Nur das Gastgewerbe zahlt in Ba-Wü noch weniger als die Agrarbranche
Vollzeitbeschäftigte in der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei haben in Baden-Württemberg im Jahr 2025 durchschnittlich 41.443 Euro brutto verdient. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg hervor. Anlass für die Auswertung ist das Landwirtschaftliche Hauptfest, das vom 27. September bis 4. Oktober 2026 stattfindet. Dort präsentiert sich das Statistische Landesamt unter dem Motto „Zahlen.Schaffen.Wissen.“ in Halle 1 am Stand 208. Mit rund 600 Ausstellern gehört das Landwirtschaftliche Hauptfest zu den wichtigsten Fachmessen in Deutschland für die Land- und Forstwirtschaft sowie die Ernährungswirtschaft.
Vollzeitkräfte in der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei arbeiteten 2025 im Durchschnitt 39,3 Stunden pro Woche. Ihr durchschnittlicher Bruttostundenverdienst betrug einschließlich Sonderzahlungen 20,20 Euro. Ohne Sonderzahlungen waren es 19,50 Euro pro Stunde. Im Monat kamen Vollzeitbeschäftigte einschließlich Sonderzahlungen auf durchschnittlich 3.454 Euro brutto.
Rund 40 Prozent weniger als im Durchschnitt aller Branchen
Im Vergleich mit anderen Wirtschaftsbereichen fällt der Verdienst niedrig aus. Über alle Beschäftigungsverhältnisse in Baden-Württemberg hinweg lag die durchschnittliche monatliche Vergütung 2025 bei 5.718 Euro brutto. Beschäftigte in der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei erhielten damit im Durchschnitt knapp 40 Prozent weniger.
Auch beim Jahresverdienst gehört die Branche zu den Bereichen mit den niedrigsten Verdiensten. Vollzeitbeschäftigte kamen durchschnittlich auf 41.443 Euro brutto im Jahr. Nur im Gastgewerbe lag der durchschnittliche Bruttojahresverdienst mit 40.132 Euro noch niedriger.
Fachkräfte verdienen deutlich mehr als Helfer
Innerhalb der Land-, Forstwirtschaft und Fischerei gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Beschäftigte mit einer an- oder ungelernten Helfertätigkeit verdienten im Durchschnitt 34.897 Euro brutto im Jahr. Gelernte Fachkräfte kamen dagegen auf durchschnittlich 43.129 Euro. Der Jahresverdienst von Helferinnen und Helfern lag damit rund 19 Prozent unter dem von Fachkräften.
Auch zwischen den einzelnen Bereichen der Branche unterscheiden sich die Verdienste. In der Forstwirtschaft und beim Holzeinschlag wurden Vollzeitbeschäftigte mit durchschnittlich 49.912 Euro brutto im Jahr vergleichsweise gut bezahlt. In der Landwirtschaft, Jagd und den damit verbundenen Tätigkeiten waren es durchschnittlich 39.401 Euro. Der Verdienst in Forstwirtschaft und Holzeinschlag lag damit etwa ein Viertel höher.
Zahlen beruhen auf einer Befragung von rund 5.300 Betrieben
Die Angaben stammen aus der monatlichen Verdiensterhebung für das Jahr 2025. Dafür wurden im Berichtsjahr rund 5.300 Betriebe aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen befragt. Bei den Zahlen für die Land-, Forstwirtschaft und Fischerei handelt es sich um hochgerechnete Jahresdurchschnittswerte.
Das ist bei dieser Branche besonders wichtig, weil sowohl die Arbeitszeiten als auch die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse im Laufe eines Jahres deutlich schwanken können. Je nach Jahreszeit wird beispielsweise unterschiedlich viel Personal benötigt. Für das Jahresergebnis werden deshalb nur Beschäftigungsverhältnisse berücksichtigt, für die im repräsentativen Monat April und in insgesamt mindestens sieben Arbeitsmonaten des Jahres entsprechende Daten vorliegen.
Familienbetriebe werden nicht vollständig von der Statistik erfasst
Bei der Einordnung der Zahlen gibt es noch eine weitere Besonderheit. Zwar können bei der Erhebung bereits Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten befragt werden. Bestimmte Personengruppen werden jedoch nicht berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem mitarbeitende Familienangehörige in der Landwirtschaft.
Kleine landwirtschaftliche Betriebe, die ausschließlich von Familienmitgliedern bewirtschaftet werden, sind deshalb von dieser Verdienststatistik nicht erfasst. Die genannten Durchschnittsverdienste bilden somit nicht sämtliche Menschen ab, die in Baden-Württemberg in der Landwirtschaft arbeiten.














Rückmeldung an den Autor?