Wenn der Boden nicht trägt
Neckarbischofsheim/Helmstadt-Bargen. Der Asphalt der „Steige“ zwischen Neckarbischofsheim und Helmstadt-Bargen wirkt an diesem Februarmorgen braun und fest, doch der Schein trügt. Ein paar Meter abseits der Fahrbahn, dort, wo schwere Maschinen die Trasse für die Süddeutsche Erdgasleitung (SEL) vorbereiten, offenbart sich die Beschaffenheit des Untergrunds. Die Nässe der vergangenen Tage ist tief in die Erdschichten eingesickert; jeder Schritt hinterlässt tiefe, schlammige Spuren. Es ist dieser Zustand des Bodens, der nun den Zeitplan für eines der größten Infrastrukturprojekte der Region diktiert.
Eigentlich sollten ab dieser Woche die Absperrbaken stehen und der Verkehr auf der viel befahrenen Verbindungsstrecke ruhen. Doch die für den Bau verantwortliche Stuttgarter terranets bw GmbH hat die angekündigte Vollsperrung kurzfristig verschoben. Neuer Termin für den Beginn der Arbeiten im Bereich der Steige ist nun Dienstag, der 24. Februar. Geplant ist die Sperrung bis voraussichtlich Freitag, den 27. Februar.
Der Bodenschutz als Taktgeber
Der Grund für die Verzögerung ist technischer, vor allem aber ökologischer Natur. Um die SEL, eine 61 Kilometer lange Gastransportleitung zwischen Heidelberg und Heilbronn, fachgerecht zu verlegen, muss der Boden befahrbar und bearbeitbar sein, ohne dessen Struktur nachhaltig zu schädigen. „Eine verantwortungsbewusste Ausführung schließt den Schutz der Böden ein“, erklärt Projektsprecherin Marcella Kugler. Bei zu feuchter Witterung steigt das Risiko, dass schwere Baumaschinen den Boden zu stark verdichten oder die Schichtung zerstören.
Daher orientiert sich der Bauablauf derzeit streng an der Wetterprognose. „Sofern notwendig, wird der Bauablauf laufend angepasst“, so die Sprecherin weiter. Sollte die Witterung erneut umschlagen, könnten weitere Verschiebungen folgen.
Infrastruktur für die Energiewende
Die Arbeiten in diesem Abschnitt sind Teil eines größeren Ganzen. Seit August 2025 wird an der Leitung gebaut, die ab Ende 2026 zunächst Erdgas zu modernen Kraftwerken in Baden-Württemberg transportieren soll. Die Dimensionen sind langfristig angelegt: Die Rohre sind bereits „wasserstofftauglich“ konzipiert, um in einer späteren Phase der Energiewende klimaneutrale Brennstoffe befördern zu können.
Während der viertägigen Sperrung in der kommenden Woche wird der Verkehr großräumig umgeleitet. Die Schilder weisen den Weg über die Flinsbacher Straße und die von-Hindenburg-Straße. Das Unternehmen betont, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten zu wollen. Läuft alles nach Plan, könnte die Verbindung bereits am Donnerstag, den 26. Februar, im Laufe des Tages wieder freigegeben werden.
Zwischenstand an der B292
Auch an der nahegelegenen Bundesstraße 292 bei Waibstadt bestimmen Baustellen das Bild. Dort regeln derzeit Ampeln den Verkehrsfluss. Die Leitungsverlegung erfolgt weitgehend unterirdisch, um den Eingriff in den Straßenkörper zu minimieren.













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