Leben

Teuer geworden: Das kosten Wasser und Abwasser in Baden-Württemberg

0
Teuer geworden: Das kosten Wasser und Abwasser in Baden-Württemberg
Foto: pixabay

Gebühren steigen stärker als die allgemeinen Verbraucherpreise

Für Trinkwasser und die Entsorgung von Abwasser müssen die Menschen in Baden-Württemberg 2026 im Durchschnitt mehr bezahlen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind die Gebühren zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 1. Januar 2026 deutlich stärker gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt. Die verbrauchsabhängige Wassergebühr erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 5,5 Prozent. Die Grundgebühr für die Wasserversorgung stieg sogar um 10,2 Prozent und die Schmutzwassergebühr um 6,4 Prozent. Zum Vergleich: Die allgemeine Inflationsrate lag im Januar 2026 um 2,1 Prozent über dem Stand von Januar 2025.

Damit hat sich der Preisanstieg bei Wasser und Abwasser wieder beschleunigt. Zwischen 2024 und 2025 war die Entwicklung etwas schwächer ausgefallen. Die aktuellen Steigerungen kommen wieder an die hohen Veränderungsraten zwischen 2023 und 2024 heran. Hinter den Gebühren stehen unter anderem die Kosten für eine sichere Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung des Abwassers. Die entsprechenden Anlagen müssen auch bei längeren Trocken- und Hitzeperioden funktionieren.

Ein Kubikmeter Wasser kostet im Durchschnitt 2,87 Euro

Die verbrauchsabhängige Wassergebühr beträgt 2026 im Landesdurchschnitt 2,87 Euro je Kubikmeter. Ein Kubikmeter entspricht 1.000 Litern Wasser. Für das Schmutzwasser werden durchschnittlich 2,51 Euro je Kubikmeter berechnet. Beide Gebühren sind gegenüber 2025 um jeweils 15 Cent pro Kubikmeter gestiegen.

Hinzu kommen weitere Bestandteile der Rechnung. Die Grundgebühr für die Wasserversorgung liegt im Durchschnitt bei rund 76 Euro im Jahr und damit sieben Euro höher als 2025. Sie wird in 1.085 der insgesamt 1.101 Gemeinden Baden-Württembergs erhoben. Für Niederschlagswasser werden durchschnittlich 55 Cent je Quadratmeter abflusswirksamer Fläche berechnet. Das sind Flächen, von denen Regenwasser beispielsweise über die Kanalisation abgeleitet wird. Diese Gebühr stieg um einen Cent. Eine zusätzliche Grundgebühr für die Abwasserentsorgung gibt es dagegen nur in 67 Gemeinden.

Je nach Wohnort gibt es große Unterschiede

Wie viel Wasser und Abwasser kosten, hängt stark von der jeweiligen Gemeinde ab. Die verbrauchsabhängige Wassergebühr reicht 2026 von 64 Cent bis 6,28 Euro je Kubikmeter. Noch größer ist die Spanne beim Schmutzwasser: Hier werden je nach Gemeinde zwischen 73 Cent und 8,06 Euro je Kubikmeter verlangt. Bei der jährlichen Grundgebühr für die Wasserversorgung reicht die Spanne von rund vier Euro bis 270 Euro.

Auch die Entwicklung gegenüber 2025 ist nicht überall gleich. In 47 Prozent der Gemeinden wurde die Wassergebühr erhöht, bei der Schmutzwassergebühr war dies in 44 Prozent der Gemeinden der Fall. In jeweils einer weiteren knappen Hälfte der Gemeinden änderten sich diese Gebühren nicht. Gesunken ist die Wassergebühr in fünf Prozent und die Schmutzwassergebühr in acht Prozent der Gemeinden. Wasser- und Schmutzwassergebühr machen in der Regel zusammen den größten Teil der Wasserrechnung aus.

Kleine Gemeinden haben häufig höhere Abwassergebühren

Wie hoch die Gebühren ausfallen, hängt von zahlreichen örtlichen Bedingungen ab. Dazu gehören die Siedlungsstruktur, die Landschaft und Topografie, der Zustand und Sanierungsbedarf des Wasser- und Kanalnetzes sowie neue Anforderungen an die Behandlung von Abwasser und Klärschlamm.

Besonders deutlich lässt sich ein Zusammenhang mit der Größe einer Gemeinde erkennen. In Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern beträgt die durchschnittliche Schmutzwassergebühr 3,18 Euro je Kubikmeter. Sie liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt von 2,51 Euro. Etwa die Hälfte aller Gemeinden Baden-Württembergs gehört zu dieser Größenklasse. Ein Grund für die höheren Gebühren ist, dass die Kosten für Bau, Betrieb und Sanierung von Kanalisation und Kläranlagen dort auf weniger Einwohner verteilt werden können.

Was bei den Zahlen mitgerechnet wird

Das Statistische Landesamt verwendet den Begriff Gebühr für unterschiedliche Arten von Entgelten. Dazu gehören sowohl öffentlich-rechtliche Gebühren für Wasser und Abwasser als auch privatrechtlich verlangte Wasserpreise. Die Angaben beziehen sich auf die Tarife für private Haushalte. Bei der verbrauchsabhängigen Wassergebühr und der Grundgebühr für die Wasserversorgung ist die Mehrwertsteuer bereits enthalten.

Bei den genannten Landesdurchschnitten handelt es sich um einwohnergewichtete Werte. Das bedeutet, dass die Gebühren einer großen Stadt mit vielen Einwohnern stärker in die Berechnung einfließen als die Gebühren einer kleinen Gemeinde.

Redaktion
Senden Sie uns Ihren Beitrag oder Veranstaltungshinweis mit Klick auf den Button gerne zu.

Rückmeldung an den Autor?

Fehler entdeckt? Feedback? Jederzeit gerne per Mail oder telefonisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zu Leben