Farbige Kreidekreuze, keine Bagger
Wer durch Weiler fährt, dem fallen die bunten Markierungen gleich auf: Arbeiter besprühten Ende April den Asphalt an mehreren Stellen mit verschiedenfarbigen Kreidekreuzen. Auf Nachfrage von Anwohnern hieß es damals: Hier werden die Arbeiten für das neue Glasfasernetz vorbereitet. Hinter den Kulissen ist das ambitionierte Infrastrukturprojekt der NetCom BW allerdings ins Stocken geraten, noch bevor der erste Bagger rollt.
Statt Baubeginn stand am vergangenen Montag eine erneute Detailabstimmung mit der Stadt Sinsheim auf dem Programm. Am Mittwoch machte das Telekommunikationsunternehmen aus Ellwangen schließlich offiziell reinen Tisch: Der Baustart verschiebt sich nach hinten. Statt des ursprünglich anvisierten Baustarts im Mai peilen die Planer nun die 31. Kalenderwoche an – das bedeutet Ende Juli.

So könnte es bald in Hilsbach aussehen. Der Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar hatte dort letztes Jahr Glasfaserleitungen für die geförderte Anbindung des Gewerbegebiets verlegt. Gleichzeitig hatte die NetcomBW einen Teil ihrer Leitungen für den eigenwirtschaftlichen Ausbau mit verlegen lassen.
Vertragsfragen mit Subunternehmer sorgen für zweimonatige Verzögerung
Als Grund für die Zwangspause nennt das Unternehmen „vertragliche und organisatorische Fragestellungen“, die im Zuge der finalen Detailplanungen aufgeploppt seien. Der Umfang dieser bürokratischen Brocken sei im Vorfeld nicht absehbar gewesen, man habe nun aber eine „solide und verlässliche Basis“ für die Zukunft geschaffen. Ein Klärungsbedarf mit der Stadtverwaltung habe demnach nicht bestanden. Es sei maßgeblich um vertragliche Punkte mit der ausführenden Baufirma gegangen.

In Reihen hat die Netcom das sogenannte „Mitverlegungspotential“ nicht ausgeschöpft. Hier werden wohl deutlich öfter Straßen aufgerissen werden.
Reihenfolge steht jetzt fest
Immerhin bringt die erzwungene Planungsrunde am runden Tisch eine wichtige Nachricht für die Anwohner mit sich. Erstmals ist nun offiziell klar, in welcher Reihenfolge die Ausbau-Karawane durch die Stadtteile zieht. Der Startschuss fällt demnach im Juli in Weiler. Hier liegt der sogenannte „Backbone“ – das digitale Rückgrat und der künftige zentrale Knotenpunkt, der das neue Netz an die bereits bestehenden Glasfaserleitungen nach Sinsheim anbindet. Sobald in Weiler die über 400 Gebäude versorgt sind, wandert die Baustelle weiter nach Hilsbach und findet schließlich in Reihen ihren Abschluss. Insgesamt sollen in den beiden folgenden Stadtteilen weitere 700 Anschlüsse realisiert werden.
Weiterhin kostenloser Anschluss möglich
Trotz der Verzögerung, soll die Zeit zum Sommer nicht ungenutzt verstreichen. Bereits ab der kommenden Woche rollen die ersten Vorbereitungen an. Dann wird nicht nur die Baustelleninfrastruktur hochgezogen, sondern es starten auch die direkten Abstimmungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern. Gebaut wird nach dem „Fiber-to-the-Building-Prinzip“ (FTTB). Das bedeutet: Das Highspeed-Kabel wird direkt ins Haus gelegt. Sobald einzelne Teilbereiche fertiggestellt sind, sollen diese direkt ans Netz gehen. Wer sich bislang noch keinen Anschluss gesichert hat, kann dies laut NetCom BW weiterhin nachholen. Auf eine Gebühr für die Tiefbauarbeiten werde bis zu einer Länge von 15 Metern verzichtet, so das Unternehmen.














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