Neckarbischofsheim

Sanierung der Bröckel-Brücke bei Neckarbischofsheim überraschend abgesagt

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Sanierung der Bröckel-Brücke bei Neckarbischofsheim überraschend abgesagt

Schwarzbach-Überführung am B292 Knotenpunkt sollte dieses Jahr saniert werden

Im Frühjahr schrillten bei Pendlern und Anwohnern die Alarmglocken: Ausgerechnet die marode Schwarzbachbrücke auf der vielbefahrenen L 549, direkt am Nadelöhr zur B 292, sollte zur nächsten Großbaustelle werden. Nach drei Jahren Dauer-Sanierung mit Staus und Sperrungen kündigte das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe für den Sommer 2026 die 800.000-Euro-Kur für das elf Meter kurze Sorgenkind an. Doch der Sommer ist vorbei, der Herbst zieht ins Land, und von Baggern, Ampeln oder Gerüsten fehlt jede Spur. Passiert da dieses Jahr überhaupt noch etwas? Die Antwort aus der Karlsruher Behörde lautet: Nein. Die Sanierung ist vorerst abgeblasen.

Rostiger Stahl und tiefe Betonkrater

Wer unter das 1986 errichtete „Bauwerk Nummer 514“ blickt, dem vergeht schnell die Lust am Abwarten. Vier Jahrzehnte voller aggressivem Streusalz von oben und feuchter Schwarzbach-Luft von unten haben tiefe Krater in den Beton gefressen. Rostbrauner Bewehrungsstahl liegt blank, dicke weiße Kalkfahnen ziehen sich über die Unterseite. Ein baulicher Problemfall wie aus dem Bilderbuch.DSC03709

Dass die dringend nötige Rettung nun auf dem Abstellgleis landet, liegt allerdings nicht an fehlendem Geld. RP-Sprecherin Irene Feilhauer teilte auf Nachfrage mit: Die Maßnahme fällt 2026 aus. Der Grund für den Baustopp vor dem Baustart klingt nach Behördendeutsch: „Personalverschiebungen“.

Neue Prioritäten im Regierungsbezirk

Auf mehrfaches, hartnäckiges Nachhaken, was das konkret bedeutet – ob Stellen unbesetzt blieben oder Planer zu anderen Projekten abkommandiert wurden -, reagierte das Präsidium gewohnt schmallippig: Wegen besagter Verschiebungen innerhalb der Fachabteilung habe man die anstehenden Bauprojekte im Regierungsbezirk „neu priorisiert“. Heißt im Klartext: Andere Baustellen waren der Behörde wichtiger, die Bröckel-Brücke von Neckarbischofsheim fiel hinten über.

Immerhin schickt Karlsruhe ein beruhigendes Pflaster hinterher. Das Sanierungskonzept bleibe unverändert, die Zwangspause habe keinerlei negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, und auch der Zustand des Betonbauwerks werde sich in der Zwischenzeit „nicht wesentlich verschlechtern“.

Wann die Handwerker nun tatsächlich anrücken, bleibt vage. Aus dem Amt heißt es lediglich, das Vorhaben sei auf „voraussichtlich 2027“ geschoben worden. Ob es dann aber wirklich klappt, sei derzeit noch völlig offen.

L549 bei Neckarbischofsheim 2

Die Brücke an der B292-Kreuzung muss saniert werden

Bürgermeister hofft auf Gesamtlösung statt Flickenteppich

Neckarbischofsheims Bürgermeister Thomas Seidelmann nimmt die Karlsruher Zwangspause gelassen – mehr noch: Er begrüßt sie sogar. „Ich finde die Nachricht über die Verschiebung in der Tat erfrischend“, erklärte der Rathauschef auf Nachfrage unserer Redaktion. Seine Hoffnung: Dass die Planer die Zeit nutzen, um endlich das ewige Stückwerk zu beenden. Es brauche einen großen Aufschlag: „Lieber eine Straße vier Wochen am Stück sperren als viermal zwei Wochen lang. Das schont die Nerven und reduziert Kosten drastisch.“ Somit bleiben auch den Tausenden Pendlern zwischen Bad Rappenau und Waibstadt vorerst Umleitungen und Ampel-Stau erspart.

Redaktion
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