Die ersten echten Sommertage des Jahres stehen vor der Tür. Während sich die Menschen im Südwesten auf Freibad und Grillabende freuen, warnt der ADAC eindringlich vor einer oft unterschätzten Gefahr: der Hitzeentwicklung in geparkten Fahrzeugen. Eine aktuelle Versuchsreihe des Mobilitätsclubs beweist, dass ein Auto in der Sonne innerhalb kürzester Zeit zu einer lebensgefährlichen Falle wird – selbst dann, wenn die Sommerhitze draußen noch moderat wirkt.
Das Treibhaus-Prinzip: Fast 60 Grad nach nur 90 Minuten
Für das Experiment stellten die Experten ein Fahrzeug in die pralle Sonne. Die Außentemperatur lag konstant bei unter 30 Grad – ein ganz normaler Frühsommertag. Die Messgeräte im Innenraum dokumentierten jedoch einen erschreckenden Temperatursturz nach oben:
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Nach 30 Minuten: Das Thermometer im Wageninneren kletterte auf über 50 Grad.
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Nach 90 Minuten: Es wurde ein lebensbedrohlicher Höchstwert von 59,1 Grad gemessen.
Dieses Phänomen basiert auf dem klassischen Treibhaus-Effekt. Die kurzwelligen Sonnenstrahlen dringen ungehindert durch die Glasscheiben ein. Im Innenraum werden sie von den dunklen Oberflächen wie dem Armaturenbrett oder den Sitzen absorbiert und als langwellige Wärmestrahlung wieder abgegeben. Da diese die Scheiben nicht mehr verlassen kann, staut sich die Hitze massiv an.
Gleichzeitig heizen sich Oberflächen wie das Lenkrad, Gurtschlösser oder lederne Kindersitze auf bis zu 80 Grad auf. Bei Berührung drohen schmerzhafte Verbrennungen auf der Haut.
Der Fenster-Mythos: Ein Spalt Luft bringt keine Rettung
Der ADAC appelliert eindringlich an alle Autofahrer: Lassen Sie niemals Kinder, pflegebedürftige Personen oder Haustiere im Auto zurück – auch nicht für den vermeintlich schnellen Sprung in den Supermarkt oder zur Post.
Die Experten räumen in diesem Zuge mit einem weit verbreiteten Irrtum auf: Leicht geöffnete Fenster senken die Temperatur im Innenraum kaum. Die Luftzirkulation durch einen kleinen Spalt ist viel zu gering, um gegen die massive Strahlungsenergie der Sonne anzukämpfen. Für Kleinkinder, deren Thermoregulationssystem noch nicht voll entwickelt ist, sowie für Hunde und andere Tiere besteht bereits nach wenigen Minuten absolute Lebensgefahr.
Tipp der Redaktion: Nehmen Sie im Sommer auch temperaturempfindliche Gegenstände wie Smartphones, Powerbanks oder Gasfeuerzeuge aus dem Auto. Diese können bei über 50 Grad Schaden nehmen oder im schlimmsten Fall explodieren.
Der Zubehör-Test: Was schützt das Auto effektiv vor Hitze?
Im Rahmen der Versuchsreihe wurde auch geprüft, mit welchen Hilfsmitteln sich das Aufheizen im Vorfeld eindämmen lässt. Die Ergebnisse im Überblick:
| Hilfsmittel | Temperaturdifferenz im Innenraum | Bewertung |
| Halbgarage (Abdeckplane) | -10 Grad | Testsieger – Schützt die gesamte Verglasung effektiv. |
| Silberne Schutzfolie (Windschutzscheibe) | -8 Grad | Sehr gut – Reflektiert die Strahlung an der größten Glasfläche. |
| Weißes Tuch auf dem Armaturenbrett | -3 Grad | Mangelhaft – Schützt nur punktuell, kaum Gesamteffekt. |













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