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Lebenserwartung in Baden-Württemberg steigt weiter

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Lebenserwartung in Baden-Württemberg steigt weiter
Symbolfoto

Neugeborene Mädchen haben eine Lebenserwartung von 84,4 Jahren

Die Menschen in Baden-Württemberg können im Durchschnitt mit einem längeren Leben rechnen als noch vor einem Jahr. Ein neugeborener Junge hat nach den aktuellen Berechnungen eine durchschnittliche Lebenserwartung von 80,3 Jahren. Bei einem neugeborenen Mädchen sind es 84,4 Jahre. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Lebenserwartung damit sowohl bei Frauen als auch bei Männern gegenüber dem Vorjahr um etwa 0,3 Jahre gestiegen. Grundlage sind die Sterbetafelberechnungen für die Jahre 2023 bis 2025.

Die höhere Lebenserwartung von Frauen ist nach Angaben der Statistiker zum Teil genetisch bedingt, hängt aber auch mit unterschiedlichen Verhaltensweisen zusammen. Frauen ernähren sich im Durchschnitt gesünder, setzen sich im Alltag weniger Gefahren aus, nehmen häufiger Vorsorgeuntersuchungen wahr und verüben deutlich seltener Suizid.

Höchste Lebenserwartung im Landkreis Tübingen

Zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen gibt es Unterschiede. Die höchste Lebenserwartung in Baden-Württemberg weist derzeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern der Landkreis Tübingen auf. Bei den Frauen folgen der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, der Stadtkreis Heidelberg und der Bodenseekreis. Die niedrigste Lebenserwartung für Frauen wird im Stadtkreis Heilbronn festgestellt.

Bei den Männern folgt auf den Landkreis Tübingen der Bodenseekreis mit der zweithöchsten Lebenserwartung. An dritter Stelle steht der Landkreis Böblingen. Die geringste Lebenserwartung für Männer gibt es derzeit im Stadtkreis Pforzheim.

Lebenserwartung seit den 1970er-Jahren deutlich gestiegen

Im langfristigen Vergleich ist die Lebenserwartung erheblich gestiegen. Neugeborene Mädchen können heute im Durchschnitt mit einer knapp zehn Jahre längeren Lebenszeit rechnen als Anfang der 1970er-Jahre. Bei Jungen beträgt der Unterschied sogar etwa zwölf Jahre.

Ein wichtiger Grund dafür ist die stark gesunkene Säuglingssterblichkeit. Anfang der 1970er-Jahre starben noch etwa 20 von jeweils 1.000 lebend geborenen Kindern innerhalb ihres ersten Lebensjahres. Heute sind es nur noch 2,8 von 1.000 Neugeborenen.

Auch ältere Menschen leben heute länger

Die Entwicklung betrifft nicht nur Kinder und jüngere Menschen. Auch im höheren Alter ist die durchschnittliche verbleibende Lebenszeit deutlich gestiegen. Als Gründe nennt das Statistische Landesamt unter anderem Verbesserungen bei der gesundheitlichen Vorsorge und der medizinischen Versorgung.

Ein heute 75-jähriger Mann kann unter den aktuellen Sterblichkeitsverhältnissen mit durchschnittlich fast zwölf weiteren Lebensjahren rechnen. Anfang der 1970er-Jahre waren es lediglich rund sieben Jahre. Bei 75-jährigen Frauen liegt die weitere Lebenserwartung heute bei knapp 14 Jahren. In den Jahren 1970 bis 1972 waren es nur etwa acht Jahre.

Was die durchschnittliche Lebenserwartung bedeutet

Die Zahlen bedeuten nicht, dass ein heute geborenes Mädchen tatsächlich genau 84,4 Jahre und ein Junge genau 80,3 Jahre alt werden wird. Für die Berechnung werden die Sterblichkeitsverhältnisse der Jahre 2023 bis 2025 betrachtet. Die sogenannte Periodensterbetafel zeigt, wie lange Menschen durchschnittlich leben würden, wenn die in diesem Zeitraum beobachteten Sterblichkeitsverhältnisse dauerhaft gelten würden.

Die Ergebnisse sind deshalb eine Momentaufnahme. Das gilt besonders für die Unterschiede zwischen den einzelnen Stadt- und Landkreisen. Zwar ist das regionale Muster nach Angaben des Statistischen Landesamtes über längere Zeit vergleichsweise stabil. Gerade in Kreisen mit geringeren Einwohnerzahlen können aber auch zufällige Schwankungen die Ergebnisse beeinflussen. Um solche Schwankungen zu verringern, werden bereits die Daten aus drei Jahren zusammen betrachtet.

Wohnort beeinflusst die regionale Zuordnung

Bei den regionalen Zahlen wird außerdem der Wohnort der Menschen berücksichtigt. Stirbt beispielsweise eine Person in einem bestimmten Landkreis und hatte dort zuletzt ihren Wohnsitz, fließt sie in die Berechnung für diesen Kreis ein. Dabei spielt keine Rolle, ob die Person erst kurz zuvor dorthin gezogen ist und den größten Teil ihres Lebens in einer anderen Region verbracht hat. Die Unterschiede zwischen den Kreisen sollten deshalb nicht überbewertet werden.

Für die regional unterschiedliche Lebenserwartung gibt es zudem viele mögliche Ursachen. Eine Rolle dürften nach Angaben des Statistischen Landesamtes unter anderem Bildung und Einkommen spielen. Tendenziell ist die Sterblichkeit dort niedriger, wo das Bildungsniveau und die Einkommensverhältnisse höher sind.

Redaktion
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