Obwohl sie nur eine Minderheit der Bevölkerung betrifft, ist die Zöliakie in der Bevölkerung deutlich präsent. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als 840.000 Menschen von der Krankheit betroffen und benötigen im Alltag glutenfreie Lebensmittel.
Die Anpassung der Ernährung zu Hause ist meist der einfachste Teil. Dafür reicht es, die Einkäufe im Supermarkt entsprechend anzupassen. In Gemeinschaftsumgebungen gestaltet sich die Anpassung jedoch deutlich komplexer.
Sogar im Kontext katholischer Kirchen kann die traditionelle Hostie für diese Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Glücklicherweise gibt es heute Alternativen, wie glutenfreie Hostien, die speziell für Zöliakie-Betroffene entwickelt wurden.
Was sind glutenfreie Hostien?
Zunächst ist zu verstehen, dass die Hostie ursprünglich aus Weizen hergestellt wird. Sie soll das Brot repräsentieren, das Christus als seinen Leib darstellte. Daher ähnelt ihre Herstellung der von Brot.
Wie bei glutenfreiem Brot können auch Hostien ohne Gluten hergestellt werden. Der Unterschied liegt in den Hauptzutaten: Während gewöhnliche Hostien Weizen enthalten, werden bei glutenfreien Hostien Stärkearten mit niedrigem Glutengehalt verwendet.
Die Herstellung dieser Hostien erfolgt mit größter Sorgfalt, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden. So wird die Sicherheit der gläubigen Zöliakie-Betroffenen gewährleistet. Außerdem sind diese Hostien offiziell von der katholischen Kirche anerkannt, die das Wohl aller Gläubigen achtet.
Warum sind sie notwendig?
Zöliakie-Betroffene reagieren auf glutenhaltige Lebensmittel mit verschiedenen Symptomen, die oft sehr unangenehm sind. Zudem kann Gluten, je nach Menge, ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Prävention und inklusive Fürsorge sind für diese Personengruppe essenziell. Aus diesem Grund hat sich die katholische Kirche angepasst und glutenfreie Hostien eingeführt. Diese richten sich besonders an zöliakiekranke Gläubige und Kinder im Alter der Erstkommunion, die empfindlicher reagieren können.
Was sagt die Kirche zur glutenfreien Kommunion?
Das offizielle Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre (2017) stellt klar, dass Hostien mit geringem Glutengehalt erlaubt sind. Dennoch gibt es bei vollständig glutenfreien Hostien weiterhin einige Debatten.
Unabhängig von der verwendeten Hostie ist die tatsächliche Teilnahme des Gläubigen an der Eucharistie entscheidend. Der Fokus liegt darauf, dass die Person – ob Zöliakie-Betroffene oder nicht – bei der Kommunion gegenwärtig ist und den Leib Christi isst und sein Blut trinkt.
Die Rolle des Bischofs und der Pfarrei
Für eine wirkungsvolle Inklusion liegt es in der Verantwortung von Bischof und Pfarrei, die Liturgie anzupassen. Zöliakiekranke Gläubige müssen angemessen eingebunden werden. Dies geschieht durch die Bereitstellung glutenfreier Hostien in speziellen Behältern.
Natürlich sollte die Pfarrei frühzeitig über die Erkrankung informiert werden, damit zöliakiekranke Gläubige an allen religiösen Feiern sicher und ohne gesundheitliche Risiken teilnehmen können.
Kommunion und Inklusion: Eine Kirche, die auf Ernährungsbedürfnisse achtet
Barrierefreiheit hat einen echten Wert. Nach den Lehren Christi ist die Einbeziehung des Nächsten von grundlegender Bedeutung. Empathie darf in der Liturgie und in der Kirche allgemein nicht fehlen.
Daher gilt es, Ernährungsbarrieren zu reduzieren, ohne den Ritus zu beeinträchtigen. In Deutschland gibt es bereits viele inklusive Pfarreien, die moderne Wege finden, um alle Gläubigen willkommen zu heißen.
Die Realität der zöliakiekranken Katholiken in Deutschland
Mit etwa 800.000 Betroffenen kann Deutschland diese Gruppe nicht ignorieren. Deshalb beraten Organisationen wie die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) Schulen und religiöse Einrichtungen. Besonders bei Senioren und Kindern sind besondere Vorsichtsmaßnahmen wichtig.
Wie bereitet man die Pfarrei auf zöliakiekranke Gläubige vor?
Obwohl glutenfreie Hostien auf dem Markt verfügbar sind, muss die Pfarrei vorbereitet sein, diese Personen sicher und würdevoll zu empfangen. Das umfasst praktische Vorkehrungen und eine pastorale Umdenkungsbereitschaft.
Einfache Maßnahmen genügen oft, wie die Trennung von Kelchen und Ampullen für glutenfreie Hostien, um Kreuzkontamination zu vermeiden. Auch die Verwendung von Zangen oder Handschuhen beim Umgang ist wichtig.
Die Kommunionshelfer sollten entsprechend geschult werden, um zöliakiekranke Gläubige korrekt zu bedienen. Zudem sollte die Pfarrei ihre Gemeindemitglieder über das Angebot glutenfreier Hostien und mögliche Anpassungen informieren.
Wo findet man geeignete und sichere Hostien?
Es gibt verschiedene vertrauenswürdige Anbieter glutenfreier Hostien in ganz Deutschland. Einer der bekanntesten ist Holyart, der Produkte anbietet, die den liturgischen und hygienischen Anforderungen entsprechen. Es gibt Optionen für Pfarreifeiern sowie für den privaten Gebrauch.
Beim Kauf sollte man auf eine Glutenfrei-Zertifizierung und eine kirchliche Zulassung achten. Einzelverpackungen und sichere Transportbedingungen sind ebenfalls wichtige Kriterien, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden – ein Risiko für Zöliakie-Betroffene.
Für alle, die eine geeignete Lösung für die glutenfreie Kommunion suchen, finden Sie hier passende Optionen für Kommunionbrote ohne Gluten, so haben Sie mehr Lebensmittelsicherheit und Komfort während der religiösen Praktiken.





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