Seelsorger, DRK und DLRG begleiten Fest nach Todesfall im Schwimmbad
Hinter dem Turnverein Neckarbischofsheim liegt eine der schwersten Wochen der Vereinsgeschichte. Doch am Sonntagabend stand für Vorsitzende Martina Wanke fest: „Es war die absolut richtige Entscheidung, das Schwimmbadfest stattfinden zu lassen.“ Nach dem Badeunfall in der Vorwoche strömte die Bevölkerung am Sonntag zahlreich ins Freibad – nicht nur um zu feiern, sondern auch um ein starkes Signal des Zusammenhalts und gemeinsamen Gedenkens zu setzen.
Schon am frühen Vormittag war das neue Festzelt der Stadt bis auf den letzten Platz besetzt. Das Zelt feierte übrigens Premiere auf dem Schwimmbad-Gelände: Erstmals musste sich der TV kein Zelt mehr beim TSV leihen, sondern durfte das neue, über eine LEADER-Förderung angeschaffte Veranstaltungszelt der Stadt nutzen, das der Bauhof unter der Woche aufgebaut hatte. Und der Strombedarf für den Festbetrieb auf der Wiese war enorm: Um den reibungslosen Betrieb aller Küchengeräte zu garantieren, wurden separate Stromleitungen von der benachbarten Firmenhalle eines Betriebs verlegt.
Den emotionalen Höhepunkt bildete der ökumenische Gottesdienst um 10:30 Uhr, an dem die katholische, evangelische und neuapostolische Kirchengemeinde gemeinsam mitwirkten. Der Chor „Next Generation“ begleitete den Gottesdienst mit einem eigens im Vorfeld sensibel angepassten Liederprogramm. Selbst ein paar kurz durchziehende Regenschauer taten dem Andrang keinen Abbruch. Bei angenehm milden 25 Grad herrschte den ganzen Tag über Hochbetrieb – beste Bedingungen auch für die rund 40 ehrenamtlichen Helfer, die an Kasse, Küche, Zapfstation und Kuchenbar arbeiten mussten.
Dass dieses Fest in seiner veränderten Form eine heilende Wirkung hatte, bestätigte auch PSNV-Seelsorger Jörg Küllmar. Er war nach dem Unfall selbst vor Ort und stand seitdem im engen Austausch mit dem Turnverein. Am Sonntag betreute er den Stand der psychosozialen Notfallversorgung. Dort lagen unter anderem spezielle Bilderbücher aus, um mit Kindern altersgerecht über das Erlebte zu sprechen. „Im Kontext, wie dieser Tag gestaltet wurde, war es die richtige Entscheidung. Der Gottesdienst war sehr angemessen“, so Küllmer, der sich schon im Vorfeld für das Stattfinden des Festes ausgesprochen hatte.
Direkt nebenan bauten das DRK und die DLRG ihre Stationen auf. Die Lebensretter der DLRG klärten über Baderegeln und das Verhalten bei Wassernotfällen auf. Beim DRK herrschte reger Betrieb an der Reanimationspuppe.
Hier konnten Groß und Klein die Herzdruckmassage üben. Für die jüngsten Besucher gab es zudem eine Teddyklinik, in der Kuscheltiere mit Pflastern und Verbänden verarztet wurden. Laut Pascal Kieser waren die „Helfer vor Ort“ extra mit zwei Einsatzfahrzeugen angerückt, um trotz der Präsenz beim Fest im Ernstfall mit der zweiten Besatzung ausrücken zu können. Bis zum Schluss blieb es im Einzugsgebiet aber ruhig. Das Volleyballturnier, das am Morgen gestartet war, pausierte traditionell für den Gottesdienst und wurde am Nachmittag sportlich fair zu Ende gebracht.
Mit diesem gigantischen Zuspruch aus der Bevölkerung hatte Martina Wanke im Vorfeld nicht gerechnet: Bereits kurz nach der Mittagszeit hieß es an der Grillstation „Ausverkauft!“ – alle Schnitzel waren restlos verputzt. Auch die schiere Menge an Kuchenspenden aus der Bevölkerung überwältigte das Organisatoren-Team. Ein besonderer Dank der Vorsitzenden ging neben den rund 40 Helfern an die Familien Dries für die Blumenspenden, Schäfer für gespendete Salate und die Familie Lapesch für die kostenlose Stromversorgung.















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