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Schülerzahlen in Baden-Württemberg steigen zunächst weiter und gehen später zurück

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Schülerzahlen in Baden-Württemberg steigen zunächst weiter und gehen später zurück

Rund 1,18 Millionen Schülerinnen und Schüler im neuen Schuljahr

An den allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg werden im nun beginnenden Schuljahr voraussichtlich rund 1,18 Millionen Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Das sind knapp 1,1 Prozent mehr als im vorherigen Schuljahr. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind die Schülerzahlen bereits in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. Insgesamt kamen in diesem Zeitraum knapp 68.000 Schülerinnen und Schüler hinzu. Das entspricht einem Zuwachs von 6,2 Prozent.

Für diese Entwicklung gibt es vor allem zwei Gründe. Zum einen gab es zeitweise eine hohe Zuwanderung nach Baden-Württemberg. Zum anderen stieg die Zahl der Geburten zwischen 2011 und 2021 deutlich an. Die damals geborenen Kinder erreichen inzwischen das Schulalter und sorgen damit für höhere Schülerzahlen.

Weniger Geburten werden sich in den Schulen bemerkbar machen

Seit 2021 ist die Zahl der Geburten allerdings deutlich zurückgegangen. Auch die Zuwanderung ist seit 2022 stark rückläufig. Diese Veränderungen wirken sich nicht sofort auf alle Schulen aus, werden die Schülerzahlen in den kommenden Jahren aber zunehmend beeinflussen.

Bis zum Schuljahr 2028/29 rechnet das Statistische Landesamt zunächst noch mit einem weiteren Zuwachs um rund 15.000 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise 1,3 Prozent. Danach soll sich die Entwicklung umkehren. Ab dem Schuljahr 2037/38 könnte die Schülerzahl wieder unter 1,10 Millionen liegen. Dieser Wert wurde zuletzt im Schuljahr 2020/21 unterschritten und war damals der bislang niedrigste Stand. Bis zum Schuljahr 2040/41 könnte die Zahl sogar auf rund 1,07 Millionen sinken. Voraussetzung dafür ist, dass sich die tatsächliche Entwicklung ungefähr so verhält, wie es in der aktuellen Vorausberechnung angenommen wird.

Grundschulen erreichen ihren Höchststand voraussichtlich schon 2027

An den Grundschulen wird der höchste Stand voraussichtlich bereits im Schuljahr 2027/28 erreicht. Dann könnten dort rund 437.000 Kinder unterrichtet werden. Das wären nur noch etwas mehr als im jetzt beginnenden Schuljahr.

Dass die Zahl zunächst noch steigt, hängt mit dem Aufbau der Juniorklassen zusammen. Ohne diese Veränderung würden die Schülerzahlen an den Grundschulen laut Vorausberechnung bereits im Schuljahr 2027/28 zurückgehen. Für die Zeit ab Mitte der 2030er-Jahre wird wieder mit einem leichten Anstieg gerechnet. Grundlage dafür ist die Annahme, dass sich die derzeit niedrigen Geburtenzahlen wieder etwas erholen und auch die Zuwanderung mittelfristig wieder zunimmt.

Haupt- und Werkrealschulen verlieren weiter Schüler

An den weiterführenden Schulen werden die Schülerzahlen insgesamt noch einige Jahre steigen. Die Entwicklung unterscheidet sich allerdings deutlich zwischen den einzelnen Schularten. Besonders stark fällt der Rückgang bei den Haupt- und Werkrealschulen aus. Bereits im jetzt beginnenden Schuljahr könnte ihre Schülerzahl auf nur noch gut 40.000 sinken.

Bis zum Schuljahr 2030/31 könnte die Zahl auf gut 30.000 zurückgehen. Ein Grund dafür ist, dass dann die 10. Klassenstufe an diesen Schulen wegfällt. Bis zum Ende des Vorausberechnungszeitraums werden nur noch knapp 22.000 Schülerinnen und Schüler erwartet. Sollten Schulträger aufgrund sinkender Schülerzahlen Haupt- und Werkrealschulen in andere Schularten umwandeln, könnte sich dieser Rückgang noch beschleunigen.

G9 sorgt vorübergehend für deutlich mehr Gymnasiasten

Auch bei den Gymnasien haben sich die Voraussetzungen verändert. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Kinder gesunken, die nach der Grundschule auf ein Gymnasium wechseln. Für die Vorausberechnung wird angenommen, dass diese Übergangsquote ungefähr auf dem heutigen Niveau bleibt.

Dadurch steigt die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Gymnasien zunächst nur leicht. Von rund 296.000 im jetzt beginnenden Schuljahr soll sie bis 2029/30 auf etwa 301.000 steigen. Einen deutlichen Sprung erwartet das Statistische Landesamt im Schuljahr 2032/33. Dann erreicht der erste Jahrgang des wieder eingeführten neunjährigen Gymnasiums die Oberstufe. Dadurch könnten auf einen Schlag etwa 21.000 Schülerinnen und Schüler hinzukommen und die Gesamtzahl auf rund 319.000 steigen. Anschließend wird wieder mit einem kontinuierlichen Rückgang gerechnet. Am Ende des Vorausberechnungszeitraums könnten noch etwa 282.000 Schülerinnen und Schüler die Gymnasien besuchen.

Realschulen könnten besonders stark wachsen

Von der erwarteten Entwicklung profitieren nach der Vorausberechnung vor allem die Realschulen. Im Schuljahr 2025/26 wurden dort knapp 216.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Bis zum Schuljahr 2031/32 könnte ihre Zahl auf gut 236.000 steigen. Das wäre ein Zuwachs von 9,4 Prozent.

Auch für die Gemeinschaftsschulen wird zunächst ein Anstieg erwartet. Im vergangenen Schuljahr besuchten rund 97.000 Schülerinnen und Schüler diese Schulart. Bis 2030/31 könnte ihre Zahl um 5,3 Prozent auf knapp 103.000 steigen.

Vorausberechnung arbeitet mit Annahmen über Geburten und Zuwanderung

Die Angaben umfassen öffentliche und private allgemeinbildende Schulen in Baden-Württemberg. Nicht berücksichtigt sind die gut 2.000 Schülerinnen und Schüler an Schulen des zweiten Bildungswegs.

Bei einer solchen Vorausberechnung steht nicht genau fest, wie viele Schülerinnen und Schüler tatsächlich in 10 oder 15 Jahren die Schulen besuchen werden. Das Statistische Landesamt muss dafür Annahmen über die künftige Entwicklung treffen. Unter anderem wird davon ausgegangen, dass sich das derzeit niedrige Geburtenniveau wieder weitgehend erholt und der Wanderungssaldo, also die Differenz zwischen Zu- und Fortzügen, wieder steigt. Außergewöhnlich starke Zuwanderungswellen sind in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Redaktion
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