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Fast 4.000 wollen Blut spenden – und bekommen dafür einen Tag Tripsdrill

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Fast 4.000 wollen Blut spenden – und bekommen dafür einen Tag Tripsdrill

Fünf Tage, rund 3.950 Spendenwillige und etwa 300 Helfer: Die große Blutspendewoche vor dem Erlebnispark Tripsdrill ist zu Ende gegangen. Wer Blut spendete, bekam als Dank einen Tages-Pass für den Freizeitpark. Seit Beginn der Aktion im Jahr 2001 kamen nach Angaben der Veranstalter inzwischen rund 81.000 Spendenwillige zusammen.

Man könnte sagen: Es gibt unangenehmere Orte für eine Blutspende als den Parkplatz eines Freizeitparks.

Von Montag bis Freitag verwandelte sich der Parkplatz vor Tripsdrill in Cleebronn jedenfalls wieder in eine ziemlich große Blutspendezentrale. In einem klimatisierten Großzelt nahmen der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen und zahlreiche ehrenamtliche Helfer fünf Tage lang Spenden entgegen.

Bereits am Freitagmittag zeichnete sich ab, dass in diesem Jahr insgesamt rund 3.950 Menschen zur 26. Ausgabe der Aktion kommen würden.

Als Dank bekam jeder Spender einen Tripsdriller Tages-Pass.

Blut gegen Achterbahn also – allerdings ausdrücklich nicht unmittelbar hintereinander. Schon zum Start der Aktion hatten die Veranstalter darauf hingewiesen, dass der Freizeitpark aus Gründen des Spenderschutzes besser nicht direkt nach der Blutabnahme besucht werden sollte. Der Pass kann deshalb bis zum Ende der Saison 2026 eingelöst werden.

Von drei Tagen zu 81.000 Spendenwilligen

Begonnen hatte die Zusammenarbeit zwischen Tripsdrill und dem DRK im Jahr 2001 noch mit einer dreitägigen Blutspendeaktion.

Inzwischen dauert sie fünf Tage und wird von den Veranstaltern als Deutschlands größte Aktion ihrer Art bezeichnet. Über die vergangenen 26 Jahre kamen demnach rund 81.000 Spendenwillige nach Cleebronn.

Hinter diesen Zahlen steckt allerdings auch einiges an Personal.

Rund 300 Helferinnen und Helfer der DRK-Ortsvereine Brackenheim, Eppingen, Kirchheim und Sachsenheim sowie des TSV Cleebronn und des TSV Güglingen waren in diesem Jahr im Einsatz und sorgten dafür, dass aus einigen tausend Menschen mit Termin keine einige tausend Menschen lange Warteschlange wurde.

Gerade im Sommer seien Blutspenden besonders wichtig, hatte das DRK bereits zum Auftakt erklärt. Während Ferien und Urlaubszeit gehe die Spendebereitschaft regelmäßig zurück, der Bedarf an Blutpräparaten aber nicht.

Eine einzelne Blutspende kann nach Angaben des Blutspendedienstes bis zu drei Menschen helfen.

Erst Fallschirmspringer, dann der 79.000. Spendenwillige

Ganz ohne Inszenierung kommt selbst eine Blutspendeaktion nicht aus.Fallschirmsprung Tripsdrill

Zum Auftakt am Montag landeten der frühere Bundestagsabgeordnete und Reckweltmeister Eberhard Gienger sowie DRK-Botschafter und Fallschirmsprung-Weltmeister Klaus Renz per Fallschirm in der Nähe des Blutspendezelts.

Am Mittwoch gab es dann die nächste Marke zu feiern.

Finja Meyer aus Waiblingen wurde als 79.000. Spendenwillige seit Beginn der Tripsdriller Blutspendeaktionen registriert. Damit es die Zahl nicht ganz alleine aufs Erinnerungsfoto schaffen musste, wurden auch Noah Bauer aus Pleidelsheim als Nummer 78.999 und Mirko Schimoneck aus Schwäbisch Hall als Nummer 79.001 geehrt.

Alle drei bekamen Blumen.

Für die exakt 79.000. gab es zusätzlich einen Gutschein für einen Jahres-Pass.

Manchmal entscheidet eine Person in der Warteschlange also über zwölf Monate Freizeitpark.

25 Blutspenden für einen guten Zweck – plus 25 Eintrittskarten

Eine eigene Tradition hat inzwischen der TSV Botenheim entwickelt. Der Verein rückte diesmal mit 25 Mitgliedern zur Blutspende an.

Die dafür ausgegebenen Tages-Pässe behielten die Vereinsmitglieder allerdings nicht selbst. Sie gingen an die Streetbunnycrew, einen Verein aus der Motorradszene, der Spenden für karitative Einrichtungen sammelt.

Das funktioniert in Tripsdrill also gleich mehrfach: Menschen spenden Blut, bekommen dafür Eintrittskarten und spenden anschließend teilweise auch noch die Eintrittskarten.

Minister per Videobotschaft

Die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr Steffen Bilger übernommen. Der CDU-Politiker aus dem Landkreis Ludwigsburg war erst wenige Tage vor Beginn der Blutspendewoche zum neuen Bundesverkehrsminister ernannt worden.Begruessung Tripsdrill

Persönlich kam Bilger zum Auftakt nicht nach Cleebronn. Stattdessen ließ er sich per Videobotschaft zuschalten und dankte der Familie Fischer, den ehrenamtlichen DRK-Helfern und den Blutspendern.

Gerade während des Sommers komme es auf jede Blutspende an, sagte Bilger.

Am Ende waren es in Tripsdrill innerhalb von fünf Tagen voraussichtlich rund 3.950.

Und für eine Veranstaltung, bei der es im Kern darum geht, Menschen freiwillig eine Nadel in den Arm zu stecken, scheint das mit der Motivation erstaunlich gut zu funktionieren.

Redaktion
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