Kreis Heilbronn ist bei Wiedereinführung des Altkennzeichens aus dem Schneider
Nach monatelangem „Hadern“ im Unterland ist die Katze nun aus dem Sack: Der Landkreis Heilbronn erteilt dem „SNH“-Schild eine krachende Absage – und gibt dem Nachbarn in Sinsheim ungefragt noch einen „guten Rat“ mit auf den Weg.
Eigentlich hätte es so schön sein können. Selbst der Heilbronner Landrat Norbert Heuser gab in einem Bericht der Heilbronner Stimme scherzhaft zu Protokoll, dass er das Kürzel SNH für sich und seine Frau Susanne („Susanne und Norbert Heuser“) durchaus charmant gefunden hätte. Doch der Spaß hört offensichtlich dort auf, wo die Verwaltungsarbeit anfängt.
Im Rhein-Neckar-Kreis wartet man seit Monaten händeringend auf ein Signal aus Heilbronn, um den „Nummernkuchen“ aufzuteilen. Wie Andreas Zwingmann aus dem Büro des Heilbronner Landrats auf Anfrage mitteilt, hat der Kreistag bereits am 4. Mai kurzen Prozess gemacht: SNH wird im Landkreis Heilbronn nicht wiedereingeführt. Das Verfahren sei „final abgeschlossen“.
Vorstoß sorgt für Stirnrunzeln
Die Begründung aus dem Nachbarkreis klingt hart: Es bestehe „keine faktische Notwendigkeit“. Man wolle die Ressourcen der Verwaltung lieber für „zielführendere Aufgaben“ verwenden. Besonders kurios ist jedoch die Art der Kommunikation. Heilbronn sagt nicht nur für sich selbst „Nein“, sondern sprach laut dem Bericht der Heilbronner Stimme dem Rhein-Neckar-Kreis sogar die „Empfehlung“ aus, das Kennzeichen SNH insgesamt nicht weiter zu verfolgen. Ein Vorstoß, der für Stirnrunzeln sorgt. Schließlich ging es bei der Anfrage lediglich darum, ob Heilbronn am Bewirtschaftungskonzept teilnimmt oder nicht.
Heidelberg weiß noch nichts davon
Immerhin: Noch diese Woche soll die offizielle Absage in Heidelberg eintreffen. Damit endet eine fast zweimonatige Funkstille, die den gesamten Prozess blockierte. „Die Rückmeldung steht immer noch aus“, schrieb Silke Hartmann vom Rhein-Neckar-Kreis auf Anfrage.
Trotz der Heilbronner Blockadehaltung ist das Aus für SNH im Unterland paradoxerweise eine gute Nachricht für die Sinsheimer. Da Heilbronn offiziell auf seine Kontingente verzichtet, muss nichts mehr aufgeteilt werden. Der „Nummernkuchen“ wird nun nur noch zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Landkreis Karlsruhe portioniert. Dort reservierte man 30.000 Kombinationen auf Halde, ohne sie in absehbarer Zukunft auszugeben. Ob und wie die Heilbronner Absage technisch in das Konzept eingearbeitet werden muss, bleibt Sache der Verwaltungen.
Problem ist nicht neu
Ganz neu ist die komplizierte Lage nicht. Schon letztes Jahr war klar: Das „SNH“-Kennzeichen ist kein einfacher Fall. Anders als etwa beim Bruchsaler „BR“, das ausschließlich den Landkreis Karlsruhe betrifft, ist „SNH“ eine grenzüberschreitende Angelegenheit. Der frühere Landkreis Sinsheim wurde bei der Kreisreform aufgeteilt. Gemeinden aus dem alten Kreisgebiet liegen heute im Rhein-Neckar-Kreis, im Landkreis Karlsruhe und im Landkreis Heilbronn.
Das Comeback des „SNH“-Kennzeichens war zuletzt zu einer Geduldsprobe geworden. Nach erfolgreichem Kreistagsbeschluss im Dezember wurde auf ein Weihnachtsgeschenk gehofft, dann auf ein Ostergeschenk. Beides wurde nichts. Stattdessen verhedderte sich das Vorhaben in Zuständigkeiten, Kontingenten und Rückmeldungen zwischen Heidelberg, Karlsruhe und Heilbronn.
Nostalgiker hoffen auf schnelle Nummer
Für Jens-Jochen Roth, den unermüdlichen Kämpfer für das Sinsheimer Altkennzeichen, ist das Ende der Heilbronner Blockade ein Signal zum Aufbruch. Auch wenn er verärgert darüber ist, dass die Absage über eine Woche lang im Heilbronner Postausgang feststeckte, bleibt er optimistisch „Jetzt kann der Staat zeigen, dass der Bürokratieabbau angekommen ist und die Wege sich verkürzen“, fordert Roth.
Er hofft nun auf ein schnelles Bewirtschaftungskonzept zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Landkreis Karlsruhe. Erst dann wandert der Antrag zum Stuttgarter Verkehrsministerium und schließlich nach Berlin.













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