Das Umweltbundesamt (UBA) spricht sich für eine massive Renaturierung deutscher Bäche und Flüsse aus. Laut UBA-Berechnungen müssten rund zwei Prozent der Landesfläche für eine naturnahe Gewässer- und Auenentwicklung zurückgewonnen werden. Dies entspreche etwa 7.000 Quadratkilometern.
UBA-Präsident Dirk Messner betonte, dass Gewässerschutz Klimaschutz sei. Auen wirkten wie ein Schwamm, der Wasser bei Hochwasser speichere und bei Dürre langsam wieder abgebe. Zudem wirke das gespeicherte Wasser kühlend bei extremer Hitze. Derzeit erreichten 90 Prozent der deutschen Bäche und Flüsse keinen guten ökologischen Zustand.
Die Rückgabe von Flächen schaffe nicht nur Lebensraum für Organismen, sondern erfülle auch über 40 wichtige Funktionen, etwa die Speicherung von Kohlenstoff. Angesichts des Klimawandels und zunehmender Extremwetterereignisse sei ein Paradigmenwechsel notwendig: Statt Wasser schnell abzuleiten, müsse es künftig länger in der Landschaft gehalten werden, um Klimaresilienz zu fördern. Die Rückgewinnung von zwei Prozent der Fläche sei in einem dicht besiedelten Land eine große Herausforderung, aber eine machbare Vision.











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