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Strom-Fresser Steckdose: Heftige Energieverluste beim E-Auto-Laden

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Strom-Fresser Steckdose: Heftige Energieverluste beim E-Auto-Laden

Wallbox spart bares Geld

Wer sein E-Auto regelmäßig an einer normalen Haushaltssteckdose lädt, verschenkt einen erstaunlich großen Teil der eingesetzten Energie. Eine Untersuchung des ADAC mit fünf aktuellen Elektroautos zeigt: Im schlechtesten Fall landet fast ein Viertel des Stroms nicht im Akku. Deutlich besser sieht es an einer Wallbox aus.

Strom rein, Strom im Akku.

Ganz so einfach funktioniert das Laden eines Elektroautos leider nicht.

Denn während des Ladevorgangs braucht das Fahrzeug selbst Energie. Bordsysteme bleiben aktiv, außerdem muss der Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom für die Batterie umgewandelt werden. Dabei entstehen Verluste.

Wie groß die ausfallen, hat der ADAC mit fünf aktuellen Elektroautos untersucht.

Geladen wurde auf drei Arten:

  • An einer normalen Haushaltssteckdose mit 2,3 Kilowatt
  • an einer Wallbox mit reduzierter Leistung von 4,2 Kilowatt
  • und an einer Wallbox mit der jeweils höchsten vom Fahrzeug möglichen Ladeleistung von 11 oder 22 Kilowatt.

Das Ergebnis fällt für die gute alte Steckdose eher ungünstig aus.

Fast jeder vierte Kilowattstunden-Anteil verschwindet unterwegs

Bei sämtlichen untersuchten Fahrzeugen waren die Ladeverluste an der Haushaltssteckdose am höchsten.

Besonders deutlich fiel das beim Mercedes-Benz CLA EQ aus. Dort gingen beim Laden mit 2,3 Kilowatt fast 25 Prozent der aus dem Netz gezogenen Energie auf dem Weg zum Akku verloren.

Oder anders gesagt: Von vier Kilowattstunden, für die man bezahlt, kommen rechnerisch ungefähr drei im Akku an.

Bei den übrigen getesteten Elektroautos lagen die Verluste bei rund 15 Prozent.

Der Strom verschwindet natürlich nicht einfach. Er wird unter anderem für die Elektronik des Fahrzeugs benötigt oder bei der Umwandlung und beim Laden als Wärme abgegeben.

Für die Stromrechnung macht das allerdings keinen Unterschied.

Langsames PV-Laden ist schon deutlich besser

Interessant wird es beim Laden mit eigener Photovoltaikanlage.

Denn überschüssiger Solarstrom steht nicht immer mit voller Leistung zur Verfügung. Der ADAC simulierte deshalb auch einen Ladevorgang an der Wallbox mit lediglich 4,2 Kilowatt.

Obwohl damit ebenfalls vergleichsweise langsam geladen wurde, fiel die Energiebilanz deutlich besser aus als an der Haushaltssteckdose.

Bei allen untersuchten Fahrzeugen blieben die Ladeverluste unter 13 Prozent.

Wer also darauf wartet, dass die Sonne genug Strom fürs Auto liefert, muss wegen der geringeren Ladeleistung nicht automatisch befürchten, einen besonders großen Teil davon unterwegs zu verlieren.

Viel Leistung, wenig Verlust

Am effizientesten lief das Laden allerdings dann, wenn die Wallbox das Fahrzeug mit der höchstmöglichen Leistung versorgte.

Je nach Modell waren das 11 beziehungsweise 22 Kilowatt.

In diesem Szenario lagen die Ladeverluste bei sämtlichen getesteten Autos unter sieben Prozent.

Am besten schnitt der Renault R5 ab. Er verursachte sowohl beim simulierten PV-Überschussladen als auch beim Laden mit voller Wallbox-Leistung die geringsten Verluste im Test.

Die technische Erklärung dafür ist vergleichsweise simpel: Bestimmte Verbraucher und Steuergeräte des Autos benötigen während des Ladens dauerhaft Strom. Lädt das Fahrzeug sehr langsam, laufen diese Systeme entsprechend länger.

Aus einem kleinen Dauerverbrauch wird so über viele Stunden ein durchaus nennenswerter Verlust.

Die Steckdose bleibt die Notlösung

Für den ADAC bestätigt die Untersuchung deshalb vor allem eine Empfehlung, die ohnehin schon galt: Eine normale Haushaltssteckdose sollte nicht zur alltäglichen Ladestation eines Elektroautos werden.

Bislang wurde dabei häufig vor allem mit der elektrischen Sicherheit argumentiert. Haushaltssteckdosen sind schließlich nicht dafür ausgelegt, über viele Stunden regelmäßig mit hoher Dauerlast betrieben zu werden.

Nun kommt noch ein ziemlich praktischer Grund hinzu: Es ist schlicht ineffizient.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sein Elektroauto deshalb über eine Wallbox laden. Und wer nur langsam laden möchte, weil gerade überschüssiger Strom von der eigenen Solaranlage zur Verfügung steht, fährt energetisch immer noch deutlich besser als mit dem Ladekabel an der Schuko-Steckdose.

Wer es ganz genau wissen möchte, kann die Ladeverluste einzelner Fahrzeuge zudem bei Green NCAP nachsehen. Das Verbraucherschutzprogramm untersucht jährlich rund 60 Fahrzeuge und berücksichtigt bei Elektroautos unter anderem, wie viel Energie beim Laden an der heimischen Wallbox verloren geht.

Denn der Verbrauch eines Elektroautos besteht eben nicht nur aus dem Strom, den das Auto später auf der Straße verbraucht.

Man muss ihn vorher erst einmal in den Akku bekommen.

Redaktion
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