Alte B39, neue L533
An der Autobahnunterführung zwischen Kirchardt und Sinsheim-Steinsfurt gehört das Rotlicht der Baustellenampel seit ein paar Tagen wieder zum gewohnten Bild. Wo die Landesstraße 533 die A6 unterquert, staut sich der Pendlerverkehr in den Stoßzeiten erneut. Die Fahrbahn wird wieder auf einen Fahrstreifen verengt. Erst im vergangenen Dezember war die halbseitige Sperrung aufgehoben worden, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft schien die Baustelle an der ehemaligen Bundesstraße 39 geräumt.
Verzögerungen durch alte Bausubstanz
Nun ist die Ampel zurück – und sie wird voraussichtlich eine Weile bleiben. Nach Angaben der Autobahn-Betreibergesellschaft ViA6West soll die Baustelle diesmal rund sechs Wochen bestehen. Erforderlich sei sie, um noch ausstehende Arbeiten am Bauwerk sowie an den Gehwegen sicher ausführen zu können, teilt ViA6West-Geschäftsführer Simon Dony auf Anfrage mit.
Es geht es um Arbeiten, die im vergangenen Jahr vorbereitet, aber noch nicht abgeschlossen werden konnten. Damals waren der Gehwegbelag entfernt und Betonbereiche abgestemmt worden. Die offenen Flächen wurden zunächst provisorisch gesichert und mit Schotter verfüllt. Dieser Schotter wird nun wieder ausgebaut. Anschließend sollen in den unteren Bereichen des Brückenbauwerks Bewehrungsteile ersetzt und neuer Beton aufgebracht werden.
Die Geschichte der Instandsetzung an diesem Nadelöhr zieht sich mittlerweile über ein Jahr hin. Die Arbeiten begannen im März 2025 und sollten im September abgeschlossen sein. Doch die Brücke, deren Unterbauten noch aus dem Jahr 1967 stammen, erwies sich als sanierungsbedürftiger als zunächst prognostiziert. Zwar wurde die Unterführung bereits 1985 verbreitert, doch die alten Fundamente blieben damals unangetastet.
Schon zum Jahreswechsel hatte Dony auf unerwarteten Mehraufwand hingewiesen. Vier der insgesamt 36 Brückenlager mussten aufwendig erneuert werden. Auch jetzt verweist ViA6West auf die Eigenheiten solcher Sanierungen: Bei Instandsetzungen an Bauwerken werde der tatsächliche Umfang einer Maßnahme oftmals erst während der Ausführung erkennbar. Im konkreten Fall habe sich herausgestellt, dass der Umfang der erforderlichen Instandsetzungsarbeiten größer war als zunächst angenommen. Zusätzliche Arbeitsschritte seien nötig geworden, die ursprünglich nicht eingeplant waren.
Hinzu kamen praktische Gründe für die Verschiebung der jetzt stattfindenden Arbeiten. Die noch ausstehenden Maßnahmen konnten in den Wintermonaten witterungsbedingt und wegen fehlender Verfügbarkeit der erforderlichen Materialien nicht ausgeführt werden.
Restarbeiten unter Ampelregelung
Besonders empfindlich ist die Stelle, weil die L533 in diesem Bereich nicht nur eine wichtige Verbindung zwischen Kirchardt, Reihen und Sinsheim-Steinsfurt ist. Sie dient zugleich als offizielle Bedarfsumleitung U63 für die A6. Sobald es auf der Autobahn stockt oder bei Sperrungen Verkehr abgeleitet wird, verlagert sich die Belastung unweigerlich auf die Unterführung an der Landkreisgrenze. Schon oft war die Strecke im vergangenen Jahr zum Flaschenhals geworden.
In der Vergangenheit hatte die ViA6West versucht, die Ampelphasen zu optimieren, sah die Verantwortung für die Überlastung jedoch auch bei den Autofahrern, die trotz Empfehlungen zu großräumigen Umfahrungen die Route durch das Nadelöhr wählten.













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