Schulbeginn an rund 930 öffentlichen Schulen
Am Montag, 14. September 2026, beginnt an den rund 930 öffentlichen Schulen im Regierungsbezirk Karlsruhe das neue Schuljahr. Etwa 330.000 Schülerinnen und Schüler sowie rund 33.800 Lehrerinnen und Lehrer kehren in den Schulalltag zurück. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat zum Schuljahresbeginn Zahlen zur Entwicklung der Schülerzahlen, zur Versorgung mit Lehrkräften und zu Veränderungen an den einzelnen Schularten veröffentlicht.
Insgesamt werden im Schuljahr 2026/27 voraussichtlich 99.046 Kinder die Grundschulen einschließlich der Primarstufen der Gemeinschaftsschulen besuchen. Das sind 1,0 Prozent mehr als im Vorjahr. An den Realschulen werden 48.287 Schülerinnen und Schüler erwartet, ein Plus von 1,8 Prozent. Die Gemeinschaftsschulen kommen auf 18.166 Schülerinnen und Schüler und ebenfalls rund 1,8 Prozent mehr. An den öffentlichen Gymnasien werden 64.027 Schülerinnen und Schüler erwartet, womit sich die Zahl mit einem Plus von 0,1 Prozent kaum verändert. Rückläufig ist die Zahl an Haupt- und Werkrealschulen mit 9.783 Schülerinnen und Schülern und einem Minus von 1,2 Prozent. An den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren werden ohne die inklusiv unterrichteten Kinder und Jugendlichen 9.835 Schülerinnen und Schüler erwartet, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die beruflichen Schulen geht das Regierungspräsidium vorläufig von rund 81.048 Schülerinnen und Schülern aus.
Weniger Schulanfänger trotz steigender Grundschülerzahl
An den Grundschulen setzt sich der leichte Anstieg der Schülerzahlen fort. Insgesamt steigt die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 1.408 Schülerinnen und Schüler. Ein Grund dafür ist der Übergang von Kindern aus Vorbereitungsklassen in die regulären Klassen. Gleichzeitig gibt es im zweiten Jahr in Folge etwas weniger Schulanfänger. Ihre Zahl sinkt um 121. In den vier Schulamtsbezirken werden 6.330 Schulanfänger im Bereich Karlsruhe, 9.691 im Bereich Mannheim, 4.760 im Bereich Pforzheim und 3.616 im Bereich Rastatt erwartet.
Bei den Anmeldungen für die fünften Klassen haben sich die Verschiebungen zwischen den verschiedenen weiterführenden Schularten nach Angaben des Regierungspräsidiums weitgehend beruhigt. Das Gymnasium bleibt die beliebteste weiterführende Schulart. Der Rückgang an den Haupt- und Werkrealschulen hängt nach Angaben der Behörde vor allem mit der Abschaffung des Werkrealschulabschlusses zusammen. Die Neuanmeldungen für die fünften Klassen gehen dort um 5,7 Prozent zurück.
Deutlich weniger Kinder in Vorbereitungsklassen
Weiter rückläufig sind die Zahlen in den Vorbereitungsklassen für geflüchtete und neu zugewanderte Kinder und Jugendliche. An den Grundschulen werden dort rund 3.643 Schülerinnen und Schüler erwartet, 16 Prozent weniger als im Vorjahr. An Haupt- und Werkrealschulen sinkt die Zahl um 21,5 Prozent auf 731, an Realschulen um 13,4 Prozent auf 659 und an Gemeinschaftsschulen um 9,1 Prozent auf 783. Besonders groß ist der Rückgang an den Gymnasien: Dort werden noch 153 Schülerinnen und Schüler in Vorbereitungsklassen erwartet, 71,1 Prozent weniger als im Vorjahr. An den beruflichen Schulen werden in den VABO-Klassen rund 1.519 Schülerinnen und Schüler erwartet, ein Rückgang um 22 Prozent. Die endgültigen Zahlen stehen wegen der starken Veränderungen innerhalb dieser Schülergruppe noch nicht fest.
Lehrermangel betrifft vor allem ländliche Regionen
Bei der Versorgung mit Lehrerinnen und Lehrern gibt es große regionale Unterschiede. Besonders in ländlichen Teilen des Nordschwarzwaldes und an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren fehlen weiterhin Lehrkräfte. Entlang des Rheins gibt es dagegen in vielen Schularten zahlreiche Bewerber. Teilweise bewarben sich dort bis zu 140 Personen auf ausgeschriebene Grundschulstellen, während im Raum Freudenstadt und Calw einzelne Stellen ohne eine einzige Bewerbung blieben. Nicht alle freien Stellen konnten deshalb mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden.
Rechnerisch ist der sogenannte Direktbereich der Schulen im Regierungsbezirk insgesamt ausreichend versorgt. Eine Ausnahme bilden die sonderpädagogischen Schulen. Das Problem liegt vor allem darin, dass sich die vorhandenen Lehrkräfte nicht gleichmäßig auf die Region verteilen. Nach Angaben des Regierungspräsidiums nehmen Bewerber teilweise lieber eine befristete Stelle im Raum Heidelberg oder Karlsruhe an, als für eine unbefristete Stelle nach Calw oder Freudenstadt umzuziehen. Deshalb sollen auch Personen ohne Lehramtsausbildung befristet eingesetzt werden.
Hunderte Lehrerinnen und Lehrer werden neu eingestellt
An den Grundschulen gibt es zum neuen Schuljahr rund 240 Neueinstellungen. An Haupt-, Werkreal- und Realschulen sind es etwa 119 und im Bereich Sonderpädagogik und Inklusion rund 105. An den Gemeinschaftsschulen werden etwa 64 Lehrkräfte neu eingestellt, darunter 17 Gymnasiallehrkräfte. Die allgemeinbildenden Gymnasien erhalten 45 neue Lehrkräfte. Dort ist der Pflichtunterricht zum Schuljahresbeginn weitgehend sichergestellt.
An den beruflichen Schulen werden rund 176 Lehrkräfte neu eingestellt, darunter etwa 145 wissenschaftliche und 31 technische Lehrkräfte. Für allgemeinbildende Fächer gibt es ausreichend Bewerber. Engpässe bestehen jedoch weiterhin bei Informatik, Pflege, Sozialpädagogik und Religion und insbesondere im ländlichen Raum. Insgesamt erwartet das Regierungspräsidium an den beruflichen Schulen eine Unterrichtsversorgung auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Lehrerreserve teilweise schon zum Schulbeginn im Einsatz
Für Krankheitsvertretungen wurde soweit möglich an allen Schularten eine Lehrerreserve aufgebaut. In ländlichen Regionen und an sonderpädagogischen Schulen wird diese Reserve wegen der angespannten Personalsituation teilweise bereits zu Beginn des Schuljahres benötigt. Zusätzlich werden befristete Verträge abgeschlossen, Stellen auch für Lehrkräfte anderer Schularten geöffnet und geeignete Personen ohne Lehramtsausbildung eingesetzt. Pensionierte Lehrkräfte können in Mangelbereichen verstärkt eingesetzt werden. Teilzeitkräfte können außerdem während des laufenden Schuljahres ihre Arbeitszeit erhöhen.
Fast 25 Millionen Euro für Unterstützungsprogramme
Im vergangenen Schuljahr 2025/26 wurden im Regierungsbezirk insgesamt 24,96 Millionen Euro für Unterstützungsprogramme an Schulen veranschlagt. Das waren 13,98 Millionen Euro mehr als im Vorjahr und damit mehr als doppelt so viel. Ein großer Teil entfiel auf das Startchancen-Programm von Bund und Ländern, das besonders Schulen in sozial schwierigen Lagen unterstützt. Für das Programm „Lernen mit Rückenwind“ standen 8,5 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 734.365 Euro wurden nach einem Sozialindex an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler verteilt.
Mit dem Geld wurden unter anderem pädagogische Assistenzkräfte finanziert, die Lehrkräfte im Unterricht unterstützen. Außerdem wurden externe Kooperationspartner für Förderangebote eingesetzt und zusätzliches Personal wie Schulsozialarbeiter, Freiwillige im Sozialen Jahr und AVdual-Begleiter beschäftigt. Ein Teil der Mittel wurde für Sachkosten und die Verwaltung der Programme verwendet.
15 Schulen werden neue Ganztagsschulen
Zum Schuljahr 2026/27 werden im Regierungsbezirk 15 Grundschulen und Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren als neue Ganztagsschulen eingerichtet. Dazu gehören Schulen in Bietigheim, Bruchsal, Calw, Horb, Malsch, Mannheim, Meckesheim, Odenheim, Östringen, Pforzheim, Sandhausen, Seckach, Waghäusel und Wiesloch. Unter anderem werden die Waldhofschule Mannheim, die Theodor-Heuss-Schule Sandhausen und die Grundschule Frauenweiler in Wiesloch neu als Ganztagsschulen geführt.
Mehr Kinder benötigen sonderpädagogische Unterstützung
Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot steigt deutlich. Im neuen Schuljahr sind es 12.893 Kinder und Jugendliche und damit 1.053 beziehungsweise 8,89 Prozent mehr als zuvor. Davon werden 2.613 Schülerinnen und Schüler inklusiv an anderen Schulen unterrichtet. Weitere 462 Kinder und Jugendliche werden in insgesamt 78 kooperativen Organisationsformen unterrichtet und gefördert.
Eine zusätzliche Aufgabe übernimmt ab diesem Schuljahr die Schloss-Schule Ilvesheim. Das staatliche Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Sehen übernimmt für die Stadtkreise Heidelberg und Mannheim sowie den Rhein-Neckar-Kreis den sonderpädagogischen Dienst für sehbehinderte Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II. Die Schule hatte im Juli 2026 ihr 200-jähriges Bestehen gefeiert.
Rund 7.800 Schülerinnen und Schüler vor dem Abitur 2027
Im vergangenen Schuljahr wurden an Haupt-, Werkreal-, Gemeinschafts- und Realschulen im Regierungsbezirk rund 13.970 Schülerinnen und Schüler bei den Abschlussprüfungen geprüft. Rund 4.150 absolvierten die Hauptschulabschlussprüfung, etwa 1.090 strebten den Werkrealschulabschluss an und ungefähr 8.730 legten die Realschulabschlussprüfung ab. Für das neue Schuljahr wird mit ähnlich vielen Prüflingen gerechnet.
An den allgemeinbildenden Gymnasien nahmen 2026 rund 7.500 Schülerinnen und Schüler am Abitur teil. Für 2027 werden etwa 7.800 Abiturientinnen und Abiturienten erwartet. Die schriftlichen Prüfungen finden vom 16. April bis 5. Mai 2027 statt, die mündlichen Prüfungen vom 28. Juni bis 8. Juli. Geprüft wird schriftlich in den drei Leistungsfächern, hinzu kommen zwei mündliche Prüfungen. Deutsch und Mathematik müssen jeweils entweder schriftlich oder mündlich geprüft werden.













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