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DRK und Feuerwehr: Unangekündigter Übungsalarm im Neckarbischofsheimer Schlosspark

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Eigentlich hatten sich die 13 Helferinnen und Helfer der DRK-Bereitschaft Neckarbischofsheim auf einen entspannten Dienstabend eingestellt. Ein paar Fallbeispiele durchgehen, ein bisschen Theorie, danach gemütliches Beisammensein – so sah der Plan aus. Doch im Hintergrund wurde schon Tage vorher ein Plan geschmiedet von Rot-Kreuzler Maximilian Klaritsch und Feuerwehrkommandant Alexander Wieder. Weil das DRK ohnehin für Mittwoch und die Feuerwehr für Donnerstag eine Übung angesetzt hatten, überlegte man sich, beide Termine zusammenzulegen. Die Übung begann mit dem Alarmstichwort „B3 Gebäudebrand – Massenanfall von Verletzten (MANV), Anforderung der Einsatzgruppe Bereitschaft (EGB) und Schnelleinsatzgruppe (SEG), Schlosspark Neckarbischofsheim“, blinkte auf den Displays. Nach einem kurzen Moment des Schocks folgte die Erleichterung beim Blick auf das entscheidende letzte Wort im Text: „Übung“.

Blaulicht-Kräfte von DRK und Feuerwehr bestanden den Stresstest

Ab diesem Moment lief die  Einsatzroutine. Fahrzeuge wurden besetzt, Material verladen, und gegen 19:30 Uhr rollte die Kolonne mit Blaulicht in den Schlosspark ein. Insgesamt 15 DRK-Einsatzkräfte, inklusive des großen Gerätewagens Sanität (GW-San), trafen vor Ort auf ein Großaufgebot der Feuerwehr. Für die Retter war es ein Sprung ins kalte Wasser, denn im Vorfeld wusste niemand aus der Mannschaft, was an diesem Abend wirklich passieren würde. Genau das war das Ziel der Verantwortlichen, um die Zusammenarbeit für den Ernstfall bei echten Großlagen zu prüfen und zu trainieren.

Menschenrettung im Schlosspark

Feuerwehr-Kommandant Alexander Wieder hatte sich dafür ein ziemlich kniffliges Szenario ausgedacht, das schon die Führungskräfte der Feuerwehr forderte. Die gemeldete Lage stimmte nämlich bewusst nicht mit der Realität vor Ort überein. Plötzlich mussten die Einsatzleiter umdenken, die Fahrzeugaufstellung komplett über den Haufen werfen und die Einsatztaktik mitten im Geschehen anpassen. Für die Atemschutzgeräteträger ging es im dichten (Simulations-)Qualm an die Menschenrettung im Innenangriff. Draußen wurde eine Wasserversorgung aufgebaut. Eine besondere Herausforderung stellte die enge Bebauung rund um die historische Festscheune dar, die über eine sogenannte Riegelstellung vor den fiktiven Flammen geschützt werden musste. Gleichzeitig retteten die Wehrleute verletzte Personen über Steckleitern aus den oberen Stockwerken.

Auf der anderen Seite des Schlossparks spielte das DRK zeitgleich eine MANV-Lage durch; einen Massenanfall von Verletzten. Unter den kritischen Blicken der Übungsleiter bauten die Helfer eine strukturierte Patientenablage auf. Ein Sanitätstrupp nahm die von der Feuerwehr geretteten „Opfer“ entgegen, sichtete sie nach der Schwere ihrer Verletzungen, priorisierte die Behandlung und machte die Patienten transportfähig. Nebenbei glühten die Funkgeräte. Denn unter Stress die richtigen Worte an die Leitstelle zu funken, will gelernt sein. Weil das Zusammenspiel zwischen den beiden Blaulicht-Organisationen so reibungslos funktionierte, erlaubte sich Übungsleiter Wieder im späteren Verlauf noch ein paar Kniffe und baute einen simulierten Atemschutznotfall ein.

Nächste Übung schon geplant

Am Ende zogen alle Beteiligten ein durchweg positives Fazit. Solche unangekündigten Termine seien unerlässlich, um im Ernstfall blind zu funktionieren. Im Schnitt versuchen DRK und Feuerwehr in Neckarbischofsheim drei bis vier Mal im Jahr gemeinsam den Ernstfall zu proben. Die nächste Gelegenheit lässt nicht lange auf sich warten: Bereits für Anfang Juli steht die nächste große, gemeinsame Einsatzübung im Terminkalender. Dann aber mit etwas weniger Überraschungseffekt für die Helfer.

Redaktion
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