Stromproduktion sinkt deutlich
Im Jahr 2024 wurden in Baden-Württemberg nach vorläufigen Berechnungen des Statistisches Landesamt Baden-Württemberg insgesamt 34.067 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Das sind gut acht Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit ist die Bruttostromerzeugung im Land auf einen Wert gesunken, der zuletzt etwa um das Jahr 1980 erreicht wurde.
Ein wichtiger Grund dafür ist der Ausstieg aus der Kernenergie. Die letzten Kernkraftwerke in Deutschland wurden im April 2023 abgeschaltet. Gleichzeitig wird auch weniger Strom aus Kohle produziert, weil der Kohleausstieg Schritt für Schritt umgesetzt wird. Zusätzlich ging im Jahr 2024 auch die Stromerzeugung aus Erdgas zurück.
Weniger Strom aus Kohle und Gas
Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang bei der Steinkohle. Im Jahr 2024 wurden im Südwesten 7.776 Millionen Kilowattstunden Strom aus Steinkohle erzeugt. Das sind 17 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Schon im Jahr 2023 war die Stromerzeugung aus Steinkohle stark gesunken. Trotzdem hatte Steinkohle noch einen Anteil von knapp 23 Prozent am Strommix des Landes.
Auch die Stromerzeugung aus Erdgas ging zurück. Sie lag 2024 bei 3.796 Millionen Kilowattstunden. Das entspricht einem Minus von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weil insgesamt weniger Strom erzeugt wurde, blieb der Anteil von Erdgas am Strommix aber fast unverändert und lag bei etwa elf Prozent.
Weitere rund sieben Prozent des Stroms wurden aus anderen nicht erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dazu gehören zum Beispiel Heizöl, Braunkohle, Flüssiggas, nicht-biogener Abfall oder Pumpspeicherwerke ohne natürlichen Wasserzufluss.
Erneuerbare Energien liefern mehr Strom
Die erneuerbaren Energien spielten 2024 eine immer größere Rolle bei der Stromproduktion. Insgesamt lieferten sie 20.052 Millionen Kilowattstunden Strom. Das sind etwa drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung stieg damit auf knapp 59 Prozent.
Die wichtigste erneuerbare Energiequelle blieb die Photovoltaik. Mit Solaranlagen wurden 6.898 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Das sind rund sieben Prozent mehr als im Jahr 2023. Der Anteil der Photovoltaik am Strommix lag bei gut 20 Prozent.
An zweiter Stelle unter den erneuerbaren Energien stand die Wasserkraft. Sie lieferte 5.125 Millionen Kilowattstunden Strom und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Ihr Anteil am Strommix lag bei etwa 15 Prozent.
Biomasse war die drittwichtigste erneuerbare Energiequelle. Aus Biomasse wurden 4.528 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht einem Anteil von gut 13 Prozent und einem leichten Anstieg von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Windkraft lieferte 3.292 Millionen Kilowattstunden Strom. Das waren 15 Prozent weniger als im Jahr 2023. Weil insgesamt weniger Strom produziert wurde, blieb der Anteil der Windkraft am Strommix aber fast gleich und lag wie im Vorjahr bei rund zehn Prozent.
Stromverbrauch deutlich höher als Erzeugung
Der gesamte Stromverbrauch in Baden-Württemberg lag im Jahr 2024 bei 61.703 Millionen Kilowattstunden. In dieser Zahl sind nicht nur der Stromverbrauch von Haushalten und Unternehmen enthalten, sondern auch Netzverluste und der Stromverbrauch bei der Energieumwandlung.
Da im Land deutlich weniger Strom erzeugt wurde als verbraucht, musste ein großer Teil aus anderen Regionen bezogen werden. Insgesamt wurden 27.636 Millionen Kilowattstunden Strom aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland nach Baden-Württemberg geliefert, um den Bedarf zu decken.














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