Auch in Sinsheim denkt man beim Stichwort Schulmöbel noch an das hölzerne Ensemble aus Pult und Stuhl, an dem schon die Urgroßeltern gebüffelt haben. Doch ein kurzer Blick in die Theodor-Heuss-Schule genügt um festzustellen, dass die Realität für die Schülerinnen und Schüler heute anders aussieht. Vorherrschend sind flexible, mobile Möbel, die offene Lernlandschaften für Teamarbeit, digitale Medien und individuelle Förderung ermöglichen. Die Ergonomie spielt dabei ebenfalls eine zentrale Rolle – denn nur wer bequem sitzt, kann bestmöglich lernen und arbeiten.
Wie sinnvoll sind die modernen Lernwelten?
Nicht wenige Stimmen sehen in den neuen Lern- und Schulkonzepten nichts anderes als so überflüssigen wie teuren Schnickschnack. Eine Aussage wie „Damals haben wir auch noch keinen Luxus gebraucht!“ lässt sich allerdings auf verschiedene Arten entkräften. So ist längst nachgewiesen, dass ergonomische Schulmöbel einen positiven Effekt auf Lern- beziehungsweise Arbeitserfolge haben. Außerdem kann man die Ursache vieler Haltungsschäden und anderer körperlicher Probleme der Erwachsenen von heute in direkter Linie zur unbequemen Schulbank zurückführen. Daher sind die neu entstehenden Lernwelten wie an den Sinsheimer Schulen auch eine Investition in die langfristige körperliche Gesundheit der heutigen Kinder und Teenager. Erwachsene mit dem Standpunkt „Uns hat die Holzklasse auch nicht geschadet“ könnten also durchaus ins Grübeln kommen.
Ein zweiter, mindestens ebenso wichtiger Punkt, sind die veränderten Anforderungen in Schule und Berufsleben. Teamwork hat einen weit höheren Stellenwert als früher – und von Digitalisierung war zu Opas Zeiten noch überhaupt nicht die Rede. Doch wer bereits in der Schule mit modularen Möbeln und einer flexiblen Raumaufteilung zu tun hat, muss sich für den späteren Arbeitsalltag oft gar nicht mehr umstellen: Auch in der Privatwirtschaft sind Flexibilität und Modularität längst zu üblichen Standards geworden.
Frontalunterricht ist nur noch eine von verschiedenen Optionen
Nicht nur in der Bundeszentrale für politische Bildung sieht man den Raum längst als „dritten Pädagogen“. Anders formuliert: Gleichermaßen ansprechende wie multifunktional umgestaltbare Lernwelten schaffen messbare Lernerfolge. Die folgenden Konzepte haben auch in den Sinsheimer Schulen einen hohen Stellenwert.
- Das „Klassenraum Plus“-Konzept floss bereits in die Pläne für die Erweiterung der Carl-Orff-Schule mit ein. Grundprinzip sind flexible Arbeitsbereiche, die sich unmittelbar an den klassischen Klassenraum angliedern. Ganz selbstverständlich kann man hier auch digitale Whiteboards und Tablets integrieren.
- Cluster-Konzepte sind in der Theodor-Heuss-Schule der schulische Alltag. Flexible Möbel, offene Lernlandschaften und individuell zusammensetzbare Bereiche für Teamarbeit sorgen für Effizienz und Spaß beim Lernen – wie auch der Abgeordnete Albrecht Schütte beim Schulbesuch erfahren durfte.
- Und auch an der Wilhelm-Hauff-Realschule hat man die Holzstühle und -Tische aus der fernen Vergangenheit längst zugunsten von multifunktionalen Lerninseln und Rückzugsbereichen im Sinne von Lernlandschaften für differenziertes Lernen abgeschafft.
Damit befinden sich die beispielhaft aufgeführten Sinsheimer Schulen landes- wie bundesweit in guter Gesellschaft. Denn Ergonomie und Modularität gehen bei vielen Sanierungs- und Modernisierungsprojekten an Schulen Hand in Hand mit der digitalen Ausstattung. Zusammen mit der angestrebten Energieeffizienz des Gebäudes sind damit alle Hebel auf zukunftsfähig umgestellt.
Fazit?
Natürlich ist es niemals falsch, im Hinblick auf die Schule und das Lernen auch auf die Erfahrungen aus der Vergangenheit zu blicken. Gerade die bestätigen jedoch den Sinn und Zweck moderner Lernwelten – in denen es sich gut, produktiv und gesund lernen lässt.









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