Die Adventszeit erreicht ihren Höhepunkt: Überall in Deutschland beginnt der Verkauf des zentralen Weihnachtssymbols, des Weihnachtsbaums. Doch der Weg vom Verkaufsstand bis ins Wohnzimmer wird jedes Jahr zur heimlichen Gefahr auf unseren Straßen. Wird der Baum nicht korrekt gesichert, mutiert er bei einer Vollbremsung oder einem Unfall zu einem gefährlichen Geschoss, das Insassen schwer verletzen oder das Auto massiv beschädigen kann.
Der ADAC erinnert eindringlich an die lebenswichtigen Regeln zur Ladungssicherung. Denn nur die richtige Befestigung bringt Sicherheit und schont den Geldbeutel – denn falsche Sicherung kostet 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg!
Die Kardinalfrage: Kofferraum oder Dach?
Bevor Sie den Baum kaufen, sollten Sie entscheiden, wo er transportiert werden soll. Davon hängt ab, welches Sicherungsmaterial Sie benötigen:
1. Transport im Kofferraum (Ideal)
Der Transport im Inneren des Autos ist oft sicherer, wenn Sie die folgenden Regeln beachten:
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Richtung ist entscheidend: Der Baum muss mit dem Stamm voraus über die umgeklappten Sitze in den Kofferraum geladen werden.
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Schutz der Sitze: Lassen Sie den Stamm nicht direkt an der Rückenlehne anstehen – ein stabiles Holzbrett dient hier als Abstützung, damit der Sitz keinen Schaden nimmt.
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Spanngurte sind Pflicht: Die Rückenlehne allein kann die Kräfte bei einem Unfall kaum aufnehmen. Der Baum muss zusätzlich mit mindestens einem Spanngurt gesichert werden. Nutzen Sie dafür die stabilen Verzurrösen im Kofferraum.
2. Transport auf dem Autodach (Nur mit Träger)
Ein Transport auf dem Dach ist nur dann zulässig, wenn ein passender Dachträger vorhanden ist.
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Richtung und Fixierung: Auch hier muss der Baum mit dem Stamm voraus aufgeladen werden. Anschließend muss er mit mehreren Spanngurten festgezurrt werden. Mindestens ein Gurt sollte dabei den robusten Stamm umschlingen.
Das Expander-Verbot: Der fatalste Fehler beim Sichern
Die ADAC-Experten warnen eindringlich vor einem beliebten, aber lebensgefährlichen Fehler, der oft aus Bequemlichkeit begangen wird:
Gummiexpander (Gummiseile) sind nicht für die Ladungssicherung eines Weihnachtsbaums geeignet!
ADAC Tests haben gezeigt, dass diese Gummiseile bei der Belastung durch einen Baum in der Regel einfach abreißen und der Baum dann unkontrolliert durch die Gegend fliegen kann. Verlassen Sie sich stattdessen immer auf stabile Spanngurte aus reißfestem Textilgewebe.
Die Kennzeichnungspflicht: Wann die rote Fahne wehen muss
Selbst bei korrekter Sicherung droht ein Bußgeld, wenn die Länge des Baumes falsch eingeschätzt wird. Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor:
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Überlänge kennzeichnen: Ragt der Baum mehr als einen Meter über das Heck des Autos hinaus, muss die Ladung zwingend mit einer roten Fahne gekennzeichnet werden.
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Nachts leuchten: Bei Dunkelheit muss anstelle der Fahne eine rote Lampe verwendet werden.
Wer diese Regeln missachtet, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch die Bußgelder und Punkte, die auf fehlende oder falsche Ladungssicherung stehen – unabhängig davon, ob ein Unfall passiert ist oder nicht. Sichern Sie Ihren Baum richtig und kommen Sie sicher und unbestraft durch die Feiertage!














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