Schadstoffe in Fischen aus deutschen Flüssen nachgewiesen
Eine aktuelle Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) zeigt, dass Rattengifte in deutschen Gewässern nachweisbare Auswirkungen auf Fische und andere Tiere haben. In einer Laborstudie wurden bei Regenbogenforellen bereits bei den in freilebenden Fischen gemessenen Konzentrationen gesundheitsschädliche Effekte festgestellt. Dazu zählen unter anderem Störungen der Blutgerinnung, innere Blutungen und Blutarmut.
Anreicherung der Wirkstoffe in der Nahrungskette
Neben Fischen wurden auch Leberproben von Fischottern analysiert, die durch Verkehrsunfälle verendet waren. In den Proben fanden sich Konzentrationen der eingesetzten Antikoagulanzien, die auf eine Anreicherung entlang der Nahrungskette hindeuten. Auch bei Kormoranen und Gänsesägern konnten Rückstände festgestellt werden. Die betroffenen Tierarten ernähren sich überwiegend von Fisch und stehen am oberen Ende der aquatischen Nahrungskette.
Einsatz von Rodentiziden in der Kanalisation
Rodentizide werden in vielen Kommunen zur Bekämpfung von Stadtratten eingesetzt, insbesondere in der Kanalisation und an Gewässernähe. Trotz geringer Mengen an Wirkstoffen in den Ködern gelangen diese bei Wasserkontakt in den Wasserkreislauf. Die Substanzen sind schlecht abbaubar, können sich in Lebewesen anreichern und gelten als fortpflanzungsschädigend.
EU-weite Neubewertung und geplante Schutzmaßnahmen
Die EU bewertet derzeit die Verlängerung bestehender Zulassungen für Rodentizide. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse fließen in die Prüfung ein. Behörden planen strengere Maßnahmen zum Gewässerschutz. Ab dem Jahr 2026 soll der Einsatz wasserdichter Köderschutzstationen in der Kanalisation und in Uferbereichen verpflichtend werden. Viele Kommunen setzen diese bereits ein, um den Kontakt der Köder mit Wasser zu verhindern.
Nachhaltiges Rattenmanagement gefordert
Die beteiligten Behörden fordern eine ganzheitlichere und nachhaltigere Herangehensweise im kommunalen Rattenmanagement. Eine bloß chemische Bekämpfung sei laut aktueller Forschung nicht dauerhaft wirksam. Effektiver sei es, die Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Ratten zu reduzieren. Maßnahmen wie die Nutzung rattensicherer Abfallbehälter, das Vermeiden von Wildtierfütterungen und das Verschließen von Zugängen zu Gebäuden könnten helfen, das Rattenaufkommen zu minimieren und den Einsatz von Rodentiziden zu verringern.
















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