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Tarifverträge in Baden-Württemberg: Was die Zahlen zeigen

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Tarifverträge in Baden-Württemberg: Was die Zahlen zeigen
Bild von Firmbee auf Pixabay

Jeder zweite Beschäftigte arbeitet in einem tarifgebundenen Betrieb

In Baden-Württemberg arbeitete im April 2025 etwa die Hälfte aller Beschäftigten in einem tarifgebundenen Betrieb. Das bedeutet, dass rund 50 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmen tätig waren, die sich an Tarifverträge halten.

Damit hat sich dieser Anteil in den vergangenen Jahren kaum verändert. Schon 2022 lag er ebenfalls bei 50 Prozent. Auch im Vergleich zu ganz Deutschland liegt Baden-Württemberg auf einem ähnlichen Niveau, dort sind es etwa 49 Prozent.

Wichtig ist dabei: Nur weil ein Betrieb tarifgebunden ist, heißt das nicht automatisch, dass für jede einzelne Person dort auch ein Tarifvertrag gilt. Der Wert beschreibt nur, wie viele Beschäftigte insgesamt in solchen Betrieben arbeiten.

Wenige Betriebe, aber viele Beschäftigte

Auffällig ist, dass nur ein kleiner Teil der Betriebe tarifgebunden ist. Im Jahr 2025 waren es lediglich 19 Prozent aller Betriebe im Land. In den Jahren davor lag dieser Wert etwas höher, zum Beispiel bei 20 Prozent im Jahr 2024 und 21 Prozent im Jahr 2022.

Das zeigt, dass vor allem größere Unternehmen Tarifverträge nutzen. Diese haben oft viele Beschäftigte. Dadurch arbeitet ein großer Teil der Menschen in tarifgebundenen Betrieben, obwohl die meisten Betriebe selbst keinen Tarifvertrag haben.

Ein besonders deutliches Beispiel ist das Verarbeitende Gewerbe, also die Industrie. Dort arbeiteten 53 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. Gleichzeitig waren aber 91 Prozent der Betriebe in diesem Bereich nicht tarifgebunden. Das bedeutet, dass wenige große Betriebe viele Beschäftigte haben und tarifgebunden sind, während viele kleinere Betriebe ohne Tarifbindung arbeiten.

Große Unterschiede zwischen den Branchen

Je nach Branche gibt es große Unterschiede bei der Tarifbindung. In einigen Bereichen ist sie sehr hoch.

In der öffentlichen Verwaltung, bei der Verteidigung und in der Sozialversicherung waren im Jahr 2025 alle Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben tätig. Dort liegt die Tarifbindung bei 100 Prozent.

Auch in der Energieversorgung ist der Anteil sehr hoch. Hier arbeiteten 95 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. Im Bereich Erziehung und Unterricht waren es 80 Prozent.

In anderen Branchen ist die Tarifbindung deutlich niedriger. Im Handel sowie bei der Reparatur von Fahrzeugen lag sie bei 30 Prozent. Noch niedriger war sie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen mit 22 Prozent sowie im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung mit 19 Prozent.

Wie die Zahlen ermittelt werden

Die Daten stammen aus einer regelmäßigen Erhebung, bei der Betriebe zu ihren Beschäftigten und Arbeitsbedingungen befragt werden. In Baden-Württemberg nehmen daran etwa 5.600 Betriebe teil.

Ein Betrieb gilt dabei als tarifgebunden, wenn ein Branchen- oder Firmentarifvertrag angewendet wird. Wenn sich ein Betrieb nur an einem Tarifvertrag orientiert oder eigene Vereinbarungen trifft, zählt er nicht als tarifgebunden.

Seit dem Jahr 2022 werden diese Daten jährlich veröffentlicht. Grundlage ist eine monatliche Erhebung, bei der einzelne Daten aus den Betrieben gesammelt und ausgewertet werden.

Redaktion
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