Pünktlich zum Start der Fahrradsaison sorgt eine neue Untersuchung für Aufsehen unter Eltern: Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest 18 aktuelle Kinderfahrradhelme unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist eine echte Sensation für Schnäppchenjäger, wirft aber auch ein kritisches Licht auf die Hersteller. Während die Sicherheit bei einem Sturz bei fast allen Modellen gegeben ist, scheitert die gesamte Branche an den verschärften Qualitätskriterien.
Verschärfte Testkriterien: Warum kein Helm die Note „gut“ erhielt
Wer die Ergebnisse mit dem letzten großen Test aus dem Jahr 2022 vergleicht, wird stutzen: Kein einziger der 18 Prüflinge erreichte im Gesamturteil die Note „gut“. Das liegt vor allem an den weiterentwickelten Bewertungsmaßstäben. Die Experten legten 2026 ein besonderes Augenmerk auf:
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Mikroschlupf: Lockern sich die Riemen während der Fahrt von selbst?
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Verschlusssysteme: Können sich Schnallen unbeabsichtigt lösen?
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Tragekomfort: Wie schwer ist der Helm und wie gut lässt er sich anpassen?
Da die Industrie ihre Produkte laut ADAC nicht ausreichend an diese gestiegenen Anforderungen angepasst hat, blieb die Bestnote diesmal verwehrt.
Der Preis-Leistungs-Hammer: Lidl-Helm schlägt teure Konkurrenz
Die größte Überraschung des Tests steht ganz oben auf dem Siegertreppchen: Der Helm der Marke Crivit (Lidl). Mit einem Preis von nur knapp 15 Euro ist er das günstigste Produkt im gesamten Testfeld und sicherte sich mit der Gesamtnote 2,6 den Testsieg.
Warum der Crivit-Helm überzeugt:
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Bester Unfallschutz: Gemeinsam mit nur einem weiteren Modell bietet er den höchsten Schutz vor Kopfverletzungen.
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Hervorragende Sichtbarkeit: Dank großzügiger Reflexionsstreifen und einem integrierten Rücklicht (Batterie einfach wechselbar) ist das Kind im Dunkeln bestens sichtbar.
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Der Haken: Punktabzüge gab es lediglich beim Tragekomfort, der nur als „ausreichend“ bewertet wurde.
Warnung vor zwei Modellen: Schwächen bei Abus und Melon
Zwei bekannte Marken fielen im Test deutlich ab und erhielten keine Empfehlung. Der Abus YouDrop und der Melon Urban-Active erreichten beim wichtigen Kriterium Unfallschutz nur ein „ausreichend“.
Besonders kritisch bewerteten die Tester die Schutzwirkung im Schläfenbereich. Zudem patzte der Abus-Helm bei der Sichtbarkeit im Dunkeln. Das rund 80 Euro teure Modell von Melon wies zudem einen deutlichen „Mikroschlupf“ auf: Das Gurtband lockert sich während der Fahrt so stark, dass Eltern es ständig manuell nachstellen müssten – ein Sicherheitsrisiko, wenn der Helm im Ernstfall verrutscht.
Gewicht und Sichtbarkeit: Hier müssen Hersteller nachbessern
Der Test offenbarte enorme Unterschiede beim Gewicht. Der schwerste Helm (Bell Span) bringt mit 397 Gramm fast doppelt so viel auf die Waage wie der Leichtbau-König von Prophete (204 Gramm). Ein hohes Gewicht mindert nicht nur den Tragekomfort für Kinder, sondern bietet laut Laborwerten keinen zusätzlichen Schutz.
Der ADAC fordert die Hersteller auf, einfache Optimierungen endlich konsequent umzusetzen:
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Reflexionsmaterial an den Gurtbändern.
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Gesicherte Gurtenden gegen Durchrutschen.
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Leichter wechselbare Batterien für Rückleuchten.
ADAC-Tipps für den Helmkauf: Darauf sollten Eltern achten
Ein Helm schützt nur, wenn er richtig sitzt. Der ADAC rät Eltern daher zu folgenden Schritten:
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Anprobieren ist Pflicht: Jede Kopfform ist anders. Nehmen Sie Ihr Kind mit zum Kauf und lassen Sie es verschiedene Modelle testen.
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Sichtbarkeit prüfen: Achten Sie auf helle Farben, viele Reflektoren und ein aktives Rücklicht.
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Nach dem Sturz entsorgen: Ein Helm ist ein Einwegprodukt. Auch wenn äußerlich keine Risse sichtbar sind, kann die innere Struktur (EPS-Kern) nach einem Aufprall beschädigt sein. Die Schutzwirkung ist dann bei einem zweiten Sturz nicht mehr garantiert.












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