Die schockierende Zahl
Die Zahlen sind erschreckend, aber sie dürfen nicht länger ignoriert werden: Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weltweit die meistverbreitete Menschenrechtsverletzung. Doch dieses Verbrechen geschieht nicht nur in fernen Ländern, es passiert direkt vor unserer Haustür. Die Vereinten Nationen melden, dass jede dritte Frau global mindestens einmal in ihrem Leben physische oder sexuelle Gewalt erfährt.
In Deutschland ist die Situation nicht weniger dramat: Statistisch gesehen ist jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen! Unabhängig von Alter, Herkunft, Bildung oder sozialem Status – Gewalt macht vor niemandem Halt.
Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen am 25. November wird auf dieses unsichtbare Leid aufmerksam gemacht. Es ist ein Tag des Gedenkens an die mutigen Schwestern Mirabal, die 1960 in der Dominikanischen Republik für ihren Widerstand misshandelt und ermordet wurden, und ein Tag der Mahnung: „Gewaltfrei zu leben ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht.“
Schweigen ist keine Option: Die Mauern der Angst einreißen
Viele Betroffene sprechen aus Angst, Scham oder aus Unsicherheit, ob ihnen überhaupt geglaubt wird, nicht über die erlebte Gewalt. Die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises, Susanne Vierling, betont die gesellschaftliche Verantwortung:
„Daher ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft nicht wegsehen, sondern gemeinsam gegen Gewalt an Frauen und Mädchen eintreten, denn gewaltfrei zu leben ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht.“
Gewalt wird in den allermeisten Fällen von Männern ausgeübt – in Partnerschaften, am Arbeitsplatz oder in bewaffneten Konflikten. Am 25. November hisst das Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis die Flaggen des bundesweiten Hilfetelefons vor dem Haupthaus, um ein sichtbares Zeichen gegen das Schweigen zu setzen und auf die umfassenden Hilfsangebote im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg hinzuweisen.
SOFORT-Hilfe: Die Nummern und Anlaufstellen
Niemand muss das Leid allein ertragen. Es gibt ein dichtes Netzwerk von Hilfs- und Beratungsangeboten, das vertrauliche, anonyme und kompetente Unterstützung bietet.
1. Die erste Anlaufstelle: Das Hilfetelefon
Das bundesweite Hilfetelefon ist die erste und wichtigste Anlaufstelle. Es ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichbar:
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Telefonnummer: 116 016
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Service: Qualifizierte Beraterinnen bieten Unterstützung in 18 Sprachen und vermitteln bei Bedarf an lokale Anlaufstellen.
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Online: Weitere Informationen finden Sie unter: www.hilfetelefon.de
2. Spezifische lokale Beratungsstellen im Rhein-Neckar-Kreis/Heidelberg
Für Betroffene im Rhein-Neckar-Kreis und in Heidelberg stehen folgende spezialisierte Stellen zur Verfügung, die bei häuslicher und sexualisierter Gewalt helfen:
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Lida – Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt: Diakonisches Werk, Heidelberg (Tel. 07261/97580297)
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Frauenberatungsstellen Weinheim, Hockenheim: Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Mannheim e.V. (Tel. 0621/3218177)
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Frauenfachberatungsstellen Wiesloch, Sinsheim, Eberbach (Lida): Diakonisches Werk im Rhein-Neckar-Kreis (Tel. 07261/97580299)
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Gewaltambulanz: Universitätsklinikum Heidelberg – Für die gerichtsfeste Dokumentation von Verletzungen (Tel. 0152/54648393)
3. Freie Plätze in Frauenhäusern
Für Frauen, die dringend Schutz benötigen, können freie Plätze in Frauenhäusern und Schutzwohnungen (bereitgestellt über das DRK Kreisverband Mannheim e.V.) über die zentrale Plattform gefunden werden:
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Plattform: www.frauenhaus-suche.de
Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wird das Frauen- und Kinderschutzhaus DRK-Familienzentrum Rose mit angeschlossenem Schutzwohnen in Ilvesheim eröffnen und damit dringend benötigte Plätze schaffen.
Ein Blick auf die andere Seite: Hilfe auch für betroffene Männer
Obwohl Gewalt gegen Frauen statistisch die größte Herausforderung darstellt, wird auch Männern Unterstützung zuteil, die Gewalt erfahren – sei es in der Kindheit, auf der Straße, in Institutionen oder in Partnerschaften.
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Hilfetelefon Gewalt an Männern: 0800 123 9900 (Mo. – Do. 8-20 Uhr, Fr. 8-15 Uhr) oder online unter www.maennerhilfetelefon.de.
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Lokale Unterstützung: Im Raum Heidelberg steht die Männerinterventionsstelle und der Männernotruf – fairmann® gUG zur Verfügung (Parkstraße 15, 69126 Heidelberg, Tel. 06221 600101).














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