Die Gewerkschaft ver.di fordert von der baden-württembergischen Landesregierung ein stärkeres finanzielles Engagement für die Krisenbewältigung in der Kinder- und Jugendhilfe. Wie die stellvertretende Landesbezirksleiterin Hanna Binder mitteilte, drohe das System vor Ort aufgrund einer chronischen Unterfinanzierung zusammenzubrechen. ver.di wirft dem Land vor, die eigene Verantwortung systematisch auszublenden und stattdessen auf Zuständigkeiten des Bundes oder der Kommunen zu verweisen.
Nach Angaben der Gewerkschaft tragen die Kommunen derzeit über 80 Prozent der Kosten, während der tatsächliche Bedarf im kommunalen Finanzausgleich nicht ausreichend berücksichtigt werde. Zudem verschärfe sich der Fachkräftemangel in Jugendämtern und Kitas drastisch. Viele Beschäftigte arbeiteten am Limit, wodurch gesetzliche Aufgaben teils nicht mehr erfüllt werden könnten. ver.di fordert daher ein Ende befristeter Projekte sowie eine deutliche Erhöhung der Ausbildungskapazitäten, um die Arbeitsbedingungen in den sozialen Berufen nachhaltig zu verbessern. Das Sozialministerium hatte zuvor betont, dass primär der Bund in der Pflicht stehe.
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