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Verbände und Stadt fordern: Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim soll nicht am Mannheimer Stadtrand enden

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Verbände und Stadt fordern: Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim soll nicht am Mannheimer Stadtrand enden
©VRN

Planung bis zum Hauptbahnhof gefordert

Die geplante Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim soll nach Ansicht des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar, des Verbands Region Rhein-Neckar und der Stadt Mannheim nicht bereits am nördlichen Stadtrand von Mannheim enden. Die drei Partner fordern, bei den Planungen von Anfang an auch die Weiterfahrt der Züge durch Mannheim und damit den gesamten Schienenknoten Rhein-Neckar zu berücksichtigen.

Anlass ist eine Beratung des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages am Mittwoch, 23. September 2026. Im Vorfeld haben sich VRN, VRRN und Stadt gemeinsam an die Bundestagsabgeordneten aus der Region sowie an die Mitglieder des Verkehrs- und des Finanzausschusses gewandt. In einem Schreiben weisen sie auf die Bedeutung einer leistungsfähigen Schienenverbindung durch Mannheim hin.

Neue Züge treffen in Mannheim auf bereits belastete Strecken

Aus Sicht der drei Partner besteht das Problem darin, dass durch die Neubaustrecke zusätzliche Züge schneller und leistungsfähiger bis nach Mannheim gelangen könnten, dort anschließend aber auf bereits stark belastete bestehende Bahnstrecken treffen. Deshalb dürfe nicht nur die Strecke von Frankfurt bis Mannheim betrachtet werden. Auch die Weiterführung der Züge innerhalb des Schienenknotens Rhein-Neckar müsse Teil der Planungen sein.

Der Schienenknoten hat dabei nach Angaben der Beteiligten nicht nur für die Region eine große Bedeutung. In Mannheim treffen wichtige nationale und europäische Strecken für den Personen- und Güterverkehr aufeinander. Hinzu kommen der zweitgrößte Rangierbahnhof Deutschlands, der zweitgrößte Binnenhafen der Bundesrepublik und der Logistikstandort Mannheim. Bereits heute führen Engpässe im Schienennetz der Region demnach zu Verspätungen, die sich auch auf den Bahnverkehr außerhalb der Rhein-Neckar-Region auswirken.

Planung endet derzeit in Mannheim-Waldhof

Der derzeitige Planungskorridor für die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim reicht nur bis zum Mannheimer Stadtteil Waldhof am nördlichen Stadtrand. Wie die Züge von dort aus weitergeführt werden, soll in einem anderen Bahnprojekt geklärt werden. Dafür ist das Projekt Mannheim–Karlsruhe vorgesehen.

Dieses befindet sich nach Angaben von VRN, VRRN und Stadt Mannheim allerdings noch in einem frühen Planungsstadium. Bis dort die nächste wichtige Planungsphase abgeschlossen werden kann, sollen nach derzeitigem Stand noch etwa vier bis fünf Jahre vergehen.

Christian Specht, Vorsitzender des Zweckverbands Verkehrsverbund Rhein-Neckar und des Verbands Region Rhein-Neckar sowie Oberbürgermeister von Mannheim, fordert deshalb, die beiden Fragen frühzeitig zusammenzudenken. Zusätzliche Züge, die über die Neubaustrecke nach Mannheim kommen, müssten anschließend auch zuverlässig weiterfahren können. Dafür müsse neben dem eigentlichen Schienenknoten auch die Anbindung an das regionale Bahnnetz berücksichtigt werden.

Strecke soll mindestens bis Mannheim Hauptbahnhof geplant werden

VRN, VRRN und die Stadt Mannheim fordern deshalb, den Umfang des Projekts Frankfurt–Mannheim zu erweitern. Die Planung soll mindestens bis zum Mannheimer Hauptbahnhof reichen. Nach Vorstellung der drei Partner wäre es noch besser, auch die anschließende Einfädelung in den Pfingstbergtunnel und die Verbindung zum Rangierbahnhof einzubeziehen.

Besonders wichtig sind dabei die notwendigen Verbindungen zwischen der neuen Bahnstrecke und den bereits vorhandenen Strecken im Bereich Mannheim-Waldhof. Diese Verknüpfungen sollen nach der gemeinsamen Forderung bereits jetzt mitgeplant werden und nicht erst im späteren Projekt Mannheim–Karlsruhe.

Zusätzlicher Planungsabschnitt soll Lücke schließen

Gleichzeitig sollen die bereits laufenden Planungen für die Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim dadurch nicht verzögert werden. VRN, VRRN und Stadt schlagen deshalb vor, einen zusätzlichen Planfeststellungsabschnitt in das bestehende Projekt aufzunehmen.

Ein Planfeststellungsabschnitt ist ein räumlich abgegrenzter Teil eines großen Infrastrukturprojekts, für den die konkrete Planung und die erforderlichen Genehmigungen getrennt bearbeitet werden können. Mit einem solchen zusätzlichen Abschnitt soll die Strecke über den bisherigen Endpunkt in Mannheim-Waldhof hinaus weitergeplant werden, ohne die übrigen Abschnitte der Neubaustrecke aufzuhalten.

Redaktion
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