Schon wieder Ärger auf der neuen B 45
Mängelbeseitigung auf der B 45, Klappe die zweite. Keine vier Wochen ist es her, dass leidgeprüfte Pendler aufgeatmet haben, weil die Bundesstraße zwischen Hoffenheim und Zuzenhausen nach zweimonatiger Vollsperrung endlich wieder freigegeben wurde. Doch die Freude über den neuen Asphalt währte kurz. Schon tun sich auf der Strecke neue Abgründe auf – oder besser gesagt: Es tun sich Erhebungen auf. Wer aktuell aus Hoffenheim in Richtung Zuzenhausen herausbeschleunigt, wird kurz vor der Einfahrt zum Stadion-Parkplatz unsanft ausgebremst. Ein neuer „Hoffenheimer Hubbel“ sorgt an der Schnittkante zwischen altem und neuem Belag dafür, dass Fahrzeuge bei höherem Tempo sportlich ausfedern. Die Quittung steht bereits am Straßenrand: Statt der erlaubten 70 km/h gilt hier ab sofort Tempo 50, garniert mit einem unmissverständlichen Gefahrenzeichen „Bodenwelle“.
Neue Baumängel kommen ans Licht
Das Kuriose an der Geschichte: Der Pfusch war keine böse Überraschung, die erst später ans Licht kam. Wie das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, wurde die Bodenwelle bereits bei der offiziellen Zustandsfeststellung vor der Verkehrsfreigabe im Juni entdeckt. Weil man die Strecke am 10. Juni aber nicht noch länger blockieren wollte, gab das Amt die Straße trotz des Mangels frei – eben mit den entsprechenden Bremsschildern als Notnagel. Technisch verursacht wurde die Schanze durch einen Einbaufehler der Baufirma. Es ist derselbe Betrieb, der schon beim eigentlichen Asphalteinbau Ende Mai geschlampt hatte, als nach einem Regenschauer das Wasser auf der Fahrbahn stand, weil das Quergefälle nicht beachtet worden war. Damals musste der frische Asphalt auf zwei Abschnitten wieder abgefräst und neu eingebaut werden. Das verzögerte die Freigabe um eine Woche.
Hoffenheimer Hubbel muss beseitigt werden
Nun muss das Unternehmen schon wieder nachbessern. Und der Hubbel ist offenbar nicht das einzige Problem: Laut RP wurden im Rahmen der Abnahme noch weitere Mängel und Restarbeiten dokumentiert, die sich allerdings ausschließlich auf den Fahrbahnrand beschränken. Die eigentliche Fahrbahnfläche sei ansonsten sauber. Dennoch hat das Ganze für die Autofahrer einen Haken, denn der Fehler muss korrigiert werden. Ein konkreter Zeitplan für die Reparatur existiert zwar noch nicht, das RP erwartet nun aber „zeitnah“ einen Vorschlag zur Mängelbeseitigung von der Baufirma. Fest steht schon jetzt: Um die Fehler zu beheben, wird es unweigerlich zu neuen Verkehrsbehinderungen kommen. Wie genau diese aussehen, muss die Baufirma erst noch in einem eigenen Verkehrskonzept erarbeiten. Teilsperrungen sind aber so gut wie sicher.
Bei ortskundigen Pendlern sorgt der erneute Asphalt-Pfusch für ein Déjà-vu. Viele erinnern sich noch mit Grauen an die Jahre 2014 und 2015, als die B 45 zwischen Sinsheim und Hoffenheim saniert wurde. Damals war die Strecke nach dem ersten Versuch zu einer welligen „Waschbrett-Piste“ geworden. Beim anschließenden Not-Fräsen wurde der Belag zwar ebener, aber so glatt gerubbelt, dass Autofahrer wegen „Schleudergefahr“ ein halbes Jahr lang mit Tempo 50 über die Straße schleichen mussten, weil es für den finalen Belag im Winter zu kalt war.













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