Ein langer Aufwärtstrend endet
Über viele Jahre hinweg ging es für das Handwerk in Baden-Württemberg wirtschaftlich nach oben. Seit 2009 sind die Umsätze jedes Jahr gestiegen. Im Jahr 2024 hat sich das erstmals geändert. Nach Angaben des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg sank der Umsatz um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Insgesamt setzten die Handwerksbetriebe rund 119,7 Milliarden Euro um. Im Jahr 2023 waren es noch 121,4 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich um sogenannte nominale Werte. Das bedeutet, Preisveränderungen sind nicht herausgerechnet.
Zahl der Betriebe bleibt fast gleich
Die Zahl der Handwerksunternehmen hat sich kaum verändert. 2024 gab es 77.072 Betriebe. Das sind 0,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Auch bei den Beschäftigten zeigt sich nur eine leichte Veränderung. Rund 588.187 Menschen arbeiteten 2024 im Handwerk. Der Vergleich mit dem Vorjahr ist allerdings schwierig. Der Grund ist eine neue Methode bei der Zählung: Seit 2024 werden alle Beschäftigungsverhältnisse gezählt, auch wenn eine Person mehrere Jobs hat. Früher wurde jede Person nur einmal gezählt. Rechnet man diesen Effekt heraus, ergibt sich ein leichter Rückgang der Beschäftigten um 0,2 Prozent.
Unterschiede zwischen den Gewerben
Nicht alle Bereiche im Handwerk entwickelten sich gleich. In einigen Gewerbegruppen gingen die Umsätze zurück. Das betrifft zum Beispiel das Lebensmittelhandwerk, das Bauhauptgewerbe, das Ausbaugewerbe und Handwerke für den gewerblichen Bedarf. Hier lagen die Rückgänge zwischen 1,2 und 3,4 Prozent.
Andere Bereiche konnten dagegen wachsen. Dazu gehören die Handwerke für den privaten Bedarf, das Kraftfahrzeuggewerbe und das Gesundheitsgewerbe. Hier stiegen die Umsätze zwischen 2,3 und 3,6 Prozent.
Größte und kleinste Bereiche im Handwerk
Das Ausbaugewerbe blieb auch 2024 der größte Bereich im Handwerk. Es erzielte einen Umsatz von 32,1 Milliarden Euro. An zweiter Stelle folgt das Kraftfahrzeuggewerbe mit 26,2 Milliarden Euro.
Am unteren Ende stehen kleinere Bereiche. Das Gesundheitsgewerbe kam auf 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Die Handwerke für den privaten Bedarf lagen bei 3,3 Milliarden Euro.
Die meisten Betriebe sind zulassungspflichtig
Ein Großteil der Handwerksbetriebe gehört zu den sogenannten zulassungspflichtigen Handwerken. Das sind Berufe, für die bestimmte Qualifikationen vorgeschrieben sind, zum Beispiel ein Meistertitel.
Im Jahr 2024 zählten 85 Prozent aller Betriebe zu diesen zulassungspflichtigen Gewerken. Sie beschäftigten 87,5 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Handwerk und erwirtschafteten 93,9 Prozent des gesamten Umsatzes.













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