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Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Zahlen und Fakten

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Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg: Zahlen und Fakten
Amtliche Wahlbenachrichtung Sinsheim Symbolfoto ©jubu

Wahltag am 8. März 2026

Am 8. März 2026 wählen die Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg einen neuen Landtag. Es ist die erste von fünf Landtagswahlen in Deutschland im Jahr 2026. Zum 18. Mal wird damit das Landesparlament neu gewählt. Die erste Wahl fand 1952 statt, damals noch zur Verfassunggebenden Landesversammlung.

Die Wahllokale sind am Wahltag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.

Erstmals zwei Stimmen und Wahlrecht ab 16

Zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg können die Wahlberechtigten zwei Stimmen abgeben. Mit der Erststimme wird eine Kandidatin oder ein Kandidat im Wahlkreis gewählt. Mit der Zweitstimme entscheiden sich die Wählerinnen und Wähler für die Landesliste einer Partei.

Neu ist außerdem das Mindestalter: Wahlberechtigt ist nun, wer mindestens 16 Jahre alt ist. Bisher lag die Altersgrenze bei 18 Jahren.

Insgesamt werden rund 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt sein – so viele wie noch nie bei einer Landtagswahl im Land. Darunter sind voraussichtlich etwa 650.000 Erstwählerinnen und Erstwähler.

Parteien, Kandidierende und Wahlkreise

Bei der Landtagswahl 2026 treten 21 Parteien mit Landeslisten an. Insgesamt bewerben sich 1.184 Personen um einen Sitz im Landtag. Davon kandidieren 531 ausschließlich in einem Wahlkreis, 177 nur über eine Landesliste und 476 sowohl im Wahlkreis als auch über eine Landesliste.

Unter den Bewerbenden sind 390 Frauen, das entspricht 32,9 Prozent. Zusätzlich treten vier Personen mit dem Geschlechtseintrag „divers“ an.

Das Land ist in 70 Wahlkreise eingeteilt. In jedem Wahlkreis wird ein Direktmandat vergeben. Gewählt ist, wer dort die meisten Erststimmen erhält.

Sitze im Landtag und Fünf-Prozent-Hürde

Der Landtag umfasst mindestens 120 Abgeordnete. Davon werden regulär 50 Mandate über die Landeslisten vergeben. Die Sitzverteilung erfolgt nach dem Höchstzahlverfahren Sainte-Laguë/Schepers. Eine Partei muss mindestens fünf Prozent der gültigen Stimmen im Land erreichen, um bei der Sitzverteilung berücksichtigt zu werden.

Nach der Wahl 1996 hatte der Landtag mit 155 Abgeordneten die bislang höchste Mitgliederzahl. Aktuell sind es 154 Abgeordnete.

Wahlorganisation und Wahlbezirke

Im ganzen Land wird in rund 11.570 Wahlbezirken abgestimmt. Darunter sind knapp 7.900 Urnenwahlbezirke und fast 3.700 Briefwahlbezirke. Damit die Stimmen in einem Wahlbezirk direkt ausgezählt werden dürfen, müssen dort mindestens 30 gültige Stimmen abgegeben werden.

Für die repräsentative Wahlstatistik wurden 271 Wahlbezirke ausgewählt. Das sind etwa 2,3 Prozent aller Wahlbezirke. Diese Stichprobe ermöglicht eine Auswertung des Wahlverhaltens nach Alter und Geschlecht.

Wahlbeteiligung im Rückblick

Die höchste Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg wurde 1972 erreicht. Damals lag sie bei 80,0 Prozent. Den niedrigsten Wert gab es 2006 mit 53,4 Prozent.

Bei der Landtagswahl 2021 wurden insgesamt 4.859.651 gültige Stimmen abgegeben.

Aufgaben des Statistischen Landesamtes

Das Statistisches Landesamt Baden-Württemberg unterstützt die Landeswahlleitung bei der technischen Ermittlung der Wahlergebnisse. Es veröffentlicht die amtlichen vorläufigen und endgültigen Ergebnisse und führt die repräsentative Wahlstatistik durch. Außerdem übernimmt es bei Bundestags- und Europawahlen den elektronischen Datentransfer an die Bundeswahlleitung.

Redaktion
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