischofsheimer Truppe so schlagkräftig ist, liegt auch an ihrem „neuen Stolz“: einem Einsatzanhänger, der Mitte 2025 offiziell in Dienst gestellt wurde. Hier ist alles verstaut, was das Retterherz begehrt – vom Stromaggregat bis zum modernen, aufblasbaren Zelt.

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Das Fahrzeug der Helfer vor Ort mit Anhänger und Zelt im Hintergrund

Doch wer denkt, hier seien die großen Fördergelder geflossen, der irrt. „Zuschüsse gibt es dafür nicht, das kommt alles aus der Vereinskasse“, so Klaritsch. Rund 6.000 Euro hat das Gespann samt Ausrüstung gekostet. Um Kosten zu sparen, wurde selbst Hand angelegt. Etwa zwei Wochen lang haben die Helfer den Anhänger der Firma Zuck in Eigenregie ausgebaut und beklebt.

Das Ergebnis ist ein echter Effizienz-Booster. Im Gegensatz zu den alten, sperrigen Stahlgestellen braucht man für das neue Zelt theoretisch nur zwei Personen. „Ein Zelt ist zwar keine Pflicht, aber es ist im Vergleich zu den alten Alu-Zelten viel leichter und extrem schnell aufgebaut“, sagt der Gruppenführer. Zudem sei man flexibel: Im Sommer lässt man die Wände weg und hat trotzdem Schutz von oben.

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Im Einsatzfall kann das Zelt nun schnell aufgebaut werden.

Rückzugsort für Feuerwehr und Patienten

Der Bedarf für solches Equipment ist groß. In der Umgebung ist die nächste vergleichbare Ausrüstung erst wieder beim DRK in Sinsheim-Reihen zu finden. Dabei ist das Einsatzgebiet der Neckarbischofsheimer beachtlich: Von Neckarbischofsheim, Helmhof über Untergimpern bis hin nach Bargen, Flinsbach und Helmstadt reicht die Zuständigkeit.

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Maximilian Klaritsch vom DRK Neckarbischofsheim versorgt die Einsatzkräfte mit heißen Getränken

Ob als Sanitäts-Anlaufstelle beim Stadtfest, auf dem Sauerkrautmarkt oder zur Versorgung der Feuerwehr bei Großbränden – der Anhänger hat sich bereits bewährt. „Dort können Patienten untergebracht werden oder die Feuerwehrleute bekommen heiße Getränke und Essen“, erklärt Klaritsch das Konzept.

Gute Laune trotz Eiseskälte

Dass die Übung an einer Bushaltestelle bei Dunkelheit und echtem Schneefall stattfand, war kein Zufall, sondern Absicht. Erst als das Aggregat lief, die Kabel verlegt waren und der Pavillon als Wetterschutz stand, kehrte ein bisschen Ruhe ein. Nach dem erfolgreichen Aufbau blieb sogar noch Zeit, bei einem heißen Glühwein gemeinsam zu plaudern, bevor der Abbau folgte. Wenn es hart auf hart kommt, sind die Helfer des DRK längst da, bevor die erste Frostbeule ansetzen kann.

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Der Abend klang gemütlich aus.

Redaktion
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