Viele Partnerschaften mit ähnlichem Bildungsniveau
Von den rund 2,6 Millionen Paaren in Baden-Württemberg hatten im Jahr 2024 knapp 59 Prozent das gleiche Bildungsniveau. Das geht aus dem Mikrozensus hervor, den das Statistisches Landesamt Baden-Württemberg ausgewertet hat. Etwa 41 Prozent der Paare unterschieden sich beim Bildungsstand.
Bei rund neun Prozent der Paare verfügten beide Partner über ein formal niedriges Bildungsniveau. Etwas mehr als 28 Prozent hatten bei beiden einen mittleren Abschluss. Gut 21 Prozent der Paare bestanden aus zwei höher gebildeten Personen. Damit zeigt sich: In vielen Beziehungen sind sich die Partner beim Bildungsstand ähnlich.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Wenn sich die Bildungsniveaus unterscheiden, gibt es erkennbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. In knapp 30 Prozent der Paare war der Mann höher gebildet als die Frau. In fast jedem achten Paar, also bei rund 12 Prozent, hatte dagegen die Frau einen höheren Abschluss als ihr Partner.
Das bedeutet: Bei Paaren mit unterschiedlicher Bildung kommt es häufiger vor, dass der Mann den höheren Abschluss hat. Allerdings verändert sich dieses Bild, wenn man die Altersgruppen getrennt betrachtet.
Jüngere Paare sind sich ähnlicher
Bei Paaren zwischen 18 und unter 45 Jahren hatten rund 64 Prozent das gleiche Bildungsniveau. Bei Paaren ab 45 Jahren waren es 56 Prozent. Jüngere Paare sind sich also häufiger ähnlich.
Bei jungen Paaren mit gleichem Bildungsstand hatten etwa 31 Prozent beide eine höhere Bildung, knapp 25 Prozent eine mittlere und rund acht Prozent eine niedrige Bildung. Bei älteren Paaren mit gleichem Bildungsniveau war die mittlere Bildung am häufigsten vertreten, mit gut 30 Prozent. Niedrige und hohe Abschlüsse waren dort seltener.
Bildungsvorsprung der Männer schrumpft bei Jüngeren
Besonders deutlich werden die Unterschiede bei Paaren mit ungleichem Bildungsniveau. Bei älteren Paaren war es deutlich häufiger der Mann, der höher gebildet war. Dort lag der Abstand zugunsten des Mannes bei rund 25 Prozentpunkten. Bei jüngeren Paaren war dieser Unterschied mit etwa drei Prozentpunkten kaum noch vorhanden.
Bei jüngeren Paaren hatten rund 17 Prozent eine höher gebildete Frau. Bei älteren Paaren war das mit knapp zehn Prozent deutlich seltener. Umgekehrt verfügte bei gut 34 Prozent der älteren Paare der Mann über den höheren Abschluss, bei jüngeren Paaren waren es rund 20 Prozent.
Bildungsniveau von Frauen und Männern verändert sich
Ein Grund für diese Entwicklung liegt in den unterschiedlichen Bildungswegen der Generationen. Mehr als ein Drittel der Frauen zwischen 18 und unter 45 Jahren hatte ein hohes Bildungsniveau. Bei Frauen ab 45 Jahren lag dieser Anteil bei gut 20 Prozent. Gleichzeitig war der Anteil mit niedrigem Bildungsniveau bei jüngeren Frauen deutlich geringer als bei älteren.
Bei Männern zeigt sich ein anderes Bild. Der Anteil mit hohem Bildungsniveau war bei älteren Männern höher als bei jüngeren. Jüngere Männer hatten zudem häufiger ein niedriges Bildungsniveau als die älteren.
In der Auswertung wurden gleichgeschlechtliche Paare, Paare unter 18 Jahren sowie Partnerinnen und Partner mit sehr großem Altersunterschied nicht berücksichtigt. Das Bildungsniveau wurde nach der internationalen Klassifikation ISCED eingeteilt. Dabei werden allgemeine Schulabschlüsse und berufliche Abschlüsse gemeinsam betrachtet und in die Kategorien niedrig, mittel und hoch eingeordnet.














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