Notbetreuung außerhalb der Burgbergschule geplant
Der erste Schultag nach den Pfingstferien stand für die Kinder der Burgbergschule in Richen unter keinem guten Stern – oder besser gesagt: Er endete, bevor er überhaupt angefangen hatte. Als Schulleiterin Sabrina Pfeil und ein Mitarbeiter des Gebäudemanagements am Montagmorgen gegen 6:30 Uhr die Türen der Grundschule aufschlossen, schlug ihnen sofort ein beißender Gasgeruch entgegen. Geistesgegenwärtig wurde die Feuerwehr alarmiert – der Beginn eines Großeinsatzes.
Explosionsgefahr und viel Wasser im Keller
Die alarmierten Einsatzkräfte standen schnell vor einer brenzligen Situation. Die Messgeräte zeigten im Inneren eine überproportional hohe Gaskonzentration an – es bestand Explosionsgefahr. „Keiner darf das Gebäude betreten“, stellte Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke vor Ort unmissverständlich klar. 42 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Eppingen rückten mit zehn Fahrzeugen an, um das Gebäude von außen zu belüften und die Stebbacher Straße weiträumig abzusperren.
Doch das war noch nicht alles. Als die Wehrkräfte vorsichtig den Kellerbereich sondierten, stießen sie auf das nächste Dilemma: Der komplette, rund 80 Quadratmeter große Technikraum stand zwei Meter hoch unter Wasser. „Ein erheblicher Wasserschaden“, sagte Feuerwehrkommandant Thomas Blösch. Laut ihm werde die Schule mit Gas beheizt.
Evakuierung auf den Wikingerspielplatz
Die allmählich eintreffenden Schulkinder und die Kleinkinder des direkt angrenzenden Kindergartens mussten am Morgen auf Rückzug. Die Einsatzkräfte fingen die Kinder ab und brachten sie zunächst in der nahegelegenen Burgberghalle unter. Als die Sicherheitsradien erweitert werden mussten, zog die Masse weiter auf das Sportgelände. Dank des guten Wetters funktionierte die Evakuierung auf dem dortigen Wikingerspielplatz reibungslos.
Die Schulleitung und das Kindergarten-Team reagierten schnell: Über WhatsApp-Gruppen wurden die Eltern ständig informiert. Innerhalb kürzester Zeit waren über 90 Prozent der Familien erreicht, um ihren Nachwuchs vom Spielplatz abzuholen. Zum Schluss warteten nur noch neun Kinder auf ihre Eltern. Verletzt wurde während des ganzen Einsatzes niemand.
Am Mittwoch könnte Schule wieder öffnen
Am Nachmittag konnten Techniker das Gebäude betreten und den Schaden begutachten. Die Stadtverwaltung teilte mit, dass die Ursache des Einsatzes im Technikraum der Grundschule verortet werden konnte. Dort wurde ein folgenschwerer Defekt an gleich drei Systemen festgestellt: den Gas-, Strom- und Wasserleitungen.
Reparatur wird Wochen dauern
Neben der Freiwilligen Feuerwehr und der Polizei waren auch am Nachmittag noch diverse Fachfirmen und der Gasnetzbetreiber vor Ort, um die Schäden zu beheben und die Leitungen wiederherzustellen. Aufgrund dieser aufwendigen Reparaturarbeiten steht nun fest, dass am Dienstag kein regulärer Schulbetrieb möglich sein wird. Damit Eltern dennoch entlastet werden, richten Stadtverwaltung und Grundschule für Dienstag eine Notbetreuung in der Burgberghalle ein; der genaue Bedarf wird über die Schulleitung direkt bei den Erziehungsberechtigten abgefragt. Der Betreuungsbetrieb im Kindergarten kann wieder ganz normal stattfinden.
Wenn die Arbeiten nach Plan verlaufen, sollen die Versorgungsleitungen für Strom sowie das Zu- und Abwasser am Mittwoch wieder voll funktionsfähig zur Verfügung stehen. Die Stadtverwaltung geht daher aktuell davon aus, dass ein normaler Schulbetrieb vor Ort ab Mittwoch wieder aufgenommen werden kann. Zwar wird die Gasleitung mit der angeschlossenen Heizung nach Einschätzung der Experten noch einige Wochen betriebsunfähig bleiben. Dies bedeutet jedoch aufgrund der aktuell warmen Temperaturen glücklicherweise keine Einschränkungen für den kommenden Unterricht, teilt die Stadtverwaltung mit.














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