Unternehmen melden häufiger Insolvenz an
Im Jahr 2025 wurden an den Amtsgerichten in Baden-Württemberg insgesamt 2.706 Unternehmensinsolvenzen beantragt. Das geht aus der Insolvenzstatistik hervor, die vom Statistisches Landesamt Baden-Württemberg ausgewertet wurde.
Im Vergleich zum Jahr zuvor ist die Zahl der Insolvenzen gestiegen. Insgesamt gab es 261 Verfahren mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 10,7 Prozent.
Besonders häufig waren Insolvenzen im Baugewerbe. Dort wurden 459 Insolvenzverfahren beantragt. Damit entfielen wie schon in den vergangenen Jahren die meisten Insolvenzen auf diese Branche. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im Baugewerbe 20 Verfahren mehr, ein Plus von 4,6 Prozent.
Viele Insolvenzen auch im Handel
An zweiter Stelle der betroffenen Branchen steht der Handel. Dort wurden im Jahr 2025 insgesamt 384 Insolvenzverfahren beantragt. Das waren 28 Verfahren mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg lag damit bei 7,9 Prozent.
Innerhalb des Handels waren vor allem Einzelhandelsunternehmen betroffen. Hier wurden 171 Insolvenzverfahren gezählt. Danach folgt der Großhandel mit 147 Verfahren.
Der Handel mit Kraftfahrzeugen war zwar seltener betroffen, dennoch stieg dort die Zahl der Insolvenzen besonders stark. Im Jahr 2025 gab es in diesem Bereich 66 Insolvenzverfahren. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 29,4 Prozent beziehungsweise 15 zusätzlichen Verfahren.
Auch viele Privatpersonen melden Insolvenz an
Neben Unternehmen stellten auch viele Privatpersonen einen Antrag auf Insolvenz. Insgesamt beantragten 12.222 Menschen im Jahr 2025 ein Insolvenzverfahren.
Das sind 1.336 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg beträgt damit 12,3 Prozent.
Der größte Teil dieser Verfahren betrifft Verbraucherinnen und Verbraucher. Dazu gehören beispielsweise Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Arbeitslose, Auszubildende oder Rentnerinnen und Rentner. Insgesamt entfielen 7.760 Insolvenzverfahren, also 63,5 Prozent der Privatinsolvenzen, auf diese Gruppe.
Darüber hinaus gab es 3.621 Verfahren von ehemals selbstständig tätigen Personen. Dabei handelt es sich um Menschen, deren Unternehmen bereits abgemeldet wurden und die nicht mehr aktiv selbstständig sind.
Weitere Verfahren betrafen ehemals voll haftende Gesellschafter von Personengesellschaften sowie besondere Fälle wie Nachlassinsolvenzen oder Gesamtgutverfahren.
Fast 15.000 Insolvenzverfahren insgesamt
Wenn man Unternehmens- und Privatinsolvenzen zusammen betrachtet, ergibt sich für das Jahr 2025 eine Gesamtzahl von 14.928 Insolvenzverfahren in Baden-Württemberg.
Das sind 1.597 Verfahren mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt entspricht das einem Anstieg von etwa 12 Prozent.
Die Forderungen der Gläubiger belaufen sich nach ersten Schätzungen auf fast fünf Milliarden Euro. Außerdem waren insgesamt 22.433 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Unternehmensinsolvenzen betroffen.














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