Gleichzeitiger Boom digitaler Angebote
Traditionelle Kulturorte in Deutschland haben sich noch nicht vollständig von den Einbrüchen der Pandemiejahre erholt. Wie aus der heute veröffentlichten Broschüre „Kulturindikatoren | kompakt 2025“ hervorgeht, liegen die Besuchszahlen weiterhin unter dem Niveau von 2019.
In Baden-Württemberg besuchten die Bürger im Jahr 2024 durchschnittlich 2,5 Mal eine Bibliothek, womit die Bibliotheken die meistgenutzten klassischen Kultureinrichtungen bleiben. Museen und Kinos folgen mit Werten zwischen 1,0 und 1,3 Besuchen pro Kopf. Bei den öffentlichen Theatern und Orchestern wurden im Südwesten zuletzt 41 Besuche je 1.000 Einwohner verzeichnet – ein Wert, der fast deckungsgleich mit dem Bundesdurchschnitt ist.
Einen massiven Aufschwung erleben hingegen digitale Kulturangebote. Der Anteil der Menschen, die Musik über Streaming-Dienste oder Internetradio hören, stieg innerhalb von zwei Jahren auf 61 Prozent. Bei Onlinevideos fiel das Wachstum noch deutlicher aus: Hier nutzen mittlerweile 68 Prozent der 16- bis 74-Jährigen kommerzielle Anbieter oder Video-Sharing-Dienste. Besonders bei den jungen Erwachsenen ist der digitale Konsum mit einer Quote von 85 Prozent mittlerweile Standard.
Auch zum Arbeitsmarkt liefert die Statistik neue Daten: Deutschlandweit sind rund 1,3 Millionen Menschen in Kulturberufen tätig. In Baden-Württemberg liegt der Anteil dieser Erwerbstätigen mit 2,7 Prozent leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Die vollständige Publikation mit weiteren Zahlen zu Kulturausgaben und Denkmälern ist ab sofort kostenfrei im Statistikportal des Bundes und der Länder abrufbar.








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