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Hitzewelle-Alarm: Diese Region in Deutschland kocht am meisten

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Hitzewelle-Alarm: Diese Region in Deutschland kocht am meisten
Symbolfoto ©jubu

HIER muss jetzt drastisch gehandelt werden

Der Sommer mag vorbei sein, aber die alarmierenden Daten bleiben: Die Rhein-Neckar-Region ist schon heute eine der heißesten Gegenden in ganz Deutschland! Die dramatische Veränderung der klimatischen Bedingungen ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine knallharte statistische Realität. Die Zahl der Tage, an denen das Thermometer auf 30 Grad Celsius oder mehr klettert, hat sich in den letzten Jahrzehnten fast verdoppelt.

Nehmen Sie nur das Beispiel Edingen-Neckarhausen: Im vergangenen Jahr gab es dort 25 solcher Hitze-Tage. Das ist eine immense Belastung für die Bürger und die Infrastruktur.

Doch statt nur zuzusehen, geht eine Kommune jetzt einen revolutionären Schritt, der zum Vorbild für ganz Baden-Württemberg werden könnte: Edingen-Neckarhausen wurde als Pilotkommune in das wegweisende Forschungsprojekt „PROLOK“ aufgenommen!


Das Geheimprojekt „PROLOK“: So wappnet sich die Gemeinde gegen die Hitze-Zukunft

Das Projekt „PROLOK“ steht für „Prozessschema für lokalspezifische Hitzeanpassung in kleinen Kommunen“ und ist ein vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördertes Bündnis. Hinter dem Forschungsvorhaben stehen Top-Experten der Universität Freiburg, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Beratungsbüros Klima Plus.

Ihr Ziel ist es, kleine und mittlere Kommunen nicht allein im Kampf gegen die zunehmende Hitzebelastung zu lassen. Edingen-Neckarhausen ist nun eine von nur drei ausgewählten Pilotgemeinden im Land, neben Neuried und Korntal-Münchingen.

Bürgermeister Florian König begrüßt die wissenschaftliche Unterstützung:

„Als Kommune stehen wir vor ganz praktischen Aufgaben: Wir müssen uns darauf einstellen, dass heiße Sommer häufiger werden. Das Projekt PROLOK bietet uns die Möglichkeit, gemeinsam mit Experten zu prüfen, welche Maßnahmen für Edingen-Neckarhausen sinnvoll und realistisch sind. So können wir mit Augenzmaß und auf Basis von Fakten handeln.“


Schutz für ALLE: Bauarbeiter, Senioren und Kindergärten

Die Hitze trifft nicht jeden gleich. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder und Personen, die körperlich im Freien arbeiten, sind extrem gefährdet. Theresa Horbach, Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde, unterstreicht die Dringlichkeit:

„Die Hitze trifft schon jetzt weite Teile der Bevölkerung, von der Seniorin über den Bauarbeiter bis zum Kindergartenkind. Diese Menschen wollen wir schützen – und als Pilotkommune im Projekt kommen wir diesem Ziel einen Schritt näher.“

Der Fokus in den kommenden Monaten liegt darauf, gemeinsam mit den Wissenschaftlern und lokalen Akteuren konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Dabei geht es um ganz praktische Lösungen, die die Lebensqualität langfristig sichern sollen:

  • Mehr Grünflächen und Schattenplätze in der Innenstadt.

  • Informationsangebote für besonders gefährdete Gruppen.

Ein Vorreiter in Sachen Hitze-Prävention

Die Gemeinde zeigt bereits jetzt Eigeninitiative: Seit diesem Jahr stellt Edingen-Neckarhausen den Hitzeknigge zur Verfügung, der im Rathaus ausliegt und neben Tipps zum richtigen Verhalten bei Hitze auch Hinweise auf kühle Orte in der Gemeinde enthält.


Vernetzung zahlt sich aus: Das Signal für den gesamten Rhein-Neckar-Kreis

Die Auswahl Edingen-Neckarhausens ist auch ein Erfolg der regionalen Zusammenarbeit. Die Bewerbung wurde über das Netzwerk der kommunalen Klimaschutzbeauftragten im Rhein-Neckar-Kreis geteilt.

René Schärling von der Geschäftsstelle Klimaschutz des Rhein-Neckar-Kreises sieht einen großen Mehrwert für die ganze Region:

„Die Zusage zeigt, dass sich diese starke Netzwerkarbeit und Zusammenarbeit im Kreis auszahlt. Der Erkenntnisgewinn aus dem Projekt kann allen Kommunen im Kreis von Nutzen sein, damit wir gemeinsam auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet sind.“

Das Forschungsprojekt „PROLOK“ läuft noch bis Ende 2026. Die Augen des gesamten Landkreises sind nun auf Edingen-Neckarhausen gerichtet, denn die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten der Schlüssel sein, um die gesamte Rhein-Neckar-Region hitzeresilient zu machen.


Wann beginnen die Maßnahmen? In den nächsten Wochen startet der Austausch zwischen dem Expertenteam und der Gemeinde. Die konkrete Entwicklung der Maßnahmen ist für das kommende Jahr geplant.

Redaktion
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