Neckarbischofsheim

L549 bei Neckarbischofsheim: 2026 wird wieder ein Baustellen-Jahr

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L549 bei Neckarbischofsheim: 2026 wird wieder ein Baustellen-Jahr
Die Brücke an der B292-Kreuzung muss saniert werden

Brücke über dem Schwarzbach muss saniert werden

Nach drei Jahren voller Sperrungen und Bauarbeiten auf der Landstraße 549 zwischen Bernau und Neckarbischofsheim steht nun fest: Auch 2026 wird kein Jahr der freien Fahrt. 2023 und 2024 wurde der Radweg saniert, 2025 dann der Fahrbahnbelag. Und jetzt ist eine elf Meter lange Brücke dran.

Von der Seite sieht man die Schäden deutlich: Wo eigentlich eine schützende Betonhülle sein sollte, klaffen heute tiefe Wunden. Tiefbraun verrosteter Bewehrungsstahl liegt frei und weiße Kalkspuren ziehen sich über die Unterseite. Es ist das Ergebnis von vier Jahrzehnten, in denen aggressives Streusalz von oben und die ständige Feuchtigkeit des Schwarzbachs von unten die Konstruktion buchstäblich von innen heraus zerfressen haben. Ein Unfallschaden, bei dem das Brückengeländer eingedrückt wurde und nun provisorisch von einer Warnbake bewacht wird, markiert den aktuellen Tiefpunkt des Bauwerks.

Wann beginnt die Sperrung?

Dass die Instandsetzung überfällig ist, bestätigte das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe vor wenigen Tagen offiziell. Rund 800.000 Euro soll die Rosskur für „Bauwerk Nummer 514“ aus dem Jahr 1986 kosten. Es ist ein Teil eines gewaltigen Investitionspakets von über 48 Millionen Euro für Straßen und Brücken im Norden des Regierungsbezirks. „Altersbedingte Schäden an der Untersicht“, nennt Irene Feilhauer vom RP den Grund für den Einsatz der Baumaschinen, die voraussichtlich im Sommer anrollen werden.

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Der Zustand der Brücke ist nicht gut

Geplant ist eine umfassende Betoninstandsetzung und die Erneuerung des Geländers. Routine, wäre da nicht die verkehrliche Bedeutung der L 549. Die Strecke ist eine wichtige Ader für den Verkehr von Bad Rappenau bis Waibstadt, für Ausweichverkehr der Autobahn, für eben viele aus und in Richtung B 292.

Ampel soll Verkehr regeln

Immerhin gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer: Nach aktuellem Stand der Vorplanung sollen die Arbeiten weitgehend „unter Verkehr“ stattfinden. Das bedeutet: Eine Baustellenampel wird den Fluss der Fahrzeuge regeln. Fachleute sollen derweil von unten und oben an der Brücke operieren. Ganz ohne Sperrung wird es aber wohl nicht gehen: „Gegebenenfalls werden kurze Vollsperrungen am Wochenende erforderlich“, heißt es aus Karlsruhe.

Karin Mihatsch, Leiterin des Baureferats Nord im RP, wirbt bereits jetzt um Verständnis: „Baustellen erfordern Geduld.“ In Neckarbischofsheim ist diese Geduld allerdings nach drei Jahren Dauer-Sanierung im Umfeld der L 549 bereits auf eine harte Probe gestellt worden.

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Drunter fließt der Schwarzbach, oben rollt noch der Verkehr.

Bürgermeister kritisiert ständige Arbeiten

Neckarbischofsheims Bürgermeister Thomas Seidelmann blickt mit gemischten Gefühlen auf das Vorhaben. Er sieht die klare Notwendigkeit der Instandsetzung – auch vor dem Hintergrund dramatischer Vorfälle wie dem Brückeneinsturz in Dresden –, übt jedoch deutliche Kritik am Timing der Maßnahmen. Es stelle sich die Frage, warum solche Arbeiten nicht gebündelt werden; eine vorausschauende Planung hätte die Brückensanierung idealerweise mit früheren Arbeiten verknüpft, so der Rathauschef. Angesichts drohender Sperrungen fordert Seidelmann nun eine zügige Umsetzung sowie eine frühzeitige Einbindung der Stadtverwaltung in die Planungen des Landes.

Fester Plan fehlt noch

Noch befindet sich die Maßnahme in der Vorplanung. Die Details werden zwischen Behörden, Polizei und Verkehrsbetrieben abgestimmt. Die Infrastruktur, so das Ziel des Regierungspräsidiums, soll den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte standhalten. Wann genau und wie lange die Sanierung dauern wird? Das zeigt sich erst, wenn die Aufträge final vergeben sind. Bis dahin rollt der Verkehr oben weiter über die elf Meter Beton. Und drunter bröckelt´s weiter.

Redaktion
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