Neuer Höchststand an Hochschulen
Immer mehr Frauen entscheiden sich in Baden-Württemberg für ein Studium in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik. Im Wintersemester 2024/25 waren knapp 44.900 Frauen in einem MINT-Fach eingeschrieben. Das ist der höchste Wert, der bisher gemessen wurde. Trotzdem studieren weiterhin deutlich mehr Männer als Frauen in diesen Fächern. Der Frauenanteil lag bei 33 Prozent. Zum Vergleich: Über alle Studienfächer hinweg waren Frauen und Männer nahezu gleich stark vertreten, hier lag der Frauenanteil bei 50 Prozent. Vor zehn Jahren war der Anteil von Frauen in MINT-Studiengängen noch geringer.
Große Unterschiede zwischen den Fächern
Je nach Studienfach ist der Frauenanteil sehr unterschiedlich. Besonders viele Frauen studieren Pharmazie und Biologie. In diesen Bereichen stellen sie jeweils mehr als zwei Drittel der Studierenden. Deutlich niedriger ist der Frauenanteil in technischen Studiengängen wie Elektrotechnik und Informationstechnik oder Verkehrstechnik und Nautik. Dort entscheiden sich nur wenige Frauen für ein Studium. Insgesamt zeigt sich, dass naturwissenschaftliche Fächer stärker von Frauen gewählt werden als klassische Ingenieurfächer.
Frauen in Forschung und Lehre
Auch in der Lehre und Forschung sind Frauen im MINT-Bereich vertreten, aber weiterhin in der Minderheit. Im Jahr 2024 arbeiteten rund 3.310 Professorinnen und Professoren an den Hochschulen des Landes in MINT-Fächern. Knapp 600 von ihnen waren Frauen. Bei neuen Berufungen zeigte sich ein etwas höherer Frauenanteil. Von den erstmals berufenen Professorinnen und Professoren in MINT-Fächern waren gut ein Drittel Frauen. Besonders hoch war der Anteil in Mathematik und Naturwissenschaften, niedriger in den Ingenieurwissenschaften.
Berufsausbildung im MINT-Bereich
Nicht nur ein Studium, auch eine Ausbildung kann zu einem MINT-Beruf führen. Im Jahr 2024 befanden sich in Baden-Württemberg rund 71.900 Personen in einer MINT-Berufsausbildung. Darunter waren etwa 7.900 Frauen. Der Frauenanteil lag damit bei rund 11 Prozent und hat sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Auch hier zeigt sich, dass technische Ausbildungsberufe weiterhin überwiegend von Männern gewählt werden.
Frauen im Berufsleben
Insgesamt arbeiteten 2024 fast 1,6 Millionen Menschen in Baden-Württemberg in einem MINT-Beruf. Der Frauenanteil unter den Erwerbstätigen lag bei 18 Prozent. Damit sind Frauen in MINT-Berufen deutlich seltener vertreten als Männer, obwohl ihr Anteil im Studium langsam wächst.
Bedeutung von Frauen in MINT
Um die Rolle von Frauen und Mädchen in Wissenschaft und Technik stärker sichtbar zu machen, gibt es seit 2016 den Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Gerade in den MINT-Fächern ist der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften groß. Die steigenden Studierendenzahlen zeigen, dass sich immer mehr Frauen für diesen Weg entscheiden, auch wenn es in vielen Bereichen weiterhin große Unterschiede gibt.
















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