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ver.di fordert stärkere Einbindung und rechtliche Klarheit für Ganztagsbetreuung

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ver.di fordert stärkere Einbindung und rechtliche Klarheit für Ganztagsbetreuung
Symbolfoto: pixabay

Kritik an mangelnder Einbindung zentraler Akteure

Im Rahmen des Fachtags Ganztag des Kultusministeriums in Baden-Württemberg hat die Gewerkschaft ver.di das vorgestellte Leitbild grundsätzlich begrüßt. Dieses enthalte zahlreiche zentrale Aspekte für die Gestaltung eines guten Ganztagsangebots. Gleichzeitig übt ver.di deutliche Kritik an der bisherigen Umsetzungspraxis und fordert verbindliche Rahmenbedingungen für die Einführung des Rechtsanspruchs auf ganztägige Förderung von Kindern im Grundschulalter.

Beteiligung von Gewerkschaften und Sozialministerium gefordert

ver.di bemängelt, dass die Beschäftigtenvertretungen und ihre Gewerkschaften bislang nicht dauerhaft in die Beratungen eingebunden waren. Auch die Perspektive der Kinder- und Jugendhilfe, aus der der gesetzlich verankerte Anspruch hervorgeht, werde bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Die Gewerkschaft fordert daher, das Sozialministerium stärker in die Verantwortung zu nehmen – insbesondere hinsichtlich der bislang ungeklärten Fragen zur Ferienbetreuung.

Dringender Handlungsbedarf vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs

Hanna Binder, stellvertretende ver.di Landesbezirksleiterin, wies auf den Zeitdruck hin, der mit der Umsetzung des Rechtsanspruchs einhergeht. Es verbleibe nur noch etwa ein Jahr, um die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen und einen Zusammenbruch der Betreuungssysteme zu verhindern. Insbesondere Kommunen seien häufig nicht ausreichend auf die Anforderungen vorbereitet, während gleichzeitig neue Aufgaben ohne ausreichende Finanzierung übertragen würden.

Ganztagsangebote benötigen rechtliche und finanzielle Verlässlichkeit

Sabine Leber-Hoischen, Erzieherin aus Mannheim und Vorsitzende der ver.di Landesfachgruppe Erziehung, Bildung und soziale Arbeit, forderte klare gesetzliche Regelungen zur Ausgestaltung der Ganztagsbetreuung. Ohne rechtliche Vorgaben zur Fachkraft-Kind-Relation, zu Arbeitsbedingungen und Qualifizierungsansprüchen drohe ein uneinheitliches System mit Qualitätsverlusten. Bildungsgerechtigkeit und verlässliche Betreuung könnten nur mit ausreichendem Personal und gesicherter Finanzierung gewährleistet werden.

Redaktion
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