Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, doch die Gefahren im digitalen Raum wachsen stetig. Der heute veröffentlichte Cybersicherheitsmonitor 2026, eine gemeinsame Studie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizei (ProPK), zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Viele Bürgerinnen und Bürger handeln erst, wenn es bereits zu spät ist.
Erschreckende Bilanz: Betrug beim Onlineshopping führt die Liste an
Die repräsentative Befragung zeigt, dass die Bedrohung durch Cyberkriminalität kein Randphänomen mehr ist. Allein im vergangenen Jahr war jeder zehnte Befragte (11 %) von einer Straftat im Internet betroffen. Die Täter haben es dabei vor allem auf den Geldbeutel der Nutzer abgesehen. Der häufigste Tatbestand ist nach wie vor der Betrug beim Onlineshopping, dicht gefolgt von Unregelmäßigkeiten beim Onlinebanking, unbefugten Zugriffen auf Benutzerkonten und klassischen Phishing-Attacken.
Die Auswirkungen sind für die Opfer massiv: 88 Prozent der Betroffenen berichten von Folgeschäden, wobei ein Drittel (33 %) direkte finanzielle Verluste verkraften muss.
Präventions-Lücke: 40 Prozent reagieren erst im Ernstfall
Trotz der hohen Fallzahlen mangelt es in der Bevölkerung an proaktiver Vorsorge. Der Monitor offenbart eine gefährliche „Reaktions-Mentalität“:
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Nur 14 Prozent der Menschen informieren sich regelmäßig aktiv über IT-Sicherheit.
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Knapp 40 Prozent beschäftigen sich erst dann mit dem Thema, wenn bereits ein Problem oder ein Schaden aufgetreten ist.
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Wissen über Schutzmaßnahmen ist lückenhaft: Lediglich starke Passwörter (55 %) und Antivirenprogramme (54 %) sind einer knappen Mehrheit bekannt. Fortgeschrittene Methoden wie die Zwei-Faktor-Authentisierung (2FA) führen in der breiten Masse noch immer ein Schattendasein.
Forderungen von BSI und Polizei: Sicherheit muss Standard werden
BSI-Präsidentin Claudia Plattner sieht die Verantwortung nicht allein beim Endverbraucher: „Hersteller und Anbieter digitaler Geräte müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.“ Dennoch sei es das Ziel, Cybersicherheit im Alltag einfacher und verständlicher zu gestalten – etwa durch bessere Anleitungen und die Integration des Themas in den Schulunterricht.
Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz betont, dass Cyberkriminalität längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. „Das Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und entschlossenem Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden trägt entscheidend dazu bei, den digitalen Raum sicherer zu machen“, so Hinz.
Checklisten für den Ernstfall: Schnelle Hilfe bei Betrug
Als Reaktion auf die Studienergebnisse bauen das BSI und die Polizei ihr Unterstützungsangebot aus. Auf ihren Plattformen finden Verbraucher ab sofort neue, niedrigschwellige „Checklisten für den Ernstfall“. Diese bieten klare Handlungsanweisungen für zwei besonders häufige Szenarien:
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Identitätsdiebstahl: Was ist zu tun, wenn Konten gehackt wurden?
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Onlineshopping-Betrug: Wie fordere ich mein Geld zurück und wo erstatte ich Anzeige?
Methodik des Cybersicherheitsmonitors
Die Studie basiert auf einer bundesweiten Befragung von 3.060 Personen ab 16 Jahren, die im Januar 2026 durchgeführt wurde. Die Ergebnisse wurden gewichtet, um ein repräsentatives Bild der deutschen Wohnbevölkerung hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildung zu zeichnen.













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