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Südwest-Industrie mit mehr Aufträgen, aber weniger Produktion

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Südwest-Industrie mit mehr Aufträgen, aber weniger Produktion

Die Industrie in Baden-Württemberg erhielt im November 2025 deutlich mehr neue Aufträge als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stieg der Auftragseingang im Vergleich zu November 2024 um 15,8 Prozent. Besonders stark war der Zuwachs bei Bestellungen aus dem Inland, die um 28,3 Prozent zunahmen. Auch aus dem Ausland gingen mehr Aufträge ein, hier lag das Plus bei 8,6 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2025 erhöhte sich der Auftragseingang ebenfalls spürbar. Über den Zeitraum von Januar bis November 2025 betrachtet lagen die Auftragseingänge insgesamt 5,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei wuchs das Auslandsgeschäft stärker als das Inlandsgeschäft.

Warum die Zahlen vorsichtig zu lesen sind

Bei der Bewertung der Auftragseingänge ist zu beachten, dass einzelne Großaufträge die Statistik stark beeinflussen können. Außerdem ist nicht jeder Auftrag gleichbedeutend mit einer späteren Produktion oder einem tatsächlichen Umsatz. Aufträge können auch wieder storniert werden. Deshalb geben hohe Auftragseingänge zwar Hinweise auf eine bessere Nachfrage, spiegeln aber nicht automatisch die aktuelle wirtschaftliche Lage der Betriebe wider.

Produktion leicht rückläufig

Trotz der vielen neuen Aufträge ging die Produktion im November 2025 zurück. Im Vergleich zum November 2024 sank der Produktionsausstoß leicht um 0,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat fiel der Rückgang deutlicher aus und lag bei 1,8 Prozent. Auch im bisherigen Jahresverlauf blieb die Produktion unter dem Niveau des Vorjahres. Von Januar bis November 2025 lag sie insgesamt 0,6 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2024.

Umsätze sinken weiter

Auch beim Umsatz zeigte sich im November 2025 eine negative Entwicklung. Der preisbereinigte Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7 Prozent zurück. Besonders stark war der Rückgang im Inlandsgeschäft. Aber auch im Ausland wurden geringere Umsätze erzielt. Gegenüber Oktober 2025 nahm der Umsatz ebenfalls ab. Betrachtet man die ersten elf Monate des Jahres, lag der Umsatz insgesamt 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei belastete vor allem das Inlandsgeschäft das Ergebnis.

Weniger Beschäftigte in der Industrie

Die Zahl der Beschäftigten in der baden-württembergischen Industrie ging weiter zurück. Im November 2025 arbeiteten rund 1,142 Millionen Menschen in den Industriebetrieben des Landes. Das waren fast 30.000 Personen weniger als im November 2024. Auch im Vergleich zum Vormonat sank die Beschäftigtenzahl. Im Durchschnitt der Monate Januar bis November 2025 waren etwa 1,152 Millionen Personen in der Südwestindustrie tätig. Das entspricht einem Rückgang von 2,1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Redaktion
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